Kompromisssuche
: In Rosengarten wird nur das Gerätehaus gefördert

Die Rosengartener brauchen ein neues Feuerwehrhaus und Vereinsräume. Im Ortsbeirat gab es heiße Debatten.
Von
Ines Weber-Rath
Frankfurt
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  • Der Bauplatz: Der Neubau des Rosengartener Feuerwehrgerätehauses soll auf dem Dorfplatz, neben dem Spielplatzteil, erfolgen.

    Der Bauplatz: Der Neubau des Rosengartener Feuerwehrgerätehauses soll auf dem Dorfplatz, neben dem Spielplatzteil, erfolgen.

    Gerrit Freitag
  • Stand Rede und Antwort: OB René Wilke erläuterte die Planung und nahm Fragen und Sorgen der Rosengartener mit.

    Stand Rede und Antwort: OB René Wilke erläuterte die Planung und nahm Fragen und Sorgen der Rosengartener mit.

    Ines Weber-Rath
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Zu der gab es so viele Gäste wie noch nie: Etwa 50 Rosengartener, Pagramer und Lillihofer drängten sich in dem kleinen Beratungsraum am Bahnhof Rosengarten. Viele von ihnen mussten stehen, weil die Stühle nicht reichten — auch Oberbürgermeister René Wilke, der mit einigen Minuten Verspätung von einer Ausschusssitzung in den Ortsteil kam.

Der OB sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, die Stadtverantwortlichen würden ihre Zusagen gegenüber den Rosengartenern nicht einhalten. Denn „wir brauchen ein multifunktionales Dorfgemeinschaftszentrum, wie es uns versprochen war. Mit einem reinen Feuerwehrhaus sind wir nicht einverstanden“, erklärte einleitend Ortsvorsteher Hardy Lodtka. Alle Einwände der Rosengartener Vertreter seien abgelehnt worden, so Lodtka mit Blick auf die aktuelle Planung der Stadt.

Die sieht den Neubau eines Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Rosengarten vor. Dass der dringend nötig ist, war in der Runde unstrittig: „Unsere Feuerwehr ist gebäudetechnisch am Ende“, formulierte es der Ortsvorsteher. Ortswehrführer Daniel Zander verwies auf den wegen Einsturzgefahr baupolizeilich gesperrten hinteren Teil des alten Gerätehauses und erklärte: „Wenn der Neubau jetzt nicht kommt, gibt’s in Rosengarten bald keine Feuerwehr mehr!“

Land fördert nur das Gerätehaus

Dabei gehören die Feuerwehrleute im waldreichen Ortsteil zu den am meisten geforderten: etwa 45 Einsätze hätten die 30 Einsatzkräfte pro Jahr, berichtete Daniel Zander. Jugendwart Julian Weinhold vertrat an dem Abend die 21 Mädchen und Jungen aus der Jugendabteilung der Feuerwehr.

Dass die Stadt in Rosengarten derzeit nichts anderes als ein Feuerwehrhaus bauen kann, hat nur einen Grund: Etwas anderes wird gerade nicht vom Land gefördert. Und ohne Fördermittel kann sich die klamme Stadt das Bauen im Ortsteil einfach nicht leisten, erklärte René Wilke. Immerhin geht es um ein Investitionsvolumen von rund 1,1 Millionen Euro. Das ist etwa die Hälfte des jährlichen Investitionsrahmens der Stadt.

Der Bauplatz steht fest: Das neue Gerätehaus soll auf dem Sport– und Festplatz im Ortskern entstehen. In einem Teilbereich haben die Rosengartener dort in den Vorjahren einen Spielplatz errichtet. Die spielenden Kinder müssten von der Zufahrt zum Feuerwehrhaus fern gehalten werden, mahnten Vertreterinnen des Fördervereins Rosengarten.

Der provisorische Zaun aus eingelassenen Reifen müsse verschoben und ein anderer Zaun gesetzt werden, steht für René Wilke nach einem Vor–Ort–Termin im Dezember fest. Die Gestaltung der Zufahrt zum Gerätehaus werde noch diskutiert, sagte er.

Der OB warb eindringlich dafür, dass sich die Feuerwehrleute und Vereinsmitglieder zur gemeinsamen Nutzung des großen Versammlungsraumes verständigen — auch wenn die Absprachen im Detail Konfliktpotenzial haben, wie mehrere Rosengartener betonten. Die Raumnot wird ab März noch größer. Dann kann der 86 Mitglieder starke Ortsverein seinen angemieteten Raum in Lillihof nicht mehr nutzen. Ihm wurde gekündigt. Eine städtische Immobilie gibt es im Ort — außer dem alten Feuerwehrhaus — nicht.

Die Frage, ob und wie dieses möglicherweise für die Vereine umgenutzt werden könnte, nahm der OB mit. Ebenso wie die Frage nach einem späteren Anbau ans neue Gerätehaus. Würde die jetzige Planung geändert, geriete das gesamte Projekt in Gefahr, würde sich um mindestens vier Jahre verschieben, sagte Wilke.

Parken nur für Feuerwehrleute

Eines brennt den Rosengartenern im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben noch unter den Nägeln, erfuhr er: Die Parkproblematik. Denn die zwölf Stellplätze an der Straße sollen Feuerwehrleuten vorbehalten und für andere, zum Beispiel Spielplatznutzer, tabu sein. Damit erfülle die Stadt nur die Mindestanforderungen für Gerätehäuser, betonte Karin Soltysiak vom städtischen Fachamt. Die auf der anderen Straßenseite geplanten öffentlichen Stellplätze würden "sofort durch Zugpendler belegt“, befürchten die Anwohner aus Erfahrung.

Einen Aufschrei gab es, als sich herausstellte, dass der Spielplatz in der Bauphase zumindest teilweise als Materiallager genutzt werden muss. "Dann brauchen wir vorher eine separate Zufahrt“, forderte Hardy Lodtka. Der Bau soll noch 2020 beginnen.