Konzert
: Waschechter Reggae an der Oder

TJ Bless’n’Next Experience Band mischen das afrikanische Musikgefühl des Reggae mit Rock. Am 6. April treten sie auf.
Von
Lisa Mahlke
Frankfurt
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Bandprobe in der Garage: Rolf Pasemann, Dennis Adam, Gerald Labitzke, Ivo Wittmann, Cornelius Hagedorn und Joseph Jelemani (vorn) sind seit zwei Jahren TJ Bless’n’Next Experience Band.

René Matschkowiak

Richtig entspannt und glücklich waren die Besucher nach ihrem ersten Konzert im vergangenen Jahr, erinnert sich Joseph Jelemani. Als TJ Bless macht der 41–Jährige mit seiner Band Musik zwischen Reggae und Rock. Und zwar schon seit bald zwei Jahren. Es wurde geprobt, geprobt, geprobt, Arbeit in ein Repertoire gesteckt und jetzt soll die Band endlich „launchen" – an den Start gehen. „Wir sind eine Frankfurter Band“, sagt er. Der Erfolg der Musiker sei an die Unterstützung der Gemeinschaft geknüpft. „Wir wollen für und mit ganz Frankfurt da sein.“

Reggae hatten die anderen Bandmitglieder noch nie gemacht, bevor sie ihn kennengelernten. „Ich bringe das afrikanische Reggae–Gefühl mit“, sagt der Sänger, "die Crew“ habe andere Einflüsse, wie zum Beispiel aus der Rockmusik, im Gepäck. Die Crew, das sind Commander Conny, Witty „the Monolith“ Witjonsson, Pasemann the pasiman, Gero Lapacho und Dennis „The Bassman“, wie sie sich nennen. Sie sind Geigenbauer, professionelle Musiker, arbeiten im Kleist Forum oder sind einfach seit Jahren in ihrer Freizeit mit Musik verbunden.

„Ich würde gerne Reggae machen“, war ein Wunsch, den Joseph Jelemani schon als Kind hatte. Als er 2016 und 2017 im Kleist Forum bei der Show „Zeig dein Talent“ mitarbeitete, lernte er Cornelius Hagedorn und Ivo Wittmann kennen. Sie gründeten eine Band, später kamen die anderen drei Mitglieder dazu.

Die Verbindung von Reggae und der Stadt an der Oder begann aber schon viel früher, und zwar in Indien. Joe, wie die Bandmitglieder zu ihrem Frontmann sagen, besuchte mit einem südafrikanischen Orchester Indien. Dort lernte er seine spätere Frau kennen — eine waschechte Frankfurterin. 2012 besuchte er sie in Deutschland, ein Jahr später kam sie zu ihm nach Südafrika. Erst dann wurden die beiden ein Paar, davor schrieben sie sich regelmäßig. Jelemanis Partnerin wollte zurück in ihre Heimat, geheiratet wurde deshalb im Frankfurter Rathaus. Heute arbeitet TJ Bless bei Jacobs in Berlin, bedient dort Maschinen. „Ich switche zwischen Frankfurt und Berlin“, sagt er über seine Pendelei zwischen Schichtarbeit in der Hauptstadt und Frankfurt.

Und ein bisschen Heimat ist auch immer mit dabei. Nicht nur durch die Reggaemusik, sondern schon durch seinen Künstlernamen. Das „J“ steht für Joseph, das „T“ für Thanthwe, der Ort, in dem sein Großvater lebte. Madalitso ist Joseph Jelemanis afrikanischer Name. Er bedeutet „segnen“, auf Englisch „bless“. So entstand sein Musikername TJ Bless. „Next experience“, also „nächste Erfahrung“, hieß die Whatsapp–Gruppe der Frankfurter Band — geboren war ihr künftiger Name TJ Bless’n’Next Experience Band.

Die Band spricht „Denglisch“, miteinander, ein paar englische Worte werden immer wieder eingeworfen. Jelemanis Muttersprache jedoch ist Chichewa. „Google kann das alles“, scherzt Ivo Wittmann und zeigt auf sein Handy. Mit dem übersetzt er manchmal Sätze in die Muttersprache seines Bandkollegen. „Good practice für uns“, sagt der. Also eine gute Übung. Denn neben mehr Auftritten in Deutschland und Festivals in Europa plant die Band eine Konzertreise durch Afrika.

Zunächst stehen aber Auftritte im Frankfurter Kleist Forum an. Beim „Blauen Mittwoch“ und im Rahmen der Bürgerbühne. Tickets für letztere Veranstaltung sind kostenfrei, es werden an dem Abend aber Spenden gesammelt. Um Platzreservierung unter 0335 4010120, ticket@muv-ffo.de oder an der Kasse im Kleist Forum wird gebeten.

3. April, „Blauer Mittwoch“, 20 Uhr; 6. April auf der Studiobühne: Beginn 20, Einlass 19 Uhr, Kleist Forum, Platz der Einheit 1