Teilweise ist der Beton derart stark verwittert, dass Teilstücke neu aufgebaut werden müssen. Betonkrebs, Frost und Regenwasser zogen die neun Meter hohe Säule arg in Mitleidenschaft ( MOZ berichtete).
Der DDR-Beton hat mit den Jahren ordentlich Risse bekommen. "Wir wollen das alte Material weitestgehend erhalten", erklärt Bittner. Deswegen werden die Risse geöffnet, der Schaden innen begutachtet und verfüllt. Auch die Bohrmaschine kommt zum Einsatz, welche ans rot-schwarze Notstromaggregat angeschlossen ist – damit die Denkmalschützer nicht ohne Strom dastehen. Weiterhin werden alle Betonoberflächen gereinigt, informiert die Stadtpressestelle. Die nördliche Mauer kann nicht erhalten werden und wird entfernt. An der großen Stele muss etwa ein Meter des Kopfes neu aufgebaut werden. Und die Plattenfläche ums Denkmal wird um zirka 60 Prozent reduziert, wozu die bereits vorhandenen, noch intakten Platten verwendet werden. In zwei Wochen sollen die beiden Denkmalsanierer fertig sein. "Hier ist so viel kaputt, ich glaube, wir brauchen länger", meint Bittner.

Wegeanschluss folgt - Komplettierung der Grotte kommt

Ein Stück weiter liegt die fast fertig restaurierte Grotte, noch immer eingezäunt. Nachdem 2019 das technische Bauwerk fertiggestellt wurde, wird bald die eigentliche Grotte durch Findlinge und Bepflanzungen komplettiert, informiert die Stadt. Fußgänger dürfen erst im Herbst über die Brücke spazieren, dann wird der Wegeanschluss zur Halben Stadt hergestellt. Das dauert einigen Frankfurtern zu lange.
"Seit Jahren können wir hier nicht mehr vernünftig langgehen", sagt Karin Schulze, die oft von der Lebuser Mauerstraße hoch zur Halben Stadt geht, verärgert. Die Rentnerin versteht nicht, warum die Umgestaltung so lange dauert. Gerade für ältere Fußgänger sei es beschwerlich, am Bauzaun der Grotte über lose Baustellenteile im Fließ bis hoch in den Park zu laufen. Auch wünscht sich Schulze zwischen Denkmal und Grotte mehr Bäume.
Für mehr Geduld bei der Sanierung plädiert dagegen Sonja Gudlowski von der Bürgerinitiative Lennépark. "Es kommt ja immer drauf an, wie die einzelnen Gewerke zeitlich können", sagt sie. Wichtig sei doch, dass der erste Bauabschnitt Ende des Jahres fertig und die Grotte mit historischem Kern ein Hingucker werde – für Frankfurter und Gäste. In puncto Baumpflanzung hat Gudlowski auch schon etwas vor: "Mit dem PowerGreen-Spendenlauf wird für eine Eiche im Nordbereich gesammelt", sagt sie über die Veranstaltung vom 10. bis 23. August.

400.000 Euro für Nordbereich

Für den Bauabschnitt "Grotte bis Karl-Marx-Straße" liegen die Gesamtkosten, so die Pressestelle der Stadt, bei rund 400 000 Euro. Nach aktuellem Stand der Planung soll der Großteil der Bauarbeiten in diesem Jahr abgeschlossen werden. Lediglich die Pflanzarbeiten könnten bis ins Jahr 2021 andauern. Ebenfalls wird die abschließende Deckschicht der asphaltieren Wege im Lennépark erst im Frühjahr ausgeführt. "Inwiefern das Projekt ‚Nördliche Hangwege’ noch 2021 beginnen kann, ist gegenwärtig nicht endgültig einzuschätzen", sagt die städtische Pressereferentin Kora Kutschbach.
Nach historischen Plänen werden insgesamt 750 Quadratmeter neue Parkwege gebaut.