Liebe in Frankfurt (Oder)
: Von Queer-Party bis Pride-Demo - so bunt wird der Mai

In Frankfurt (Oder) geht es einen Monat lang um Liebe, Sex und Respekt. Der Studierendenclub Stuck stellt viele Veranstaltungen und Angebote auf die Beine. Was, wann geplant ist.
Von
Nicole Buhlau
Frankfurt (Oder)
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Maria Ullrich vom Stuck e.V. erzählt vom besonders bunten Monat in Frankfurt (Oder). Warum die Angebote so wichtig sind.

Maria Ullrich vom Stuck e.V. erzählt vom besonders bunten Monat in Frankfurt (Oder). Warum die Angebote so wichtig sind.

Lisa Discher, Lisa Larossa
  • Frankfurt (Oder) erlebt im Mai 2026 den „Liebe, Sex, Respekt-Monat“ – organisiert vom Stuck e.V.
  • Ziel ist queere Sichtbarkeit, Austausch und kostenlose Angebote, nur die Queer-Party kostet.
  • Programm: Theater, Comedy, Ausstellungen, Party, Karaoke, Rollschuh-Disco und Pride-Demo.
  • Workshops reichen von Töpfern, Graffiti und Drag bis Wendo und DJ-Kurs, teils mit Anmeldung.
  • Gesundheit im Fokus: vier kostenlose STI-Tests an der Viadrina, Stadtorte als Safe Spaces eingebunden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Frankfurt (Oder) wird der Mai besonders bunt, laut und politisch. Der Stuck e.V. stellt einen „Liebe, Sex, Respekt-Monat“ auf die Beine und bietet bis zum 30. Mai ein vielseitiges Programm. Vor allem soll es um queere Sichtbarkeit gehen und Räume für Austausch geschaffen werden.

Das Projektteam wird geleitet von Maria Ullrich. Sie gehört schon lange zum Verein und wollte das Programm 2026 breiter fächern und vor allem über den ganzen Monat erstrecken lassen.

Programm umfasst Karaoke, Comedy, Theater in Frankfurt (Oder)

Es sollen Workshops, Filmabende, Veranstaltungen und Gesundheitsangebote miteinander verbunden werden. „Das ist eher aus Ideen und Lust heraus gewachsen“, sagt Ullrich über die Planung, die größtenteils erst im Februar und März 2026 konkret wurde.

Das Programm setzt bewusst auf Vielfalt – sowohl inhaltlich als auch im Format. „Man kann sich diesen Themen auf ganz unterschiedliche Arten nähern“, erklärt Ullrich. „Diskutierend, kreativ oder einfach durch gemeinsames Erleben.“

Der Aktionsmonat, der mit der Pride abschließt, wird von mehreren Seiten gefördert. Dazu zählen insbesondere der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) sowie das Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Dank dieser Förderung können nahezu alle Veranstaltungen kostenlos angeboten werden – lediglich für die Queer-Party wird ein Eintritt erhoben.

Veranstaltungen: Der Aktionsmonat startete bereits am 4. Mai mit dem Solo-Performance-Theaterstück „Shooting Snow White“ in der Kulturmanufaktur Gerstenberg. Am 12. Mai folgt die „Big Queer Comedy Night“ im Stuck (19 Uhr), bevor es am 13. Mai gleich doppelt weitergeht mit der Vernissage der Fotoausstellung „Hot & Cold/Heiß & Kalt“ im BLOK O (18 Uhr) von Maria Ullrich selbst. Anschließend findet die Queer-Party „Night Fever“ im Stuck (21 Uhr) statt. Eintritt: 5 Euro.

Pride-Demo in Frankfurt (Oder) findet erstmals im Mai statt

Ein besonderes Highlight ist die geplante Rollschuh-Disco am 23. Mai (15 Uhr) auf dem Campus – ein neues Format, das es so bislang noch nicht gab. Am 24. Mai findet ein Karaoke-Abend (20 Uhr) in der Studierendenverbindung „Fforst“ in der Forststraße statt. Den Abschluss bildet am 30. Mai die deutsch-polnische Pride-Demonstration auf dem Plac Bohaterów (13 Uhr).

Bisher fand die Demo im September statt. Die Entscheidung fiel aus mehreren Gründen – unter anderem, um mehr Studierenden die Teilnahme zu ermöglichen und den Pride stärker mit anderen Veranstaltungen zu verknüpfen. „Die Gruppe war direkt sehr motiviert, und es hat sich richtig angefühlt, das zusammenzudenken“, sagt Ullrich.

Begriffe aus der queeren Welt kurz erklärt

Im Rahmen des vom Stuck e.V. „Liebe, Sex, Respekt-Monats“ werden häufig viele Begriffe verwendet, die in diesem Umfeld völlig klar sind. Um sie besser zu verstehen, gibt es eine kurze Erklärung für einige.

Flinta* – bezeichnet Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und ageschlechtliche Menschen und macht deutlich, wer in bestimmten Räumen oder bei Veranstaltungen angesprochen ist.

Queer – ist ein Sammelbegriff für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und bezeichnet oft auch Identitäten jenseits fester Kategorien.

Safe Space – ist ein geschützter Raum, in dem Menschen diskriminierungsfrei Erfahrungen teilen, sich austauschen und gegenseitig stärken können.

Pride-Demonstration – ist eine Demonstration für Sichtbarkeit, Selbstachtung und die Rechte queerer Menschen.

Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung, Queer-Lexikon, Verband für Queere Vielfalt

Filmabende: Auch Filmfans kommen auf ihre Kosten. Im Viakino im Gräfin-Dönhof-Gebäude der Universität, werden über den Monat verteilt mehrere Filme gezeigt – jeweils um 18 Uhr. Den Auftakt macht am 6. Mai „The Perks of Being a Wallflower“, gefolgt von „Your Name“ am 13. Mai. Am 20. Mai läuft „Bohemian Rhapsody“, bevor am 27. Mai mit dem Film „Pride“ ein thematisch passender Abschluss der Filmreihe stattfindet.

Workshops: Am 9. Mai lädt der Workshop „Love Shapes – Töpfern ohne Tabu“ (14 Uhr) im Stuck dazu ein, sich künstlerisch mit Intimität auseinanderzusetzen. Am 12. Mai steht im Kukuryku (16.30 Uhr) ein Workshop zu kritischer Männlichkeit auf dem Programm. Kreativ wird es erneut am 15. Mai beim Graffiti-Workshop im Stuck (16 bis 19 Uhr). Am 22. Mai folgt der Zeichenkurs „In Love with Bodies“ im Packhof (17 Uhr).

Im „Fforst“ in der Forststraße, wird am 24. Mai (15 Uhr) ein Drag-Workshop stattfinden. Am 27. Mai richtet sich der Wendo-Workshop (15 bis 18 Uhr) im Sportverein der Viadrina (USC) auf Selbstbehauptung- und Verteidigung. Zum Monatsende gibt es am 29. Mai einen DJ-Workshop für Flinta*-Personen (16 Uhr) mit anschließenden Open Decks (19 Uhr).

Für alle Workshops ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich, da die Plätze begrenzt sind.

Kostenlose Tests auf Geschlechtskrankheiten in Frankfurt (Oder)

Gesundheit: Ein zentraler Bestandteil des Monats sind kostenlose STI-Testangebote in Kooperation mit dem Gesundheitsamt Frankfurt (Oder). Diese finden an vier Terminen statt und sind ohne Anmeldung im Gräfin-Dönhof-Gebäude der Viadrina zugänglich: 19. Mai, 15 bis 18 Uhr,  21. Mai, 12 bis 15 Uhr, 26. Mai, 12 bis 15 Uhr, 28. Mai, 15 bis 18 Uhr.

Das Angebot richtet sich an alle und soll einen niedrigschwelligen Zugang zu sexueller Gesundheit ermöglichen. Das werde dringend benötigt, laut Maria Ullrich. „Viele denken immer noch, dass solche Tests viel kosten oder schwer zugänglich sind.“ Die Termine sind bewusst über den Monat verteilt und finden zu unterschiedlichen Tageszeiten statt, um möglichst vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen.

Die Veranstaltungen finden nicht nur auf dem Unicampus der Viadrina oder im Stuck statt. Stattdessen wird die Stadt aktiv eingebunden. Orte wie die Kulturmanufaktur Gerstenberg, der Packhof, das Café Blok O, das Kukuryku in der Scharnstraße oder die Studierendenverbindung Fforst werden zu offensichtlichen „Safe Spaces“ – also zu Schutzräumen.