Aufschwung für Ostdeutschland? Nach der Ansiedlung der Gigafactory von Tesla in Grünheide bei Berlin scheinen sich nun auch andere Investoren in Ostdeutschland umzuschauen. So auch der Chip-Hersteller Intel, der nach einem Bericht der Magdeburger Volksstimme, über den auch der MDR berichtet, eine neue Fabrik in Magdeburg plant. Bislang war auch von Frankfurt (Oder) als Intel-Standort die Rede. Was bisher bekannt ist:
  • Intel sucht nach einem neuen Standort in Deutschland. In Frage kommen mehrere Orte, darunter Magdeburg, aber auch Dresden
  • Auch Frankfurt (Oder) hofft auf die Intel-Ansiedlung. Hat Frankfurt jetzt das Nachsehen?
  • Laut Volksstimme waren Vertreter von Intel bereits zu Besuch im Industriegebiet südlich von Magdeburg
  • Der Bürgermeister der Stadt hat bestätigt, dass Magdeburg seit geraumer Zeit in Gesprächen mit einem „weltweit agierenden Investor“ ist
  • Laut MDR könnten bis zu 1500 neue Arbeitsplätze entstehen

Intel in Magdeburg: Chip-Hersteller besucht Industriegebiet

Seit rund einem halben Jahr tauschen sich die Stadt Magdeburg und ein großer Investor über eine Ansiedlung im Industriegebiet Eulenberg bei Magdeburg aus. Das bestätigte Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) gegenüber der Volksstimme. Ob es sich dabei wirklich um Intel handelt, wollte Trümper nicht sagen. Doch dem Zeitungsbericht zufolge sind Intel-Vertreter bereits in Magdeburg gewesen. Nach eigenen Angaben sucht Intel eine Fläche von 500 Hektar für seine neue Fabrik, es könnten bis zu 1500 neue Arbeitsplätze entstehen.
Für Intel ist die Ansiedlung Teslas in Grünheide ein wichtiger Faktor für Standortwahl. Der US-Elektroautobauer will jährlich 500.000 Autos in Grünheide bauen, eine Enge Zusammenarbeit mit einem Chiphersteller wie Intel ist erforderlich. Zudem gibt es unweit von Magdeburg das VW-Werk in Wolfsburg, wo ebenfalls verstärkt auf E-Autos gesetzt wird.

Frankfurt (Oder) wirbt mit Flächen für Intel-Ansiedlung

Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke (Die Linke) zeigte sich im Juni 2021 erfreut über das Interesse des amerikanischen IT-Konzerns Intel, möglicherweise in Frankfurt (Oder) und der Lausitz Chipfabriken zu bauen. „Mit Tesla als jüngste Referenz bekommt das Land Brandenburg aktuell international besondere Aufmerksamkeit. Das nutzen wir als Stadt Frankfurt (Oder), um – gemeinsam mit Land und Bund – auch mit unseren Potentialen selbstbewusst zu werben“, so Wilke damals.
Doch ernsthaft im Rennen war Frankfurt (Oder) offenbar zuletzt nicht mehr. Zwar habe es eine Vorsondierung über die Wirtschaftsförderung des Landes unter anderem zu möglichen Flächen gegeben, bestätigt OB René Wilke „Aber es war ziemlich schnell klar, dass das nur funktioniert, wenn die Ansiedlung anders aufgestellt wird.“ Die Stadt verfüge mit dem Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) über große Forschungskompetenz, verbunden mit einer langen Tradition in der Mikroelektronik. Am Standort Frankfurt (Oder) einen entsprechenden Forschungsbereich von Intel anzudocken, wäre aus Sicht der Stadt daher ein Weg gewesen – und wäre es immer noch, so René Wilke.
Aber über eine Gewerbefläche von mindestens 500 Hektar, wie Intel sie für seine Fabrik sucht, verfügt Frankfurt (Oder) nicht. Das neue Industriegebiet der Stadt an der A12 hat eine Fläche von 46 Hektar. Östlich der B112n in Frankfurt (Oder) ist außerdem das Industriegebiet Westnuhnen in Planung, die größte zusammenhängende Fläche dort wäre 98 Hektar groß.

Intel könnte auch nach Sachsen kommen

Wie die Volksstimme weiter berichtet könnte Intel aber auch nach Dresden umsiedeln. Für Sachsen spricht das BMW-Werk in Leipzig, zudem gibt es in Dresden bereits den Halbleiterhersteller Infineon – die Fachkräfte sind also schon vor Ort.
Laut MDR will Intel in Europa zwei neue Fabriken bauen. Der Chip-Riese aus den USA wird aktuell von der Halbleiter-Krise ausgebremst, da er nicht so viele Chips herstellen kann, wie gebraucht werden. Genau aus diesem Grund sind Investitionen und neue Fabriken notwendig.