Millionenprojekt: Unterwegs auf der Baustelle der Hutten-Oberschule in Frankfurt (Oder)
Vor zwei Wochen war die Grundsteinlegung für den Neubau von Haus 2. Das alte Gebäude wurde 2017 abgerissen, seit bereits fast sechs Jahren findet der Unterricht zum Teil in Containern statt. Deren Anmietung, die gut 178 000 Euro im Jahr kostet, wurde bis Sommer 2022 verlängert. Dann sollen Schüler und Lehrer in den neuen Gebäudekomplex einziehen können.
„Wir stehen gerade zwischen Elektrowerkstatt und Lehrküche“, erzählt Architekt Schwind. Er deutet auf Anschlüsse – für eine Waschmaschine, für Kücheninseln. Die Schüler lernen dann zum Beispiel in Hauswirtschaftslehre Bügeln oder Kochen. Neben der Lehrküche und der Werkstatt für Elektro, IT und Elektronik wird sich in der unteren Etage auch eine Holz-, Kunststoff- und Metallbearbeitungswerkstatt befinden, unter anderem mit Schraubstöcken, zwei Bandschleifern und zwei Dekupiersägen. Die Kosten dafür sind im Zuge der Ausstattung des Hauses inbegriffen, so Birgit Förster. Insgesamt wird der Neubau etwa 8,47 Millionen Euro kosten – zuletzt waren die Kosten um 1,8 Millionen Euro gestiegen.
Die Schule ist seit 2009 für ihre „hervorragende Berufs- und Studienorientierung“ zertifiziert. „Bislang können wir aber nicht wirklich die Bedingungen dafür anbieten“, sagt die Schulleiterin. Das soll sich mit dem Neubau ändern. Gegenüber des Praxiszentrums werden der Bereich für die Sozialarbeit und der Schulclub zu finden sein, bislang ist beides in den Containern untergebracht. In die beiden Etagen darüber kommen der WAT-Bereich (Wirtschaft, Arbeit, Technik) mit Computer-Pool und Klassenzimmer unter anderem für Kunst, Musik und Deutsch als Fremdsprache – mit entsprechenden akustischen Voraussetzungen. Auch mit den neusten digitalen Standards wird der Neubau kompatibel sei, worüber sich Kerstin Reinhardt freut.
Noch ist all das erst zu erahnen. Der Boden wurde in großem Ausmaß ausgetauscht, Leitungen rausgeholt, an der Entwässerung gearbeitet, Fundamente erstellt, erklärt Bauleiter Mathias Grimmer. Das meiste ist bereits dort zu sehen, wo mal eine Aula stehen wird: Die Bodenplatte ist betoniert, die ersten Wände sind im Ansatz zu sehen, das spätere Portal mit Schiebetor kann man sich schon vorstellen. Die Aula wird letztlich 250 Quadratmeter haben und für maximal 400 Stehplätze oder 200 Sitzplätze ausgelegt sein. Durch einen separaten Zugang und WC-Anlagen kann sie auch für außerschulische Veranstaltungen genutzt werden. Außerdem bekommen die Schüler dort ihr Mittagessen.
Basketballplatz statt Container
Zwar wird es einen geschützten Schulhof geben, mit Terrassenanlagen und der Möglichkeit, im Außenbereich zu unterrichten. Aber im Bauabschnitt 2, der über den Sommer 2022 hinausgeht, entsteht eine breitere Promenade, über die man von den Wohnhäusern hinter der Schule Richtung Altberesinchen gehen kann. Die Turnhalle wird stärker einbezogen und barrierefrei zugänglich, ein Basketballplatz ersetzt den jetzigen Containerbau.
Schon 2012 hatte Kerstin Reinhardt angefangen, für „des Lernens und Arbeitens würdige Bedingungen zu kämpfen“. Sie habe gelernt, sich in Etappen zu freuen. Deshalb erinnert sie schon jetzt mit Blick auf den Zeitpunkt der Übergabe von Haus 2 daran: Das Haus wurde „nur“ für eine Fünfzügigkeit konzipiert. Weder der Neubau noch der Ergänzungsbau der Kleist-Oberschule könne die steigenden Schülerzahlen abfangen. „Eine dritte Oberschule ist wichtig für beide Schulen“, sagt sie.

