MOZ-Sommerserie: Blick auf die Oderstadt – und ins All
Ehemalige Bauschuttdeponie
Viele Frankfurter kennen den Berg als ehemalige Bauschuttdeponie. Der dadurch gebildete Hügel mit dem darauf entstandenen Solarpark heißt „Am Hohen Feld“, erklärt der ehemalige Stadtarchivar Ralf Rüdiger Targiel. Von weitem ist bereits der Funkturm zu sehen, der am Fuß des "Müllbergs“ thront. Der Richtfunkturm wurde zwischen 1959 und 1961 von der Deutschen Post erbaut. Heute gehört er der Deutschen Telekom AG und ist unter anderem für die Übertragung des Fernsehprogramms zuständig.
Laut dem 1984 erschienenen Architekturführer Bezirk Frankfurt (Oder) wurde der Turm nach den Plänen von Klaus Thimm und Karl-Heinz Benkert (Statik) als „Relaisstation aus monolith. Stahlbeton in Gleitschalung“ erbaut. Seine Gesamthöhe betrug 85,75 Meter und mit den Antennenaufbauten nach der Wende 103 Meter.
In seinen 14 Etagen befanden sich früher die Arbeits- und Wohnräume des technischen Personals der Deutschen Post. Heute beherbergt der Turm Einrichtungen des Amateurfunks für Fernsehen und Sprechfunk. Der Fernmeldeturm trägt neben Richtfunk- und Mobilfunkantennen auch Amateurfunkrelais. Leider ist der Stahlbeton-Riese für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, wie Benedikt Albers von der Telekom-Tochter Deutsche Funkturm mitteilt.
Laufen die Aussichts-Sucher den Weg, der von der Straße abgeht, hoch, kommen sie zuerst an einem Meer von Solarzellen vorbei – dem Solarpark. 2007 stellte eine Firma die Aufbauten für Solarmodule, worauf andere Anbieter ihre Module anbrachten und dort erprobten. Der Solartestpark, bei der unter anderem die Deutsche Solarwerke Gmbh beteiligt war, unterstand dem Ingenieur Stefan Kunigam. Heute gehört der Solarpark der Münchner Firma Vispirion. In der begehbaren Anlage organisieren jährlich der Stadtsportbund und die Stadtwerke ihr Rad-Zeitfahren.
Frankfurter Skyline
Ganz oben auf dem Hügel angekommen, kann das Picknicktuch ausgebreitet und der Blick über die Weite der Landschaft schweifen. Am Horizont erkennt man den schwarzen Turm der Sankt-Gertraud-Kirche, den gräulichen Oderturm und die Wohnblöcke von Neuberesinchen. Ist dann irgendwann das letzte Sandwich verschlungen und jede Wolke am Himmel ausgiebig beobachtet worden, geht’s erstmal den Hügel hinab – um dann den Blick hinauf zu den Sternen zu richten.
Per pedes nimmt man entweder die Straßenbahn 1 in Neueberesinchen, Richtung Stadion, und steigt an der Haltestelle „Wintergarten“ wieder aus. Nach zehn Minuten Fußmarsch steuern die Höhen-Fans den Mühlenweg 48 an: Das Planetarium im alten Wasserturm. Wer vor dem Besuch noch eine Stärkung brauch, kann dies im direkt gegenüberliegenden Restaurant Wintergarten tun, das täglich geöffnet hat.
Die Öffnungszeiten des Planetariums richten sich nach den öffentlichen Veranstaltungen. Das nächste Tagesprogramm findet am 6. Juli statt. Zuerst gibt es „Benni, das Knuddelmonster“, um 15 Uhr; dann „Geheimnis dunkle Materie“, um 16.30 Uhr; „Sternzeit – Was zeigt uns der August-Himmel“, um 18 Uhr und „Musik-Programm Lichtmond“, um 20 Uhr. Die Türen öffnen sich eine halbe Stunde vor jeder Veranstaltung. Für Höhen-Fans ist der Ausblick vom Dach ein Muss.
Hoch hinausim Frankfurter Süden
Sind der Hügel und der Solarpark am Hohen Feld kostenlos, so sind die Preise für das Planetarium wie folgt.
Erwachsene ab 18 Jahren: 7 EuroStudenten: 4,50 EuroErmäßigt über 16 Jahre: 4,50 EuroErmäßigt bis 16 Jahre: 3,50 EuroMusikveranstaltungen: 8 / 6,50 Euro
Für Gruppen kann das Planetarium ebenfalls gebucht werden. Hierbei muss ein Mindestbetrag von 97 Euro und bei Kindergeburtstagen von 65 Euro erreicht werden.

