Natur
: Die kleinste Schule der Stadt

Seit zwei Jahren ist Maria Schwaben Lehrkraft in der Wildparkschule. Auch Mikroskopieren gehört zum Unterricht.
Von
René Matschkowiak
Frankfurt (Oder)
Jetzt in der App anhören

Maria Schwabe erkundet mit einem Tablet und einer hochauflösenden Kamera einen Baumstamm in der Wildparkschule.

René Matschkowiak

Mitten zwischen Tieren und viel Natur in Rosengarten ist sie seit zwei Jahren die verantwortliche Lehrkraft in der Wildparkschule. „Anfangs waren es wirklich große Fußstapfen die Robert Volkmann hinterlassen hat, als er in den Ruhestand gegangen ist“, bekennt sie. Die zu füllen hat sie sich zur Aufgabe gemacht.

Viele neue Ideen lässt Schwabe in ihre Arbeit einfließen. Mikroskopieren gehört seit jeher zum Unterricht in der Wildparkschule, wie man die Apparate aus früheren Schulzeiten kennt. Auf einer Weiterbildung wurde sie auf die Idee gebracht Tablets für die Schüler auszuleihen. So können jetzt die Schüler, mit einer entsprechenden Kamera ausgerüstet, auch elektronisch kleinste Dinge untersuchen. „Der Vorteil ist, dass man so etwas auch am Objekt selbst, wie etwa einem Baum, machen kann“, erklärt sie.

Tablets und Bäume

Die Schüler der Klassen wechseln sich nun ab und können sowohl das althergebrachte als auch das moderne Mikroskopieren lernen. „Die Kinder wachsen ja wie selbstverständlich mit Smartphones und Tablets auf“, hat sie festgestellt. Die Arbeit mit der Technik wecke das Interesse, die Umwelt zu erfahren. Den Unterricht in der Natur zu planen ist anders, als in der Klasse, so die Pädagogin, die weiterhin an der Hansaschule unterrichtet. Schließlich soll der Besuch der Klassen in der Wildparkschule nicht nur ein Spaziergang zu den Tieren werden. Dieses Angebot nutzen mittlerweile auch Schulen der umliegenden Landkreise.

Winter im Wildpark

Naturerlebnisse in den vier Jahreszeiten, Lebensgemeinschaft Wald oder auch was der Wald mit dem Klima zu tun hat, sind einige der Angebote für Schulklassen der Grundschule. Für die älteren Schüler wird das Ökosystem Wald erörtert, etwa die Nahrungsbeziehungen. Um auch den Winter im Wildpark spannend zu gestalten, hat sich Maria Schwabe eine Unterrichtseinheit „Weihnachten im Wildpark“ ausgedacht. Hierbei soll es rund um die Weihnachtsbäume gehen. Natürlich ist dann das Fachwerkhaus, in dem die Wildparkschule beheimatet ist, auch beheizt. Da es keinen festgelegten Stundenplan für die Schule im Grünen gibt, ist sie auf die Meldungen der Schulklassen angewiesen. „Das hat im letzten Jahr schon ganz gut geklappt, aber es könnten noch ein paar mehr Klassen die eine oder andere Unterrichtsstunde in den Wildpark verlegen“, findet sie.

Zweisprachigkeit im Fokus

Auch die deutsch–polnische Zweisprachigkeit in der Doppelstadt will sie zukünftig noch etwas mehr in den Fokus rücken. "Ich habe eine Weile in Polen gelebt, bei einigen Tieren muss ich vielleicht auch mal nachschauen, die meisten Namen kenne ich aber auch auf Polnisch“, lacht Maria Schwabe. Außerdem absolviert die engagierte Lehrerin noch eine Fortbildung, die sich mit der Thematik der Wildparkschulen befasst. Gute Ideen den Kindern die Natur näherzubringen, werden Maria Schwabe auch in Zukunft nicht ausgehen. So jedenfalls hat es den Anschein, wenn man sich mit ihr unterhält.