Oldtimer in Frankfurt (Oder): DDR-Zeiten lassen grüßen – mehr als Trabis in Hohenwalde

Zu schrauben gibt es an einem alten Ford immer – weiß Thomas Tannhäuser aus Pillgram, hier mit Ehefrau Kathrin. Er ist Kfz-Mechaniker, sie Bau-Ingenieurin.
Jörg Kotterba- 21. Oldtimer-Treffen in Hohenwalde bei Frankfurt (Oder) zog Hunderte Besucher an.
- Gezeigt wurden Trabis, Traktoren, Oldtimer und ein DDR-Wohnwagen aus dem Jahr 1973.
- Highlight: Ein US-Jeep Renegade (1979) mit 380 PS und ein Lanz Bulldog-Traktor (1941).
- Flugmodellsportverein präsentierte ein Modell des polnischen Segelflugzeugs „Bocian“.
- Nachwuchssorgen bei Oldtimer-Fans – Vereine nutzen Treffen, um junge Interessierte zu gewinnen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Wettermacher in Festlaune, jede Menge Mopeds, Traktoren, edle Uralt-Karossen – und viele „Schrauber“, die von ihrer Leidenschaft erzählten: Der Hohenwalder Heimatverein hatte Samstag zum 21. Oldtimer-Treffen mit einer dicken Portion Musik, Tanz, Kinderspaß und Leckereien und am Sonntag zum Open-Air-Schlager-Gottesdienst mit Pfarrerin Susanne Noack und Bandmusik in den Ortsteil von Frankfurt (Oder) eingeladen.
„Ein toller Tag“, lobte René Nitsche am Sonnabend. Der 61-jährige Bundespolizist rollte von Müllrose mit seinem strohgelben, sage und schreibe 380 PS-starken US-amerikanischen Jeep Renegade, Baujahr 1979, nach Hohenwalde. Er ist einer von 24 Mitgliedern des Vereins Alt-Technik Schlaubetal. „Uns gibt's seit Januar 2009. Wir teilen unser Hobby mit Gleichgesinnten, helfen bei der Ersatzteilsuche, geben Tipps bei Reparaturen und organisieren gemeinsame Ausfahrten.“
Nitsches große Sorge: „Es fehlt der Nachwuchs. Auch deshalb sind wir bei diesem Oldtimer-Treffen dabei, wollen die Werbetrommel rühren.“
Alter Wohnwagen aus DDR-Zeiten weckte Interesse der Besucher
Vereinsmitglied Rainer Dietrich brachte seinen Wohnwagen Nagetusch vom VEB Karosseriewerk Dresden, Baujahr 1973, auf den Hohenwalder Festplatz – und der weckte Interesse. „Er kostete 13.000 DDR-Mark, war also 4000 Mark teurer als ein Trabant 601“, informierte Rainer Dietrich den Frankfurter Bernd Bachmann. Der Fest-Gast staunte, „was findige Konstrukteure damals schon zusammen zauberten. Aber wer konnte sich diesen Edel-Kasten schon leisten?“ Das Nagetusch-Wohnmobil galt in DDR-Zeiten als sehr luxuriös.

Jung und Alt scharrten sich um die uralten Fahrzeuge. Dieser Lanz Bulldog der Oldtimer- und Traktorenfreunde Zechin ist vom Baujahr 1941.
Jörg KotterbaMit den Worten „tolle Organisation, tolle Stimmung, tolles Kulturprogramm, tolles Wetter“ brachte Karin Benz ihren Eindruck vom Fest auf den Punkt. Und fügte an: „Hohenwalde ist augenscheinlich ein intaktes Dorf. Im Heimatverein scheinen alle an einem Strang zu ziehen.“
Auch Flugmodellsportverein Frankfurt (Oder) präsentiert sich
Karin Benz war mit Ehemann Karl-Heinz wohl der am weitesten angereiste Gast des Oldtimer-Treffens. „Wir sind in Köln-Lindenthal zu Hause, besuchen derzeit Freunde in Frankfurt. Und die haben uns – zum Glück – nach Hohenwalde eingeladen.“
Karl-Heinz Benz, ein ehemaliger Berufsfeuerwehrmann, war vom kompletten Drumherum begeistert. Und vom Info-Stand des FMSV, des Flugmodellsportvereins Frankfurt (Oder). Dort bewunderte der 68-Jährige das große Modell eines zweisitzigen polnischen Schulsegelflugzeuges vom Typ Bocian, zu Deutsch: Storch. „Dafür habe ich zwei Jahre gebraucht, natürlich mit Unterbrechungen“, klärte Modellbauer Andreas Kurtz auf.

Der Frankfurter Andreas Kurtz (rechts) und weitere Hobby-Bastler stehen hinter dem Modell des polnischen Schulsegelflugzeuges vom Typ Bocian, zu deutsch: Storch.
Jörg KotterbaEr habe zum Glück eine große Küche. „Wenn ich einmal am Werkeln bin, sieht es dort freilich wie in einer Werkstatt aus.“ Zu Hohenwalde habe sein Verein ein besonders inniges Verhältnis. „Wir nutzen dort mit unseren motorisierten Flugzeugen ein genehmigtes Modellfluggelände. Auch deswegen lieben wir diesen Ort.“
Dieter Müller kommt mit Famulus-Traktor – und fünf alten Trabis
Unter dem Dach des Heimatvereins hat sich vor 20 Jahren in Hohenwalde die Arbeitsgruppe (AG) Alte Technik gegründet – die freilich bei der Vorbereitung des Festes fleißig mit anpackte. Einer der Mitglieder: Dieter Müller. Er brachte seinen alten Famulus-Traktor, verbunden mit einem Stationärmotor der Firma Deutz, und gleich fünf „Trabis“ auf den Anger. „Aber nur der vom Baujahr '72 ist zugelassen.“
Getankt wird im Verhältnis 1:40 – „also 1 Liter Öl auf 40 Liter Benzin E10“, klärte er interessierte Festgäste auf. Währenddessen schenkte Ehefrau Mechthild, Chefin der Hohenwalder Partyscheune, Getränke aus, während Sohn Steffen bis in die Nacht hinein als DJ Steffen auf der Dorfplatte für Stimmung sorgte.