Olympiade: Gauß-Schüler reist nach Katar

Seit der 5. Klasse besucht Joris Witte aus Hangelsberg das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium in Frankfurt. Eine weitere Anreise hat er zum IJSO-Wettbewerb. Dafür reist er mit dem sechsköpfigen Nationalteam Anfang Dezember nach Katar.
Lisa MahlkeRund 5000 Jugendliche aus ganz Deutschland hatten sich zuletzt für den vierstufigen Wettbewerb der Internationalen Junior Science Olympiade (IJSO) registriert, darunter Zehntklässler Joris. Er bildet nun mit fünf weiteren Schülern, alle aus Ostdeutschland, das IJSO–Nationalteam. Die sechs fahren Anfang Dezember nach Doha, die Hauptstadt Katars. „Ich bin wirklich doll nervös“, sagt Joris Witte. Er hofft aber, dass während der zehn Tage Zeit für etwas Sightseeing bleibt, wenn der Wettbewerb vorbei ist.
Dieser teilt sich in drei Bereiche: Theorie, Praxis und Multiple–Choice–Fragen. Die Praxisaufgaben lösen die Nationalteams in Dreiergruppen. Ein Lieblingsfach hat Joris zwar nicht. Aber im Bereich Biochemie fühlt er sich am wohlsten. Allerdings: Die drei Teilnehmenden im Nationalteam müssen alle drei Naturwissenschaften beherrschen. „Man kann sich nicht darauf verlassen, dass die anderen das können“, sagt Joris. Ihm liegt die klassische Biologie weniger. „Und Botanik ist eher unbeliebt“, erzählt er. „Das ist vor allem Auswendiglernen.“ In allen Bereichen hat er Lieblingsthemen. In Chemie und Physik seien die Praxisklausuren am spannendsten, in Biologie seien es Experimente in Genetik, Molekularbiologie und Biochemie.
„Joris ist sehr eigenständig geworden. Er hat sich gut entwickelt seit der 5./6. Klasse“, sagt Biologielehrer Frank Heinrich. Er ist Koordinator für Begabtenförderung und betreut auch Joris. Dieser kommt aus Hangelsberg und wohnt unter der Woche im Internat. Nach der Schule kümmert er sich zunächst um seine Hausaufgaben, erzählt der ehrgeizige Schüler. Danach nimmt er sich Zeit für die Übungsaufgaben, die ihn auf Katar vorbereiten. Oft diskutiert er mit seinem Mitbewohner über die Themen.
Zukunft: Naturwissenschaften
Oder er liest. Bei den Bio–, Chemie– und Physikolympiaden bekommt er oft Fachbücher. „Die muss man auch lesen, wenn man sie schon geschenkt bekommt.“ Für Ausgleich sorgt Sport. In der Schule ist er in der Volleyball–AG, freitags, wenn er nach Hause kommt, geht es direkt zum Training beim Volleyballverein.
Was er genau studieren will, weiß Joris Witte noch nicht genau. Ein naturwissenschaftlicher Studiengang soll es aber werden. Auch dabei sind seine Schwestern Vorbild. Die jüngere studiert Sport und Technik, die ältere hat einen Bachelor in Biologie und studiert aktuell Physik.