Ordnungsamt
: Mit Smartphone und Pfefferspray

Überwachung parkender Autos, der Alkoholverbotszonen sowie der Hundehalter. Das Aufgabenfeld des Ordnungsamts ist breit.
Von
Jan-Henrik Hnida
Frankfurt (Oder)
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Zwei Mitarbeiter des Frankfurter Ordnungsamts lassen ein Auto, das ordnungswidrig geparkt wurde, vom Abschleppdienst holen.

Jan-Henrik Hnida

Hüter der Stadtordnung

Bei den Streifen des Frankfurter Ordnungsamtes, welche täglich in Schichten wechseln, wird der ruhende Verkehr sowie die Durchsetzung der Gesetze, Verordnungen und städtischen Satzungen kontrolliert. „Das Aufgabenfeld der Außendienstmitarbeiter hat sich in den vergangenen 10 bis 20 Jahren grundlegend verändert“, erklärt Steffen Wenzek, Leiter des Amtes für Ordnung und Sicherheit. Die Kontrollgänge seien zwar wie früher. Jedoch sind neue Aufgabengebiete hinzugekommen. Der Fokus liegt nun nicht mehr nur auf der Überwachung parkender Autos. Es gelte vielmehr, die Einhaltung der „Stadtordnung" zu kontrollieren. Dazu gehören Alkoholverbotszonen  — gerade im Zentrum –, genereller Leinenzwang für Hunde im gesamten Stadtgebiet, Beseitigung von Verunreinigungen ebenso wie die Einhaltung der Hundehalteverordnung und der Straßenreinigungssatzung.

Zu den täglichen Aufgaben zählen ferner die Fahrzeugführer– und Wohnsitzermittlungen im Auftrag anderer Ämter und Behörden oder die Stilllegung von Kraftfahrzeugen. „Hinzu kommen besondere Situationen mit hilflosen und psychisch auffälligen Personen“, erzählt Wenzek.

Kontrollgang im Team

Die Mitarbeiter im Außendienst arbeiten in zwei Schichten á acht Personen. Die Frühschicht geht von 6 bis 14.30 Uhr und die Spätschicht von 12.30 bis 21 Uhr. Mit den vorhandenen Personalkapazitäten sei es „unrealistisch, in andere Arbeitszeiten zu gehen“, so Wenzek. Beim normalen Kontrollgang gehört ein Smartphone, welches der Erfassung aller Ordnungswidrigkeiten diene, dazu, und bei speziellen Aufträgen eine Sicherheitsweste und Pfefferspray — zum Selbstschutz.

Schafft das Ordnungsamt sämtliche Parkflächen in einem Jahr zu kontrollieren? „Nein, das gelingt uns nicht“, antwortet Wenzke. Allein im Bereich des Parkraumbewirtschaftungskonzeptes gibt es 4100 Plätze. Die Anzahl für das gesamte Stadtgebiet liege nicht vor. Die Kontrollen erstrecken sich nicht nur auf die bewirtschafteten Parkplätze, sondern auch auf die anderen in den einzelnen Stadt– und Ortsteilen.

Sollte jemand außerhalb der Dienstzeiten eine Ordnungswidrigkeiten beobachten, kann die Person elektronisch den Vordruck „Anzeige einer Ordnungswidrigkeit“ (auf frankfurt–oder.de) ausfüllen und an die dort angegebene Adresse senden. Oder das Anliegen wird als E–Mail oder Brief an das Amt für Ordnung und Sicherheit gerichtet. Bei schwerwiegenden Taten muss natürlich die Polizei gerufen werden.

„Aufgrund der Vielzahl an Aufgaben würde ich mir selbstverständlich mehr Mitarbeiter wünschen“, sagt Wenzek offen. Vor allem, weil dies auch die derzeitig arbeitenden Kolleginnen und Kollegen von ihrer Dauerbelastung befreien würde. Allerdings ziehe mehr Personal höhere Kosten nach sich — was im Kontext des klammen Stadthaushalts schwierig ist. Bürgermeister Claus Junghanns kann dem nur zustimmen. Leider sei die Anzahl der Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamts „begrenzt“, sodass sie nicht überall vor Ort sein können – um beispielsweise in Frankfurt Vandalismus einzudämmen (MOZ berichtete).

Fahrradstreife und Beleidigung

Die Mehrzahl der Frankfurter begrüße die Kontrollen und Präsenz der Ordnungskräfte und wünsche sich mehr davon, ist Amtsleiter Wenzek überzeugt. So werden vor allem die Fahrradstreifen sehr gut aufgenommen, die in der warmen Jahreszeit „auf Tour“ gehen. Allerdings werden seine Mitarbeiter beim Ahnden von Verstößen regelmäßig beschimpft und sogar teilweise körperlich angegriffen. Dabei würden sie täglich „ihr Möglichstes zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit geben“.