Ostergottesdienst: Und Abendmahl am nächsten Morgen

Bringen gemeinsam das Oster-Licht: Der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Oderland-Spree, Frank Schürer-Behrmann, Gabriele Neumann, Pfarrerin der ev. Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)-Lebus und Pater Theodor Wenzel von der Katholischen Kirche.
Gerrit FreitagBitte warm anziehen, die Kirche ist kühl, heißt es auf dem Flyer mit der Überschrift „Feuer, das die Nacht erhellt“. Mit ihm werden alle Christen aus der Stadt und ihrem Umland zur gemeinsamen Osternachtfeier am 20. April, ab 21 Uhr, in die St. Marienkirche eingeladen. Und all jene, die sich die Premiere einer Ökumenischen Osternacht nicht entgehen lassen wollen.
Das gemeinsame Vorhaben der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)-Lebus und der Katholischen Kirchengemeinde zum Heiligen Kreuz und zur Rosenkranzkönigin habe sogar die zuständigen Bischöfe beschäftigt, bestätigen Frank Schürer-Behrmann, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Oderland-Spree, und sein katholischer Bruder, Dekan Pater Theodor Wenzel aus der Heilig-Kreuz-Gemeinde. Immerhin ist die Osternacht in der katholischen Kirche der wichtigste Gottesdienst im Jahr.
Ausgangspunkt war eine gemeinsame Fahrt katholischer und evangelischer Christen aus der Stadt im Jahr des Reformationsjubiläums ins Zisterzienserinnenkloster nach Eisleben. „Das war sehr schön, wir haben uns gut verstanden und wollten weiter zusammen arbeiten“, sagt Pfarrerin Gabriele Neumann. Zur Vorbereitung der Osternachtfeier war das Liturgische Institut in Trier um Rat gefragt worden. Nach vielen Treffen und Diskussionen steht das Programm jetzt.
Die Veranstaltung beginnt mit der Lichtfeier: Christen aus beiden Gemeinden werden an einem Feuer vor der Kirche die Osterkerzen, darunter eine zwei Meter große, entzünden und mit dem Gesang "Christ, unser Licht“ in die dunkle Kirche einziehen. Ministranten aus der katholischen Gemeinde werden am Eingang weitere Kerzen an die Besucher verteilen. Die Gastgeber bitten, diese besondere Atmosphäre nicht durch Foto-Blitze zu stören.
Wenn das von Stephan Hardt an der Orgel begleitete Osterlob verklungen ist, beginnt der Gottesdienst. In dem gibt es keine Predigt, wie Frank Schürer-Behrmann erklärt, sondern Lesungen, Gesang und Gebete. Und dann werden vier Erwachsene getauft – je zwei durch Pfarrerin Neumann und Pater Theodor. Die evangelischen Täuflinge sind zwei Iranerinnen, die vom Islam zum Christentum konvertieren. Damit sei Frankfurt Teil einer weltweiten Bewegung, in der Iraner derzeit mit der fundamentalistischen Form des Islam brechen und nach einer religiösen Alternative suchen, erklärt Frank Schürer-Behrmann. In der Osternacht 2018 hatte Gabriele Neumann fünf Iraner getauft. Die vier Täuflinge werden in der Ökumenischen Osternacht kurz berichten, wie sie zum Christentum gekommen sind.
Nach dem Segen laden die Veranstalter zu Brot, Wein, Traubensaft und Ostereiern ein. Nur eines werden Christen in dieser Nacht vermissen: das Abendmahl. Denn in der Frage sind Katholische und Evangelische Kirche getrennt. Es ließ sich kein gemeinsamer Nenner finden, heißt es. Das Abendmahl wird in beiden Kirchengemeinden am nächsten Morgen getrennt nachgeholt.
Ökumenische Osternacht in St. Marien, 20. April, 21 bis 23 Uhr
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