Party in Frankfurt (Oder): Rave in der Kirche – so lief der Techno-Gottesdienst

Gut besucht war der Techno-Gottesdienst zum Auftakt der Christlichen Begegnungstage in Frankfurt (Oder) am Freitagabend (7.6.).
René MatschkowiakStart der Christlichen Begegnungstage am Freitag (7.6.) in Frankfurt (Oder) und Słubice: Zum dreitägigen Treffen der mittel- und osteuropäischen protestantischen Kirchen ist eine Heerschar an Gästen aus dem In- und Ausland in der Doppelstadt zu Gast. Zu einer ganz besonderen Veranstaltung lud am ersten Abend Pfarrer Viktor Weber aus Berlin-Staaken in die Frankfurter Friedenskirche ein. „Vereint in der Musik“ hieß das Motto beim Techno-Gottesdienst.
Mitten im Backsteinbau stand Pfarrer Jiří Šamšula aus Třebenice in Tschechien am Mischpult. Harte Beats wummerten durch das Kirchenschiff. Um 20 Uhr sollte es losgehen, doch anfangs fanden sich nur wenige Gottesdienstbesucher ein. Nach und nach füllte sich schließlich das Gotteshaus zu diesem ungewöhnlichen Event. Überwiegend junge Leute trudelten ein.
Techno und Gebete in der Friedenskirche in Frankfurt (Oder)
Landesbischof Tobias Bilz aus Dresden hielt später die Predigt. Es gab nicht nur Musik und Tanz, sondern auch Gebete. Viktor Weber begrüßte die Besucher und ermunterte dazu, ins Gespräch mit Fremden zu kommen. „Es gibt zwar keine Sitzplätze, aber niemand muss stehen. Ihr dürft tanzen“, rief er der Menge zu. Wer zum DJ am Mischpult blickte, sah im Hintergrund das große Holzkreuz der Friedenskirche. Wie bei einer Schülerfete standen vereinzelt Gruppen schüchtern um die „Tanzfläche“ herum. Doch später geriet die größer werdende Besuchergruppe in Bewegung.

Pfarrer Viktor Weber (l.) aus Berlin sprach zu den Besuchern des Techno-Gottesdienstes in Frankfurt (Oder). Pfarrer Jiří Šamšula aus Třebenice in Tschechien legte auf.
René MatschkowiakEr höre selbst gern elektronische Musik, erzählte der Berliner Pfarrer. Warum also nicht einmal einen Gottesdienst mit Techno kombinieren? Es gebe schließlich in der Bibel kein Gesetz, das das verbiete. Techno passe wunderbar zur Spiritualität, meinte Pfarrer Viktor Weber. „Und er verbindet!“ Dieser Musikstil habe keinen Text und die Hörer könnten sich ganz auf die Musik einlassen.
In seiner Gemeinde in Staaken veranstalte er auch einmal im Jahr solch einen Techno-Gottesdienst. Das ziehe Menschen ab 16 Jahren an, er habe in seiner Gemeinde auch viele Dreißigjährige, Vierzigjährige, die das toll fänden. Helfer hatten in der Frankfurter Friedenskirche am Rande auch eine Bar aufgebaut. Es gab kostenlos alkoholfreie Getränke und Bowle sowie Caipirinha.
Besucherin aus Polen lobt innovative Idee
Eine Besucherin aus Polen zeigte sich sehr angetan. So etwas habe sie noch nicht gesehen, so die etwa 50 Jahre alte Frau. Den Techno-Gottesdienst finde sie „innovativ“, sagte die Frau auf Englisch. Es sei toll, dass die Pfarrer auf diese Art gerade junge Leute ansprechen und für die Kirche gewinnen würden. Später am Abend war dann noch ein gemeinsamer Abschluss an der Stadtbrücke geplant, wo es eine Lichtinstallation geben sollte.


