Polizeieinsätze: Die Bergstraße und der Süden von Hansa Nord bleiben ein Brennpunkt

Der Spielplatz an der Grundschule Am Botanischen Garten zieht an den Wochenenden Jugendgruppen an.
Jan-Henrik HnidaPolizeioberkommissar Till–Justus Hille von der Pressestelle der Polizeidirektion bestätigt, dass es in der (südwestlichen) Bergstraße und im weiteren Umfeld (Kieler Straße, Warschauer Straße) seit dem 1. Juli 2019 insgesamt elf Vorkommnisse gab, „die in Verbindung mit Jugendgruppen stehen könnten“. Fünf Sachverhalte bestätigten sich im Nachhinein nicht oder stellten sich als nicht relevant heraus. „Übrig bleiben demnach sechs Einsätze“. Zwischen dem 1. Juli und 29. Oktober wurde die Polizei dabei allein dreimal gerufen, weil Dinge in Brand gesetzt wurden. Am 19. Juli und am 16. September brannte jeweils eine Papiermülltonne; am 20. September außerdem eine Couch unter einem Pavillon auf der Rückseite der Wohnhäuser der Warschauer Straße in Richtung Grundschule. „Ein Übergreifen der Flammen auf Wohnhäuser oder Ähnliches war zu keiner Zeit möglich“, erklärt Hille. Zu den Tätern werde gegenwärtig noch ermittelt.
Darüber hinaus hätten Anwohner der Polizei eine Ruhestörung auf dem Grundschulgelände gemeldet. Dabei sei ein 26–Jähriger in Gewahrsam genommen worden. In einem weiteren Fall „ist ein auf der Kieler Straße fahrendes Fahrzeug mit abwaschbarer Farbe beworfen worden“, teilt Till–Justus Hille mit. Außerdem knickten Unbekannte an der Kreuzung Beckmannstraße, Bergstraße Straßenschilder um, warfen nach Schulschluss Flaschen auf das Gelände der Grundschule und kippten Mülltonnen um.
Der Gewaltausbruch am 11. Oktober in der Bergstraße sei der bisher schwerwiegendste Vorfall in dem Wohngebiet gewesen, bestätigt die Polizeipressestelle. Ein 41–Jähriger Anwohner hatte Gegröle gehört und gesehen, wie einer der Jugendlichen auf der Motorhaube eines Autos stand. Er wollte die Gruppe zur Rede stellen, nahm ein Kantholz mit, wurde dann jedoch von weiteren Jugendlichen, die dazukamen, mit Fäusten und dem Kantholz attackiert. Er wurde schwer verletzt und erstattete Anzeige. Das Kantholz wurde inzwischen von der Polizei sichergestellt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Derzeit werden Zeugen vernommen und ebenso weitere Zeugen der Attacke gesucht, so Till–Justus Hille.
Polizei appelliert an Anwohner
Das Hansaviertel bzw. das Quartier zwischen Bergstraße, Warschauer Straße und Prager Straße werde vom Polizeirevier Frankfurt (Oder) aufgrund der Vorfälle inzwischen häufiger bestreift. „Auch die Kriminalpolizei und Bereitschaftspolizisten haben den Bereich im Auge.“ Darüber hinaus gebe es mit dem Ordnungsamt der Stadt eine enge Abstimmung. Die Mitarbeiter gehen dort ebenfalls auf Streife. Till–Justus Hille appelliert aber auch an die Anwohner: "Für uns als Polizei ist es von besonderer Bedeutung, dass bei Feststellungen umgehend eine Informationen über die Rufnummer 110 erfolgt!“
