Preise in Frankfurt (Oder) 2024: Strom, Abfall, Winterdienst – wie sich die Kosten ändern

Die Kosten für die Müllabfuhr in Frankfurt (Oder) steigen (Symbolbild)
Sina Schuldt/dpaMehr Bürgergeld, höhere Renten, steigender Mindestlohn – und in der Gastronomie gilt wieder der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. 2024 bringt Veränderungen mit sich. Auch in Frankfurt (Oder). Hier wird im neuen Jahr vieles teurer. Der Überblick über Entgelte, Gebühren und Preise.
Energiepreise: Die Energiemärkte haben sich vorerst beruhigt, und auch die Stadtwerke senken die Preise – jedoch erst zum 1. Februar. Der Arbeitspreis in der Grundversorgung (FF-Klassik Strom) fällt von 46,73 Cent/kWh brutto auf 39,65 Cent/kWh und damit knapp unter die Preisbremse, die es ab 1. Januar nicht mehr gibt. Das bedeutet auch: Im Januar zahlen Stadtwerke-Kunden noch einmal den vollen Preis von 46,73 Cent/kWh. Am Grundpreis von 9,47 Euro pro Monat ändert sich nichts.
Weil die Preisbremse wegfällt, kommen auf Erdgaskunden unter dem Strich Mehrkosten zu
Beim Erdgas sinkt der Arbeitspreis bei einem Verbrauch von bis zu 3600 kWh pro Jahr von 16,61 Cent/kWh auf 14,37 Cent/kWh und für Heizgaskunden (ab 3601 kWh/a) von 16,07 Cent/kWh auf 12,68 Cent/kWh. Doch weil auch hier die Preisdeckelung von 12 Cent/kWh bezogen auf 80 Prozent des Vorjahresverbrauches wegfällt, zahlen Verbraucher unter dem Strich mehr. Die Grundpreise bleiben mit monatlich 3,55 Euro (bis 3600 kWh/a) und 7,02 Euro (ab 3601 kWh/a) gleich.
Unklar ist noch, wie sich die Spar-Beschlüsse der Bundesregierung auf die Strom- und Gaspreise bei den Stadtwerken auswirken werden – allen voran der Wegfall von Zuschüssen für die Netzbetreiber, was die Netzentgelte steigen lässt.
Die Gewichtsgebühr steigt für Restabfälle von 19 Cent pro Kilo auf 22 Cent – beim Bioabfall sind es noch mehr
Müllgebühren: Für die monatliche Abfuhr einer 60-Liter-Restmülltonne summiert sich der jährliche Gesamtbetrag künftig auf 89,14 Euro (bisher 75,79 Euro). Davon entfallen 23,46 Euro auf die Behältergrundgebühr (alt: 16,83 Euro), 30,48 Euro auf die Entleerungsgebühr (zwölfmal / alt: 28,56 Euro) sowie 35,20 Euro auf die Gewichtsgebühr (160 Kilogramm, alt: 30,40 Euro). Für eine 240-Liter-Restmülltonne sind künftig nicht mehr 162,58 Euro zu zahlen, sondern 200,90 Euro.
Die Gewichtsgebühr steigt für Restabfälle von 19 Cent pro Kilo auf künftig 22 Cent. Beim Biomüll geht es von 19 Cent pro Kilo gleich auf 28 Cent hoch.
Die Gründe für die Gebührenerhöhung liegen unter anderem in neuen gesetzlichen Anforderungen, in der CO2-Besteuerung sowie in veränderten vertraglichen Konditionen mit Veolia. Das Entsorgungsunternehmen hatte sich bei der Neuausschreibung der Frankfurter Dienstleistungsholding (FDH) für die Abfuhr und Leerungen des Rest- und Biomülls erneut durchgesetzt und Kostensteigerungen geltend gemacht.
Der Vergleich von Stadt und FWA mit der Leag macht sich für Verbraucher bezahlt
Trinkwasser und Abwasser: Der Trinkwasserpreis bei der FWA bleibt auch im neuen Jahr konstant. Pro Kubikmeter, sprich 1000 Liter, wird auch weiter ein Mengenentgelt von 1,77 Euro brutto fällig.
Positiv wirken sich hier die 5 Millionen Euro aus, die Frankfurt dem Kohlekonzern Leag in einem Vergleich abringen konnte. Der Vergleich war im September nach einer Recherche von Correctiv zwar als Schweige-Vereinbarung öffentlich in die Kritik geraten. Doch das Geld fließt in den bereits begonnenen Ausbau des Wasserwerkes Müllrose, um die Sulfatbelastung im Trinkwasser zu senken. 5 Millionen Euro an Kosten für die notwendige Investition müssen also nicht auf die Verbraucher umgelegt werden.
Gleich bleibt auch das Entgelt für die Niederschlagsentwässerung von 1,11 Euro brutto je Quadratmeter versiegelter Fläche. Lediglich der Preis für die Entsorgung von Schmutzwasser steigt um 15 Cent auf 2,89 Euro brutto pro Kubikmeter, was die FWA unter anderem mit Investitionen im Kanalnetz begründet.
Schneit es in einem Jahr an besonders vielen Tagen, steigen im Jahr darauf die Winterdienstgebühren
Straßenreinigung und Winterdienst: Die Gebühren schwanken von Jahr zu Jahr. Denn die Kalkulationen hängen von mehreren Faktoren ab – von der Menge an Abfall und Dreck, den die Kehrmaschinen zusammentragen, bis hin zum Wetter beim Winterdienst. Schneit es in einem Jahr an besonders vielen Tagen, steigen im Jahr darauf die Gebühren. 2024 sinken die Winterdienstgebühren im Hauptnetz von 1,94 Euro auf 1,53 Euro und im Nebennetz von 1,38 auf 1,09 Euro je Meter.
Die Gebühren für die wöchentliche Straßenreinigung steigen hingen von 1,79 Euro auf 2,02 Euro, für die 14-tägige Reinigung von 90 Cent auf 1,01 Euro je Meter. Für die tägliche Gehbahnreinigung (einschließlich Straßenreinigung) sinken die Gebühren von 18,98 Euro auf 14,30 Euro je Meter.
Fahrten mit Bus, Straßenbahn und dem Taxi werden teurer – ebenso das Erlernen eines Instruments
Nahverkehr: Zum 1. Januar 2024 steigen die Preise im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) – und damit auch in Frankfurt bei der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF). Im Tarifgebiet Frankfurt AB kostet der Einzelfahrschein ab sofort 2,30 Euro (bisher 2,10 Euro). Für die 24-Stunden-Karte sind nun 4,90 Euro zu zahlen (bisher 4,50 Euro). Eine 4-Fahrten-Karte ist für 8 Euro zu haben (bisher: 7,20 Euro).
Der Preis für die 7-Tages-Karte steigt um einen Euro auf 17 Euro, der für die Monatskarte um zwei Euro auf 46 Euro. Wer ein Abo für das Tarifgebiet AB hat, bezahlt ab Januar dafür 35 Euro (bisher 33,25 Euro). Schüler und Azubis zahlten bisher 25 Euro, jetzt sind es 26,50 Euro. Grund für die Anhebung: Steigende Kosten für Kraftstoffe, Personal und Investitionen im ganzen Verkehrsverbund.
Taxipreise:Ab Februar steigt der Grundpreis je Fahrt von 3,20 Euro auf 4 Euro. Für die ersten beiden Kilometer kommen dann weitere 2,70 Euro je Kilometer oben drauf – bisher liegt das Kilometer-Entgelt bei 2,30 Euro. Ab 2 Kilometer kostet jeder weitere Kilometer dann 2,40 Euro, derzeit sind es noch 2 Euro. Für Wartezeiten werden künftig 60 Cent statt wie bisher 45 Cent je Minute fällig.
Städtische Musikschule: 30 Minuten Instrumental- und Gesangsunterricht (Einzelunterricht) kosten künftig 546 Euro im Jahr statt bisher 528 Euro, für längere Unterrichtseinheiten erhöhen sich die Entgelte entsprechend. Auch für andere Angebote der Musikschule werden höhere Entgelte fällig, darunter die musikalische Früherziehung für 4- bis 6-Jährige. Hier steigen die Kosten für 45 Minuten pro Woche von 192 auf 204 Euro jährlich.






Die ganz großen Schlagzeilen meinten es 2023 nicht gut mit Frankfurt (Oder). Allen voran: der zerplatzte Traum vom Zukunftszentrum. Warum es trotzdem gute Gründe gibt, zufrieden auf das Jahr zu blicken.