Regenloser Sommer: Vielgesichtige Trockenheit in Frankfurt
Beim Thema Wassersparen müssen zwei Bereiche unterschieden werden. Einerseits das durch die Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA) zur Verfügung gestellte Trinkwasser, andererseits das aus dem Oberflächengewässern entnommene Wasser zu Bewässerungszwecken. „Die Wasserkapazitäten, die von der FWA bereitgestellt werden, sind immer noch ausreichend“, sagt Kora Kutschbach, städtische Pressereferentin. Durch den insgesamt sparsamen Umgang der Bürger mit Trinkwasser habe sich der Wasserverbrauch in den letzten Jahren bereits stark reduziert.
Laut der Unteren Wasserbehörde dürfen Hauseigentümer weiter Grundwasser mit ihrem Brunnen fördern. Hinsichtlich der Oberflächengewässer sehe die Lage angesichts der auch in diesem Jahr anhaltenden Trockenheit dagegen ernst aus. „Daher ist die Bitte, sparsam mit den Wasserressourcen im Bereich der Oberflächengewässer umzugehen, sehr dringlich“, so Kutschbach.
Pumpen mit Genehmigung
Die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern mittels Pumpen bedürfe grundsätzlich einer wasserrechtlichen Erlaubnis durch die untere Wasserbehörde. Diese Wasserentnahmen fallen nicht unter den Gemeingebrauch, der zum Beispiel das Schöpfen von Wasser mit Handgefäßen gestattet.
Ein achtsamer Umgang mit Wasser im Garten, kann privat schon einiges bewirken. Beim morgendlichen Gießen, kann gegenüber dem in Mittagshitze bis zu 50 Prozent Wasser gespart werden – das ansonsten verdunstet, statt an die Wurzeln zu gelangen. Besonders vorteilhaft für den Wasserhaushalt sei das Gießen mit Regenwasser aus Zisternen auf dem eigenen Grundstück, so die städtischen Baumexperten. So komme das zurückgehaltene Regenwasser dem Wasserhaushalt vor Ort zugute – und bei Starkniederschlägen den Entwässerungssystemen der FWA.
Flanieren Fußgänger an der Oderpromenade entlang und schauen runter – sehen sie erstmal nichts. Denn der Pegelstand der Oder mit etwa 87 Zentimeter (5. August) nähert sich dem niedrigsten bisher registrierten Wasserstand von 81 Zentimetern am 3. September 2003 an. Für den Wassertourismus, wie dem Oderfluss-Charter „Onkel Helmut“ sowie den ortsansässigen Ruderclubs stellt dieser Wasserstand bereits eine Beeinträchtigung dar. Aufragende Sandbänke müssen umschifft, Anlegestellen sorgsam geplant werden.
Trinkwasser ohne Probleme
Auf die Trinkwasserversorgung Frankfurts hat der Pegelstand der Oder keinen Einfluss, da das Frankfurter Trinkwasser im Wasserwerk Briesen auch aus dem Uferfiltrat der Spree gewonnen wird. Hinsichtlich der Wassermenge gibt es aufgrund des intensiven Wassermanagements der Spree keine Probleme.
Ging vor einer Woche eine landesweite Warnung vor herabstürzenden, weil vertrockneten Ästen heraus, sieht es ebenso für die Bäume der Oderstadt nicht rosig aus. Besonders die jungen Bäume dursten, da sie noch kein weitreichendes Wurzelsystem haben. Hinzu kommen die versiegelten Flächen in der Stadt, die den Bäumen eine natürliche Wasserversorgung erschweren. Sehr empfindlich auf Trockenheit reagieren Birken. Andere Baumarten wie Pappeln, Weiden und Eichen reagieren teilweise sogar mit Astabwurf. Von August 2018 bis Juni 2019 wurden bei Baumkontrollen 201 abgestorbene Bäume festgestellt, deren Absterben auf Trockenheit zurückzuführen sei, so die Baumkontrolleure.

