Regenwasser-Defizit: Frankfurt trocknet auf Feldern, in Wäldern und Gärten aus
Wilhelm Herzberg, Obstbauer aus Markendorf, findet es auch viel zu trocken, allerdings hat er die vergangenen Jahre viel Geld in Bewässerungsanlagen investiert, das sich nun auszahlt, wie er erzählt. Das Wasser kommt aus 60 Meter tiefen Brunnen und wird mit Tröpfchenbewässerung an die Baumwurzel geführt. „Allerdings kann auch diese Bewässerung nicht einen Regenschauer ersetzen“, erklärt er. „Dann verändert sich das ganze Mikroklima in der Plantage“.
Vor allem Fichten betroffen
Zwar hat Herzberg auch einige Bereiche mit der sogenannten Überkronenberegnung, allerdings nicht flächendeckend. Bleibt es noch mal so trocken, wie in den vergangenen Jahren, sorgt er sich vielmehr um die Menge des Brunnenwassers. Das werde in einigen Landesteilen schon knapp.
„Noch ist es nicht ganz so schlimm“, sagt Landwirtin Petra Philipp von der Booßener Agrar GbR zu diesem Thema. Die Bodenfeuchtigkeit sei noch gegeben. Vielmehr mache der Frost zu schaffen, der immer noch teilweise jede Nacht in die Pflanzen fährt. „Auf den Feldern, besonders in den Senken, sieht es dann aus, als ob die Pflanzen vertrocknet sind, sie sind aber erfroren“, erklärt sie. Besonders beim Roggen bildeten sich dann große gelbe Flächen.
Im Stadtforst ist Trockenheit auch erneut ein großes Thema. Gerade noch wird an der Schadholzbeseitigung aufgrund der trockenen Jahre 2018 und 2019 gearbeitet. „Allein im vergangenen Jahr wurden rund 2500 Festmeter Schadholz beseitigt. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Fichten, die der Trockenheit zum Opfer gefallen sind. Weitere 1500 Festmeter Schadholz wurden 2020 bereits zusätzlich geerntet, weitere geschätzte 1000 Festmeter müssen noch beseitigt werden“, teilt die Rathaus-Pressestelle mit. Für eine dringende Vitalisierung der Bestände sei die Trockenheit nicht zuträglich. Bleibt es so, sind die Bäume für den Befall durch Borkenkäfer und anderen Forstschädlingen anfällig. Solche befallenen Bestände sind dann nicht mehr zu retten und müssen forstrechtlich unbedingt beseitigt werden.
Ein weiteres Problem stellt die Waldbrandgefahr dar. Von Schädlingen befallenes Reisig müsste nach dem Holzeinschlag an Ort und Stelle einer kontrollierten Verbrennung zugeführt werden. Das ist aufgrund der anhaltenden Trockenheit nicht möglich. Zudem schwärmt der Borkenkäfer um einiges früher aus als unter humideren Bedingungen. Die Flächen der Neuaufforstung sind ebenfalls durch die Trockenheit gefährdet. Diese müssen unter Umständen neu angelegt werden, so die Baumexperten der Stadt.
An Süd-Ländern orientieren
Gottfried Hoffmann vom Stadtverband der Gartenfreunde hält es indes mit den drei großen B´s, um gut durch die vielleicht trockene Gartensaison zu kommen. Die Bodenbearbeitung hilft, Trockenheit im Boden vorzubeugen. Umgraben und es über den Winter liegen lassen, hilft dem Boden Wasser aufzunehmen. Die Bepflanzung kann sich an südlichen Ländern orientieren, wie dem Anpflanzen von Palmenlilien oder Lavendel. Außerdem sollten frühe Sorten bevorzugt werden, meint der Gartenexperte. Bei der Beregnung sei zu beachten, was die Pflanzen mögen: Kartoffeln und Gurken eher von unten, Erdbeeren lieber von oben. Ebenfalls kann Abdecken helfen, dass der Boden nicht zu trocken wird.

