Rosengarten
: Wildpark in Frankfurt (Oder) feiert 20. Geburtstag

Der Wildpark im Stadtteil Rosengarten in Frankfurt (Oder) feiert 20. Geburtstag. Zum Jubiläum werden Nasenbären angeschafft.
Von
René Matschkowiak
Frankfurt (Oder)
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  • Wildparkleiter Jochen Hanschel (l.) verwöhnt die Bergziegen mit einer extra Portion Futter, während Christoph Schuster das Gehege der Tiere säubert. Der Wildpark im Stadtteil Rosengarten in Frankfurt (Oder) feiert 20. Geburtstag. Zum Jubiläum werden Nasenbären angeschafft.

    Wildparkleiter Jochen Hanschel (l.) verwöhnt die Bergziegen mit einer extra Portion Futter, während Christoph Schuster das Gehege der Tiere säubert. Der Wildpark im Stadtteil Rosengarten in Frankfurt (Oder) feiert 20. Geburtstag. Zum Jubiläum werden Nasenbären angeschafft.

    René Matschkowiak
  • Lio aus Berlin ist zu Besuch bei Renate und Hans-Jürgen Büttner  aus Ziltendorf. Zusammen gehen sie oft in den Wildpark.

    Lio aus Berlin ist zu Besuch bei Renate und Hans-Jürgen Büttner  aus Ziltendorf. Zusammen gehen sie oft in den Wildpark.

    René Matschkowiak
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Seine Geschichte ist auch ähnlich zu anderen Projekten, die anfangs vielleicht als unrealisierbar, weil zu teuer, gelten: Es braucht Menschen, die mit ganz viel Enthusiasmus dabei sind. Im Falle des Wildparks in Rosengarten sind es gleich zwei mit diesem Attribut. Der ehemalige Amtstierarzt Bernhard Schröder, der den Wildpark auch gegen Widerstände zum Leben erweckte, und Jochen Hanschel, der ihn seit fast 15 Jahren im Auftrag der Gronenfelder Werkstätten der Wichern Diakonie führt, weiterentwickelt und zu dem gemacht hat, was er heute ist. Immerhin 65 000 Gäste besuchten das Kleinod im Frankfurter Stadtwald 2019, erzählt er stolz. Außerdem ist der Wildpark wichtige Integrationsstätte für Menschen mit Behinderung.

Erholungsort statt Schießplatz

Sechs Fachkräfte und über 20 Beschäftige der Wichern Diakonie kümmern sich um 28 Tierarten mit 270 Tieren und um die Tausenden Besucher. All das an dem Ort, wo 1880 zum ersten Mal kaiserliche Grenadiere ihre Schießübungen abhielten. Bis 1994 blieb der Ort Schießplatz für die gerade bestimmenden Armeen. Danach wurde es ein Ort der Erholung und der Ruhe. Im Juli 1999 wurden die ersten Vermessungen durchgeführt. Im November 1999 die ersten Hängebauchschweine durch den Verein Wildpark Frankfurt (Oder) e.V. gekauft. Mit einem Kinderfest und einigen Reden unter anderem von Bürgermeister Heino Ewert und Gründer Bernhard Schröder dann die große offizielle Eröffnung.

Im Mai 2002 hielt der Linienbus zum ersten Mal an der Haltestelle „Am Wildpark“, zwei Jahre später wurde die Wildparkschule eingeweiht. „Vor 15 Jahren gab es dann erste Gespräche zur Übernahme durch die Wichern Diakonie“, erinnert sich Jochen Hanschel. „Kurz vor dem traditionellen Silvesterkonzert des Brandenburgischen Staatsorchesters habe ich die Schlüssel bekommen. Als ich am 1. Januar 2006 zum ersten Mal aufgeschlossen hatte, lag im gefallenen Schnee ein frisch geborenes Auerochsenbaby“, schaut er zurück. „Da wusste ich, es wird gut.“

Viele Wege und Gehege sind neu erbaut worden. Das ehemalige Offiziershaus beherbergt mittlerweile die Gastronomie und die Sozialräume für die Beschäftigten. Natürlich ist auch hier Corona nicht unbemerkt vorbeigezogen. Allein die Ausfälle durch das Eintrittsgeld dürften 30 000 Euro ausmachen. Dennoch, der Blick ist nach vorn gerichtet, der Spielplatz wieder geöffnet und zuletzt gab es sehr gute Besucherzahlen.

Mehr polnische Übersetzungen

Zum 20. Geburtstag hat sich die Wichern Diakonie entschlossen, das weitläufige Gelände zum Jahresspendenprojekt zu machen. Insbesondere geht es um den Bau eines Geheges für Nasenbären und natürlich deren Anschaffung. Erreicht werden soll das mit Tierpatenschaften und einem Spendentrichter. Außerdem sollen Schüler Geschichten über Nasenbären schreiben, die dann gedruckt und verkauft werden, so Jochen Hanschel.

Die Internetseite des Parks wurde gerade neu gestaltet und wird demnächst ins Polnische übersetzt. Auch die Beschriftung im Park in der Nachbarsprache soll ausgebaut werden. Eine ziemlich große Gruppe machen polnische Besucher aus, weiß er aus Erfahrung. Alle Veranstaltungen im Wildpark in diesem Jahr hat er noch nicht abgeschrieben. Er hofft etwa, dass im Juni Musik im Wildpark in abgewandelten Form stattfinden kann.