"In den letzten Jahren war ich als Einzelfallhelfer bei der Lebenshilfe beschäftigt", erzählt er. Nebenbei macht er seither mehrmals wöchentlich Musik mit den Bewohnern der Lebenshilfe-Wohnstätte Ekkehard Berhold. Obwohl sich Beenisch beruflich inzwischen verändert hat, ist er den 36 Bewohnern mit geistiger oder Mehrfachbehinderung und dem Verein Lebenshilfe in seiner Freizeit treu geblieben.
Für die Bewohner des Hauses sei das gemeinsame Musizieren ein wichtiger Termin, den einige immer heiß erwarten, erzählt er. Besonders ältere Stücke hätten es seinen Musikschülern angetan: Marianne Rosenberg zum Beispiel oder auch Hits von Silly und City werden gern intoniert. Ebenso beliebt ist "Alt wie ein Baum" von den Puhdys. Leider sind die Auftritte in diesem Jahr bisher ausgefallen. Der 30. Geburtstag der Lebenshilfe sollte groß gefeiert werden. Natürlich auch mit einem Auftritt seiner Musikcombo. "Da waren die Leute traurig", sagt er. Vielleicht geht ja an Weihnachten wieder etwas, denn auch beim jährlichen Weihnachtsbasar werde gemeinsam musiziert, sagt Marcel Beenisch. In Seniorenresidenzen wie dem Alloheim sind sie auch schon zusammen aufgetreten. Den Bewohnern macht das gemeinsame Singen und Instrumente spielen große Freude und seinem Co-Musiklehrer Hans-Joachim Clauss, der ihn unterstützt, geht es ebenso. Besonders wichtig sei es, das Taktgefühl bei den Bewohnern zu schulen, dann gelinge es auch später, Instrumente zu spielen, sagt Beenisch. Noch darf der Musikunterricht corona-bedingt nicht stattfinden.

Das Wandern entdeckt

Bis dahin kann sich Beenisch noch seinen anderen Hobbys widmen. Drei Mal die Woche ins Fitnessstudio geht er. "War jetzt auch wichtig nach der Corona-Zeit", lächelt er. Einem Grillabend ist er nicht abgeneigt und das schlage sich eben ohne Sport auch nieder. Zuletzt hat er auch das Wandern für sich entdeckt. "Mit Freunden habe ich einige Touren rund um Frankfurt gemacht", sagt er. In seiner neuen Tätigkeit als Erzieher in der Hansa-Schule hat Beenisch gemerkt, dass die Zeit zuhause Spuren bei den Schülern hinterlassen hat. "Es war wie nach den Sommerferien, da brauchte es bei einigen etwas länger mit der Eingewöhnung." Nun hofft Beenisch, dass es bald mit dem Musikmachen wieder los gehen kann. Schließlich will er im Ekkehard-Berhold-Haus wieder Freude verbreiten.