Schulplätze
: Słubicer Eltern pochen auf Handlungsplan der Doppelstadt

In Frankfurts staatliche Grundschulen gehen 18 Kinder, die in Polen gemeldet sind. In Zukunft gibt es für sie kaum noch Plätze für sie.
Von
Nancy Waldmann
Slubice/Frankfurt
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Symbolbild

Patrick Pleul/dpa

Słubicer Eltern hatten sich in einem Brief an die Bürgermeister von Frankfurt und Słubice gewandt mit der Bitte, ihren Kindern, die derzeit die Eurokita besuchen, einen Schulplatz in Frankfurt zu garantieren. „Im gemeinsamen Handlungsplan steht Bildung an erster Stelle. Aber was hat ein Bürger im Alltag davon, wenn er sein Kind nicht in der Nachbarstadt zur Schule schicken kann“, fragt Sławomir Łopata, einer der Unterzeichner. Auf einen Antwortbrief wartet Łopata bis heute.

René Wilke und Mariusz Olejniczak haben das Thema intern besprochen und wollten für alle derzeitigen Eurokita–Kinder einen Weg finden, teilte die Pressestelle mit. Viele Słubicer Eltern waren davon ausgegangen, dass ihre Kinder nach der Eurokita automatisch auf eine Frankfurter Grundschule wechseln können — so war meist die Praxis. „Aufgrund von Kapazitätsproblemen  in den Grundschulen und vor allem in den Horten, kann eine Aufnahme ortsfremder Kinder nur in Ausnahmen gewährt werden“, teilte die Pressestelle im Rathaus mit. Konkreter formuliert es Christine Malkowsky vom Schulamt: Wenn die Kriterien zur Aufnahme an der Wunschschule erfüllt seien — es zählt etwa die Nähe des Wohnorts zur Schule — hätten die Anträge der in Deutschland gemeldeten Kinder nach Paragraph 6 Vorrang. Denn da greife ein Kostenausgleich zwischen dem Träger der Einzugsschule und der Wunschschule. Bei Aufnahme von in Polen lebenden Kindern gebe es diesen Kostenausgleich nicht. Dafür, so Malkowsky, fehle bisher die gesetzliche Grundlage. Der Handlungsplan der Doppelstadt sei kein Argument.

„Wir haben gehört, der Engpass hat mit dem Zustrom von Migranten zu tun“, sagt Vater Łopata. Malkowsky vom Schulamt entgegnet: „Wir haben immer schon Słubicer Kinder aufgenommen, wenn Plätze frei waren. Aber immer hat es auch Absagen gegeben.“

In den letzten fünf Jahren hat sich die Schülerzahl an den acht städtischen Grundschulen um 188 Kinder auf 2362 erhöht. Dies geht nicht nur auf Flüchtlingskinder zurück (momentan sind es 149 an den Grundschulen), auch polnische Familien haben sich nach 2007 verstärkt in Frankfurt niedergelassen.

Noch freie Plätze für das kommende Schuljahr hat die private Freie Waldorfschule in Frankfurt, teilt Anne Rudolph von der Geschäftsführung mit. Kinder aus Polen seien willkommen, es gebe auch eine muttersprachliche Polnischlehrerin. Interessierte Eltern sollten offen für die alternative Schulform sein und sich zeitnah melden, da in dieser Woche die Aufnahmeverfahren laufen. Die Schulgebühren werden gemäß dem Einkommen der Eltern berechnet werden. Für ALG II–Empfänger belaufen sie sich auf 42 Euro im Monat.