Das Stadtgebiet von Frankfurt (Oder) liegt zwar weder in der Sperr- noch in der Beobachtungszone. Doch Auswirkungen hat der deutschlandweit erste Erkrankungsfall eines Wildschweins an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im nahen Spree-Neiße-Kreis hier trotzdem: „Wir fordern die Besucher des Wildpark Rosengarten jetzt auf, keine mitgebrachten Lebensmittel mehr an unsere Wildschweine zu verfüttern“, sagt Wildparkleiter Jochen Hanschel von den Gronenfelder Werkstätten.

Landgut ist einziger gewerblicher Schweinehalter

Das ebenfalls zur Wichern-Diakonie gehörende Landgut Gronenfelde ist laut Frankfurts Amtstierärztin Claudia Schütte der einzige gewerbliche Schweinehalter in der Stadt. Daneben gebe es noch einige private Halter, die zeitlich begrenzt „ein, zwei Schweine für den Eigenbedarf“ halten, so Schütte. Rückt die Gefahr näher, droht die Verfügung, als Nutztiere gehaltenen Schweine einzusperren.
Schütte und ihre Kollegen im Frankfurter Veterinäramt haben sich auf den ASP-Ernstfall lange vorbereitet: „Wir haben alle Schweinehalter schon im Vorjahr durch Merkblätter über Schutzmaßnahmen informiert, die sie treffen sollten“, nennt die Amtstierärztin ein Beispiel. Zu den Maßnahmen gehören das Aufstellen doppelter Zäune ebenso wie alles, was das Eintragen von Schweinepest-Keimen aus dem Wald oder über verunreinigte Lebensmittel verhindern soll.

Firma kümmert sich um Schutzzaun

Sorgen bereitet Claudia Schütze vor allem die Tatsache, dass es immer wieder Leute gibt, die den Schutzzaun, den die Stadt auf einer Länge von rund 12 Kilometern an ihrem Oderufer aufstellen ließ, zerstören. Festgestellt wurden als Verursacher vor allem Angler und Hundebesitzer. Außerdem seien Teile des Elektrozauns gestohlen worden, berichtet Claudia Schütze. Die Stadtverwaltung hat inzwischen eine Firma mit der Instandhaltung des Schutzzaunes beauftragt, der an der nördlichen Stadtgrenze endet. Denn Märkisch-Oderland hat das Aufstellen solcher Zäune bislang verweigert.
Dem Landeskrisenzentrum hat Frankfurts Amtstierärztin nicht nur ihre und die Hilfe ihrer Mitarbeiter angeboten, sondern auch die der Frankfurter Jäger. Die seien in den vergangenen Monaten, in denen die Schweinepest-Gefahr immer näher rückte, theoretisch und durch Tierseuchenübungen auf den Ernstfall vorbereitet worden und hätten ihre Bereitschaft signalisiert, den Behörden und anderen Waidgenossen in der Region zu helfen, so Claudia Schütte.