Die eisigen Minustemperaturen bleiben Frankfurt (Oder) noch einige Tage erhalten. Die Gewässer in der Stadt frieren langsam zu. Auch am Ufer des Helenesees hat sich bereits eine dünne Eisschicht gebildet.
Helmut Otto, Leiter des Amtes für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen beobachtet die Wetterlage mit gemischten Gefühlen. „Eiseinbrüche gab es im Stadtgebiet in diesem Winter noch nicht“, berichtet er. Doch im Umland waren am Wochenende bereits erste Unfälle zu verzeichnen: bei Rüdersdorf und bei Spreenhagen. Er mahnt daher eindringlich vor dem Betreten von Eisflächen.

Eisdecke ist trotz des Dauerfrosts nicht tragfähig

Trotz des Dauerfrostes sei keinesfalls gewährt, dass eine Eisdecke auf Seen oder Flüssen tragfähig ist. „Grundsätzlich sind fließende Gewässer und Angelgewässer besonders tückisch und gefährlich“, erklärt Helmut Otto. Illegale Abwassereinleitungen könnten ebenfalls zu Gefahrenschwerpunkten führen. Das gleiche gelte für Angelteiche, „besonders wegen der Angellöcher, welche nur dünn überfrieren bzw. unter Schnee nicht erkennbar sind“.
In der Vergangenheit habe die Feuerwehr auf allen Frankfurter Gewässern Eiseinbrüche verzeichnen müssen. „Von den Booßener Teichen über die Kliestower Seen, Schwänchenteich, Lokbad, Fauler See, Güldendorfer See bis zum Helenesee und Nebenarmen der Oder“.

Hinweise von Stadt und Wasserwacht bei Eiseinbrüchen

 Für den Fall, dass es trotz aller Warnungen zu einem Eiseinbruch kommt, haben die Stadt und die Wasserwacht am Montag einige lebensrettende Hinweise veröffentlicht: „Wenn Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt, ist die Fläche nicht zu betreten. Wer sich in diesem Fall bereits auf dem Eis befindet, legt sich flach hin, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen und zum Ufer zu robben“, heißt es darin.
Ist eine Person ins Eis eingebrochen, sollte schnellstmöglich der Notruf 112 gewählt werden. Eingebrochene Personen sollten versuchen, sich vorsichtig am Eis festzuhalten oder heraufzuziehen. Wer sich zum Helfen auf die Eisfläche begibt, sollte dafür eine Unterlage wie eine Leiter, Bretter, Zaunfelder, oder Hockeyschläger verwenden, um das Gewicht zu verteilen. Gerettete sind sofort in warme Decken (Rettungsdecke) oder Jacken zu hüllen und vorsichtig zu erwärmen.