Seifenkistenrennen in Frankfurt (Oder): Das sind die schnellsten und schönsten Flitzer

Beim Seifenkistenrennen in Frankfurt (Oder) gingen viele toll gestaltete Seifenkisten an den Start.
Lisa Larossa- Seifenkistenrennen in Frankfurt (Oder) am 10.5. mit kreativen Designs und vielen Teilnehmern.
- Mathilda fuhr eine lila Katze, inspiriert von "Gabby's Dollhouse".
- Nele siegte in ihrer Altersgruppe mit 19,95 Sekunden und gewann Dekorationspokal.
- Aurelio aus Rosengarten war mit 18,53 Sekunden schnellster Fahrer.
- Stadt unterstützte das Rennen mit 18.000 Euro; zweite Ausgabe geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Alles steht am Hermann-Weingärtner-Weg Richtung Ziegenwerder in Frankfurt (Oder) bereit: Helme, Protektoren, bunt bemalte Seifenkisten, Blumen, Kostüme, Cheerleader und coole Teamnamen: von den Rosengartener Powergirls, über die Bruchpiloten, bis hin zu den Mario-Kart-Allstars und den Dinoblitzen – die Kreativität der Frankfurter war im Vorfeld des Seifenkistenrennens am 10.5. groß. So auch beim Team Majogarnor.
Vater Martin Schnabel erklärt: Der Teamname setzt sich aus den ersten beziehungsweise letzten Silben der Namen seiner Kinder zusammen: John, Edgar Eleanor und nicht zu vergessen Mathilda, sieben Jahre alt, die als Fahrerin des heutigen Tages ganz vorne steht. „Total aufgeregt“ sei sie, verrät ihr Vater. Gleich geht es in ihrer lila Katze die Rampe hinunter, vorbei am Auto des Ordnungsamtes – jedes Kind bekommt Post mit einem Blitzerfoto zugeschickt – und hinter die Ziellinie.
Macht die lila Katze in Frankfurt (Oder) das Rennen?
Aber Moment, eine lila Katze? „Gabby's Dollhouse“ war Inspiration für die Gestaltung der Seifenkiste. Mathilda schaue sich die Serie, in der es ein riesiges Katzenpuppenhaus in Rosa, Lila, Türkis und anderen Farben gibt, gerne an. Entsprechend ist die Seifenkiste ausgefallen, erklärt ihr Vater.

Mathilda fuhr beim Seifenkistenrennen in Frankfurt (Oder) in einer lila Katze.
Lisa LarossaAus Pappmaché ist die Katze gebastelt, mit Acrylfarbe bemalt, die Wackelaugen leuchten sogar im Dunkeln, eine durch Klebeband gestreifte Poolnudel dient als Katzenschwanz, eine Fahrradfahne weht im Wind. Dass so viele Väter mit ihren Kindern getüftelt haben und heute beim Rennen dabei und so engagiert sind, freut besonders die Kinderbeauftragte der Stadt Jacqueline Eckardt.
Sonst sehe man bei solchen Veranstaltungen vor allem Mütter mit den Kindern, sagt sie. Hier hätten oft ganze Familien das Rennen vorbereitet – und zwar „mit ganz viel Kreativität“. Sie lobt die Liebe zum Detail.
Zwei Wochen für die Gestaltung einer Seifenkiste
Die haben auch Sabine Waldow und Tochter Nele bewiesen. Der Vater beziehungsweise Großvater habe alles zusammengebaut, danach haben die beiden innerhalb von zwei Wochen immer wieder an der Dekoration der Seifenkiste gearbeitet. Weil die Zwölfjährige im Team „Blütenblitz“ ist, zieren viele Blumen ihr Gefährt und ihren Helm. Eine Krone – „weil sie die Prinzessin ist“ – wollte erst nicht so recht halten. Dann klebte Sabine Waldow ein Stück Papiertüte dazwischen und es klappte.

Nele hatte nicht nur Blumen, sondern auch eine Krone auf ihrer Seifenkiste. Am Ende wurde sie auch als Schnellste in ihrer Altersgruppe gekrönt.
Lisa Larossa„Irgendwas mit 19“, weiß Nele, ist sie gefahren. Denn bei allen Fahrerinnen und Fahrern wird auch die Zeit gemessen. Welche es bei ihr genau war und ob das schnell ist, weiß sie zu dem Zeitpunkt noch nicht. Allerdings: Zufrieden mit ihrer Fahrt ist sie so oder so. Noch mehr strahlt sie ein paar Stunden später bei der Siegerehrung.
Seifenkistenrennen Frankfurt (Oder): Das waren die Schnellsten
In der Gruppe der Elf- bis Zwölfjährigen belegt sie Platz 1 mit 19,95 Sekunden. Der – nicht nur in seiner Altersgruppe neun bis zehn, sondern insgesamt – Allerschnellste ist Aurelio aus Rosengarten, der bei seiner Fahrt für das Team „Die Rosenraketen“ 18,53 Sekunden erreicht hat. In der Gruppe der Sieben- bis Achtjährigen landet Max auf Platz 1 mit 19,34 Sekunden. Es bleibt aber nicht sein einziger Pokal.
Denn bei der Siegerehrung geht es abgesehen von der Schnelligkeit auch um die Dekoration der Flitzer. Die Jury besteht aus einer Jugendlichen, Stella, und Wolfgang Flieder, dem ehemaligen Oderhähne-Chef. Auch sie sind begeistert von der Kreativität und den Bastelfreuden der Teilnehmenden. Zwei Seifenkisten landen auf Platz 2. Die zweiköpfige Jury ist sich am Ende einig: Max und seine monstergrüne Seifenkiste – zufälligerweise auch Startnummer 1 – bekommen auch noch den großen Kreativitätspokal.
Gleich zwei Pokale – wird eine zweite Ausgabe stattfinden?
„Sehr stolz“ ist sein Vater Steffen Schöne. Er ist Teil des Teams „Monsterbacke“, das zusammengerechnet ebenfalls etwa zwei Wochen an der Seifenkiste gebaut hat. „Der Opa hat das Holz gesponsert“, erzählt er. Die Farbe hat sich Sohn Max selbst ausgesucht. Beim Bauen haben sie auf Aerodynamik geachtet, „scheint ja was gebracht zu haben“, so Steffen Schöne: mit Radabdeckung und Spoiler. Und ja, er ist gelernter Kfz-Mechatroniker.

Max mit seinem Vater Steffen Schöne bei der Siegerehrung. Das Team Monsterbacke mit der monstergrünen Seifenkiste bekam gleich zwei Pokale.
Lisa Larossa43 Kinder fahren mit – einige, die sich für September angemeldet hatten, sind mittlerweile zu groß für die kleine Seifenkiste geworden. Viele wünschen sich eine zweite Auflage der Veranstaltung, die im September wegen des Hochwassers verschoben worden war. Wenn sich Unterstützer finden, wäre die Kinderbeauftragte zusammen mit all den Ehrenamtlichen wieder dabei, gibt sie zu verstehen.
Die Stadt hatte das Rennen mit knapp 18.000 Euro aus dem Budget des Runden Tisches Kinderarmut unterstützt. Auch Firmen und Privatpersonen spendeten Geld. Doch ohne Ehrenamt, betont Jacqueline Eckardt, wäre dieser tolle Tag, der mit einem Autokino endet, nicht möglich gewesen.

