Skalar-Festival 2024 am Helenesee
: Hunderte tanzen bei Frankfurt (Oder) – was die Party bietet

Das Skalar-Festival 2024 am Helenesee läuft, und noch gibt es Tickets für die Party bei Frankfurt (Oder). Das Fest lockt mit Musik, Sauna und Streetfood.
Von
Leonard Palm
Frankfurt (Oder)
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Leuchtende Location beim Skalar-Festival am Helenesee bei Frankfurt (Oder).

Leuchtende Location beim Skalar-Festival am Helenesee bei Frankfurt (Oder).

Leonard Palm

Große Party am Helenesee: Noch bis Sonntag (9.6.) wehen auf dem Skalar-Festival bei Frankfurt (Oder) elektronische Rhythmen durch die Lüfte. Überall zwischen den drei kleinen Bühnen, galaktischer Dekoration und wohlschmeckenden Essensständen tanzen und feiern gut gelaunte Leute. Es ist eines der größeren Festivals und Partys in diesem Sommer am Helenesee.

Noch staut sich eine kurze Kolonne aus Autos, Bussen und Wohnmobilen auf der Straße von Lossow zum Helenesee. Fast alle Kennzeichen beginnen mit dem B für Berlin. Aus der näheren Region, vor allem aus Frankfurt (Oder), sind nur wenige Nummernschilder zu sehen. Als alle Angereisten geparkt und ihre Zelte aufgeschlagen haben, zählt die Security am Eingang rund 1.700 Besucher. Das sind eigentlich zu wenige: Selbst wenn die erwarteten 2.500 Gäste kommen, reicht das dem Vernehmen nach kaum aus, um die Kosten zu decken. Dabei hat das Skalar-Festival viel zu bieten.

Wie durchs Weltall schweben: Tanzen vor der Helenesee-Kulisse

Auf dem Weg über das Gelände ein Blick nach oben: Tausende Sterne funkeln aus dem schwarzen Nachthimmel über dem Helenesee. Es duftet nach Räucherstäbchen. Zwischen den Stämmen der Kiefern und Birken leuchten lila Lichter aus der Ferne hervor. Von dort trommelt auch schon die Steckdosenmusik. Auf dem Weg zwischen den Zelten und Bussen hindurch klingen sanfte Beats und traumhafte Melodien immer lauter.

Neben den Musikstages gibt es auch romantische Orte auf dem Skalar-Festival bei Frankfurt (Oder)

Neben den Musikstages gibt es auch romantische Orte auf dem Skalar-Festival bei Frankfurt (Oder)

Leonard Palm

Das Motto für Musik und Dekoration des Geländes sind das Universum und seine Galaxien. Über dem gräsernen Dancefloor der ‚Krasseiopaia‘-Bühne etwa bricht das Licht durch einen bunten Astralleib aus Plexiglas und taucht die gut hundert Tanzenden in immer wieder neue Farben. Eine riesige Hand über der Bühne hebt mechanisch ihre Finger. Laser, die auf Discokugeln gerichtet sind, bersten im Nebel zu sphärischen Planeten. Eigentlich spielt hier Deephouse, als die DJ jedoch einmal Abba auflegt (‚Gimme Your Heart‘), flippt die Crowd komplett aus.

Der Mainfloor ‚Skalahara‘, wo schon am Anreisetag dreihundert Leute tanzen, wirkt wie ein Piraten-Raumschiff aus Holz. Die irren Lampen und Lichtmaschinen sind Spolien aus ehemaligen Wiener-Szeneclubs. Dazwischen geht es ruhiger zu: Etwa hängt da eine Discokugel zwischen den Kiefern und verwandelt das Wäldchen in einen 360-Grad-Sternenhimmel, tausende Punkte funkeln über Böden, Bäume und die romantischen Sitzgelegenheiten. Ein junges Pärchen sitzt auf einer der Bänke und versteckt sich wie die Liebenden von Magritte unter einem Kusstuch.

Im Hochzeitskleid tanzen oder splitternackt saunieren

Mit viel Kreativität haben Bühnenbildner und die Techniker für Sound und Licht eine magische Atmosphäre wie im Film gebaut. Im Nebel verschwimmen die DJs aus dem klangvollen Line-Up mit den Tanzenden. Alle sind nett und haben viel Spaß beim Feiern. Manche tragen irre Klamotten: Hautenge Anzüge aus Spiegelfolie etwa oder Jacken mit LED-Bildschirm, auf dem Schriftzüge über den Rücken fahren.

Auf einer kleinen Stage, die in einer Jurte untergebracht ist, läuft amazonischer Techno. „In the Jungle“ singt eine verzerrte Stimme, vor dem Set tanzen ein riesiger Wolf und ein Leopard zusammen. Wer lustige Outfits liebt und nichts Passendes im Schrank hat, kann sich übrigens im Kostümzelt nebenan die verrücktesten Verkleidungen ausleihen. Wer möchte, kann unter anderem in einem Hochzeitskleid (!) durch die Galaxie raven.

Wem nach dem langen Tanzen die Knochen wehtun, findet auch Regeneration: Denn auf dem Gelände gibt es eine 24 Stunden geöffnete, gemütliche Holzsauna mit Platz für etwa zwanzig Leute. Stündlich werden neue Düfte aufgegossen, wie etwa Birke, Lavendel oder der Geheimtipp Basilikum. Daneben steht ein Massagezelt, in dem hawaiianische Ölmassagen sinnlich verwöhnen oder die Deep-Tissue-Massage, die tief ins Gewebe drückt und den Körper wieder gerade rückt.

Bio-Streetfood aus Brandenburg am Helenesee-Festival

Auch für Verpflegung ist mit dem Food-Court und seinen Streetfood-Ständen gesorgt. Von einem Stand duften Blumenkohl-Pommes, von einem anderen die „Brandenbowl“ aus Möhrenslaw und Schmorzwiebeln. Die Foodtrucker kommen dabei fast alle aus der näheren Umgebung. „Am Anfang mussten wir das Seelower Biogemüse beim Großhändler in Berlin kaufen, jetzt kriegen wir es direkt vom Bauern – er ist schließlich unser Nachbar“, gibt eine Verkäuferin aus Alt Tuchebad Einblick über die Herkunft ihrer Zutaten.

Tim und Rike aus Alt Tucheband in ihrem Foodtruck auf dem Skalar-Festival

Tim und Rike aus Alt Tucheband in ihrem Foodtruck auf dem Skalar-Festival

Leonard Palm

An Atmosphäre, Musik und Ausstattung des Festivals kann es also nicht liegen, dass es nicht wirklich voll wird – was ja auch nicht jeder schlecht findet. Vielleicht liegt es aber auch an etwas unflexiblen Ticketpreisen. 145 Euro kostet das Ticket für das Wochenende, Tageskarten gibt es aber nur für Sonntag (45 Euro).

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