Sommerklänge Frankfurt (Oder)
: Besonderes Instrument bei Klassik ohne Grenzen in Polen

InterviewDie Festivalreihe „Klassik ohne Grenzen“ geht in Frankfurt (Oder) und Słubice weiter. Ein Duo aus Polen spielt auf einem besonderen Instrument.
Von
Marlena Dumin
Słubice
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Beim Auftritt im Rahmen des Festivals „Klassik ohne Grenzen“ in Frankfurt (Oder) und Słbice präsentieren die Musiker unter anderem Hits wie „Dance Macabre“ und „Brasileira“. Im zweiten Teil des Konzerts steht Tango auf dem Programm.

Marcin Chmielewski

Das Festival „Klassik ohne Grenzen“ ist in vollem Gange. Die Bewohner von Frankfurt (Oder) und Słubice können die Klänge klassischer Musik im Freien, in der Marienkirche in Frankfurt (Oder) sowie in der Aula des Collegium Polonicum in Słubice genießen. Am Samstag (17.8.) um 19 Uhr kann man dem Auftritt des Duos Karmelita Pończocha im Programm „Tango mit Marimba“ lauschen.

Die Künstler sind gebürtige Słubicer und kennen sich seit Jahren, da sie bereits als Kinder ihre musikalische Reise an der Musikschule in Słubice begonnen haben. Derzeit unterrichtet Monika Pończocha Klavier an den Musikschulen in Beeskow und Słubice, während Kamil Karmelita Schlagzeug in Frankfurt (Oder) lehrt.

Ihr habt euch vor 20 Jahren an der Musikschule in Słubice kennengelernt.
Kamil Karmelita: Ja! Später gingen wir auf verschiedene Schulen, aber die Geschichte hat wohl einen Kreis geschlossen. Wir sind hierher zurückgekehrt und werden gemeinsam ein Konzert geben. Monika Pończocha-Górna: Wir beide begannen im Alter von sieben Jahren mit dem Instrumentunterricht: ich mit Klavier, Kamil wechselte später zum Schlagzeug. Beide gingen wir nach Posen zur weiterführenden Schule. Dann trennten sich unsere Wege. Kamil studierte an der Musikakademie in Posen, ich in Bydgoszcz und absolvierte auch ein postgraduales Studium der Musiktherapie.

Ihr habt selbst sehr früh mit dem Musizieren begonnen und arbeitet jetzt mit Kindern. Was braucht es, um die Musikschule erfolgreich abzuschließen?
Monika: Grundlegend sind Gehör und Rhythmusgefühl. Man muss Charakter haben: Das bedeutet, nicht sofort aufzugeben und fleißig zu sein. Während der Schulzeit, wenn ich im September einen Wettbewerb hatte, spielte ich in den ganzen Sommerferien vor allem Klavier. Je höher das Niveau, desto mehr muss man üben. Im Studium bis zu sechs Stunden täglich.

Ihr verbindet jetzt eure Arbeit mit eurer Leidenschaft.
Monika: Bei mir dreht sich alles um die Musik: Ich plane, suche Noten, übe, organisiere Proben. Aber das ermüdet mich nicht. Ich mag auch, dass jeder Tag anders aussieht.
Kamil: Ein solches Leben ist ein ständiges Lernen von Neuem. An der Schule in Frankfurt (Oder) unterrichte ich Erwachsene. Ein Schüler wollte nur ACDC-Songs spielen. Bis dahin hatte ich mich eher mit klassischer Musik beschäftigt, und durch ihn habe ich viele verschiedene Musikstile kennengelernt.

Klassische Musik. Warum sollte man sie hören?
Monika: Sie beruhigt auf jeden Fall, bereichert das Innere, erzeugt viele Emotionen. Wenn man in die Philharmonie geht und das gesamte Orchester hört und wie alle Instrumentengruppen zusammenklingen – das ist sehr interessant und schön für Ohr und Auge – die Menschen schauen gerne Musik. Es ist ein multisensorisches Spektakel.

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Monika Pończocha-Górna betont, dass es wichtig ist, Fleiß und Leidenschaft zu verbinden, um beim Klavierlernen durchzuhalten.

Weronika Kozanecka

Was habt ihr für das Konzert am Samstag vorbereitet?
Kamil: Es wird viele musikalische Farben geben: Werke für Klavier und Marimba in unseren Arrangements, für Vibraphon – die Klänge werden mit Geigenbögen erzeugt. Ich werde auch auf der Multi-Perkussion spielen. Wir haben verschiedene Soundeffekte hinzugefügt, zum Beispiel Wasserrauschen.
Monika: Im ersten Teil des Auftritts spielen wir unter anderem Hits wie „Dance Macabre“ und „Brasileira“. Im zweiten Teil dann Tangos.

Die Marimba ist ein Instrument, das...
Kamil: ... in afrikanischen Ländern entstanden ist. Sie besteht aus Holzstäben, meist aus Padouk- oder Rosenholz. Die Stäbe sind unten mit Schleifpapier bearbeitet. Jeder Stab wird mehr oder weniger geschliffen, je nachdem, welchen Klang man erzielen möchte. Je größer der Stab, desto tiefer der Ton. Die Länge des Instruments hängt davon ab, wie groß der Tonumfang sein soll. Die Marimba, die ich spiele, ist etwa 3 Meter lang.

Ihr bereitet euch zunächst getrennt auf die Auftritte vor. Wie viele Stunden habt ihr gemeinsam für den Auftritt „Klassik ohne Grenzen“ geübt?
Monika: Etwa 80 Stunden.

Sind Konzerte und Auftritte stressig für euch?
Kamil: Immer. Der Schlüssel zum Erfolg sind Erfahrung und das Lernen, wie man den Vorauftrittsstress in etwas umwandelt, das stärkt und noch mehr motiviert, aber nicht lähmt.

Am Wochenende 17. und 18. August stehen zwei Konzerte im Rahmen von „Klassik ohne Grenzen“ an: 17.8., 19 Uhr, „Tango mit Marimba“ im Collegium Polonicum in Slubice und 18.8., 11 Uhr, „The best of Kroke“, Lienaupark in Frankfurt (Oder). Der Eintritt ist frei.