Sportschießen
: Inder trainieren an der Oder

Die Nationalmannschaft aus Indien ist erstmals zu Gast am Schießsportzentrum in Frankfurt.
Von
Kerstin Bechly
Frankfurt (Oder)
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Gemeinsam am Schießstand: Die Nationalkader aus Indien mit Saurabh Chaudhary, Chinki Yadav, Manu Bhakar und Deepak Kumar (hinten von links) haben regelmäßig mit den Sportschülern, hier Lisa-Marie Queitzsch, Kira Bernstedter und Emily Budnik, trainiert.

michael benk

„Unser Trainer Herr Spiegel hat uns gesagt, wir sollen beobachten, wie sie schießen oder wie lange sie nachzielen. Ich habe auch auf die Vorbereitung der Technik geschaut“, erzählt Siebtklässlerin Lisa-Marie Queitzsch. Ihre Sportschulkameradin Emely Budnik ergänzt: „Es ist interessant zu sehen, wie es die Profis machen, die ganz oben stehen.“ Aber, so geben es beide Luftpistolenschützinnen zu, etwas Neues haben sie nicht probiert, sondern halten erst mal an ihrer Technik fest. So kurz vor den Landesmeisterschaften (siehe Info-Kasten) wollen sie kein Risiko eingehen. Denn da wollen sie sich für die Deutschen Titelkämpfe empfehlen, bei denen Emely vor einem Jahr als eine der Jüngsten einen achtbaren 18. Platz von über 100 Startern erreicht hatte.

Vorbereitung auf den Weltcup

In anderen Dimensionen agieren bereits die 34 indischen Pistolen- und Gewehrschützen mit Trainern und Betreuern, die bis Mittwoch am Schießsportzentrum  Frankfurt trainiert haben. In ihren Reihen finden sich die Pistolenspezialisten Saurabh Chaudhary, Sieger des Junioren-Weltcups in Delhi und der Asien-Spiele 2018, und Manu Bhakar (17), die die Commenwealth-Spiele 2018 und vier Weltcups gewann. Mit dem Luftgewehr sicherte sich Divyansh Singh Panwar einen zweiten Platz beim Weltcup der Männer in Peking. Er wie beispielsweise auch Abhishak Verma zählen zu den Olympia-Hoffnungen Indiens. Beim Weltcup in München ab Freitag wollen sie sich Quotenplätze für ihr Land sichern. „In Frankfurt haben wir uns darauf vorbereitet. Wir sind das erste Mal hier und konnten gut trainieren. Unterkünfte und Trainingshallen liegen dicht beieinander. Das war gut“, lobte Trainer Samaresh Jung.

Für die Mannschaft war es eine der wenigen Gelegenheiten, gemeinsam zu trainieren, da die Schießsportzentren bis zu 2000 Kilometer weit auseinanderliegen. Jung fand es interessant, das System der Sportschulen in Deutschland kennen zu lernen. „Das gibt es bei uns nicht. Wer Sportschütze werden möchte, startet einfach bei einem Wettkampf. Wer gut ist, schließt sich einem Zentrum an. Die gibt es auf lokalen bis hin zu nationalen Ebenen“, erzählt der 49-Jährige.

Über das Interesse der indischen Sportschützen an Frankfurt freute sich auch Manfred Kurzer, Objektleiter des Schießsportzentrums an der Autobahn. „Bei uns trainieren drei Inder regelmäßig. Sie haben ihren Trainern von den guten Bedingungen hier erzählt. So kam der Kontakt zustande“. In den vergangenen Jahren gehörten die Weißrussen zu den regelmäßigen Gästen. Doch nach dem Bau einer Anlage in Minsk trainieren sie nun dort zentral.

Landesmeisterschaften am Wochenende

Die Schüler ermitteln mit Luftpistole und -gewehr in den Disziplinen Standard und Mehrkampf sowie Lichtpunkt ihre Landesmeister.

Mit der Luftspistole gehen auch die Jugend- und Herrenklassen im Standard und Mehrkampf an den Start.

Bei den  Vorderladerschützen stehen fünf Sportdisziplinen mit Perkussions- und Steinschlosswaffen an.

Der Wettkampftag beginnt um 9.30 Uhr.

Mit dem Kleinkaliber sind am Sonntag ab 10 Uhr Wettbewerbe für alle Altersklassen (Pistole/Revolver) ausgeschrieben.⇥keb