Sportschießen: Schützen zielen auf 30 000 Scheiben

Trap-Schütze Marek Reinhold von der Schützengilde Frankfurt landete bei den Schülern auf Rang 2.
MICHAEL BENKEs ging laut zur Sache am Schießsportzentrum an der Autobahn. Im Sekundentakt flogen die Tonscheiben aus der Wurfmaschine und wurden von den Flintenschützen ins Visier genommen.
Bei der 7. Auflage des Brandenburg-Cups kamen Sportler aus sieben Nationen zusammen – neben Deutschland aus Polen, Dänemark, Norwegen, Finnland, der Slowakei und den USA. Während es im Skeet Sieger aus mehreren Ländern gab, dominierten in den verschiedenen Altersklassen im Trap die Skandinavier. So sicherten sich beispielsweise die Finnen bei den Junioren die Plätze 1 bis 3 und 5 bis 7, bei den Männern belegten Schützen aus Dänemark die Ränge 1, 3, 4, 6 und 7.
Auch die Schützengilde Frankfurt 1406 war stark auf den vorderen Plätzen vertreten. Den Sieg im Trap holte sich bei den Frauen Bettina Valdorf. Die Lokalmatadorin zeigte mit 47 Treffern im Finale eine starke Leistung und verteidigte ihren Titel aus dem Vorjahr. „Es ist immer schön, an seinem Heimatstand einen Wettkampf zu haben. Es nimmt Druck weg, wenn man hier jeden Tag trainiert und alles kennt“, sagte die 21-Jährige, die seit sieben Jahren Sportschützin ist. Valdorf fährt nun zum Weltcup nach Südkorea und hofft darauf, dort die Kadernorm zu schießen. Ihr großes Ziel sind die Olympischen Spiele. „Japan im nächsten Jahr ist zwar unwahrscheinlich, aber ich bin ja noch jung.“
„Olympiasiegerin“ gibt auch Kathrin Murche selbstbewusst als ihren Traum aus. Die 19-Jährige von der Schützengilde Frankfurt war bereits zum vierten Mal beim Brandenburg-Cup dabei und sicherte sich im Trap bei den Juniorinnen mit 43 von 50 möglichen Treffern im Finale den Sieg. „Mein Wettkampf war durchwachsen. Ich hatte mit Kälte und Wind zu kämpfen, da fällt es etwas schwer, sich zu motivieren“, berichtete Murche, die der Sportfördergruppe der Bundeswehr angehört. Als ihr Vorbild nennt sie Karsten Bindrich, der 2003 Weltmeister im Trap wurde.
Bis dahin ist es für John Rähm noch ein langer Weg. Der 18-Jährige landete bei den Trap-Junioren zwar nur auf einem hinteren Platz, konnte dem Wettkampf dennoch viel Positives abgewinnen. „Für mich ist der Brandenburg-Cup immer ein Höhepunkt im Wettkampf-Kalender. Hier kann man sich vor Ort mit internationalen Schützen messen. Mein Trainer sagt, ein Wettkampf ist die beste Möglichkeit zu üben, unter Druck Leistung zu bringen“, erklärte der Frankfurter.
Zufrieden mit der Veranstaltung zeigte sich auch Karsten Beth. Der Stützpunkttrainer agierte als Wettkampfleiter und konnte mit insgesamt 160 Flintenschützen einen neuen Teilnehmerrekord vermelden. „Alles hat reibungslos funktioniert und die Anlage war tip top vorbereitet. Auch aus Frankfurter Sicht waren die Ergebnisse sehr positiv“, sagte Beth. Mit seinem Team hat er errechnet, dass an den vier Tagen des Brandenburg-Cups bei Wettkämpfen und Training etwa 30 000 Wurfscheiben zum Einsatz gekommen sind – zum Stückpreis von etwa zehn Cent.
Die Disziplinen beim Wurfscheibenschießen
Beim Brandenburg-Cup wurde in den Disziplinen Trap und Skeet geschossen. Beim Trap, das seit 1900 olympisch ist, wird mit Schrotpatronen in Serien auf jeweils 25 Wurfscheiben geschossen. Die Stände, von denen geschossen wird, liegen nebeneinander im Abstand von drei Metern.
Auch beim Skeet wird eine Serie von 25 Wurfscheiben geschossen. Es darf jeweils nur ein Schuss auf die Wurfscheibe abgeben werden, wobei die Schrotladung maximal 24 Gramm betragen darf. Der Schütze ruft die Scheiben ab, nach dem Abruf verstreichen zwischen null und drei Sekunden, bevor die Wurfscheibe sichtbar wird. ⇥hrö
