„Warum spielen Sie denn bei dem schönen Wetter nicht im Getraudenpark?“, fragte eine Dame, die etwas verspätet zur Marienkirche in Frankfurt (Oder) kam. Offensichtlich hatte die Nachricht, dass das vorletzte Konzert aus der Reihe „Sommerklänge – Klassik im Park“ witterungsbedingt in die Marienkirche verlegt wurde, vorab nicht jeden erreicht. Und tatsächlich strahlte am frühen Sonntagmittag (29. August) die Sonne über der Stadt. Doch vorhergesagt war eben Regenwetter, weshalb das Stadtmarketing bereits unter der Woche umdisponierte.

Die 200 Sitzplätze reichten nicht aus

Dass die Veranstalter in die Kirche wechselten, tat dem Zuspruch keinen Abbruch. Die zuvor gestellten 200 Sitzplätze reichten nicht aus. Vor dem Eingang warteten zu Beginn des Konzerts noch Dutzende Besucher. Nach Rücksprache mit dem Leiter des Gesundheitsamtes wurde kurzerhand allen Wartenden dann aber doch noch Einlass gewährt. Denn Platz ist in der Kirche ja genug. Viele hatten sich, wie bereits in den zurückliegenden Wochenenden, ohnehin selbst Stühle für das vom Stadtmarketing entwickelte, überaus erfolgreiche Veranstaltungsformat mitgebracht.
Diesmal spielte das Hornquartett des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt (BSOF). Geboten wurde dabei nicht nur einen exquisiter musikalischer Vortrag. Das BSOF-Hornquartett nahm sein Publikum zudem mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte seines Instruments. Falk Höna, der stellvertretende Solohornist des Staatsorchesters, erklärte und demonstrierte zwischen den Musikstücken, wie schon vor tausenden Jahren auf Naturhörnern geblasen wurde.

Weit gespanntes musikalisches Programm

Bereits das Alte Testament der Bibel kennt das aus dem Horn eines Widders gefertigte Schofar. Falk Höna führte das ventillose Jagdhorn vor, mit dem sich nur Naturtöne spielen lassen, erwähnte, dass Hornisten in den fürstlichen Hofkapellen einst („zu Recht“) die bestbezahltesten, weil technisch am meisten geforderten Musiker waren und wie im 19. Jahrhundert die Erfindung der Ventile die Spielweise und das Repertoire des Waldhorns revolutionierte. Entsprechend weitgespannt war auch das musikalische Programm des Hornquartetts, das von der Renaissance- und Barockzeit bis in die Moderne führte.
Das Hornquartett des Staatsorchesters Frankfurt (Oder) nahm das Publikum auch mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte seines Instrumentes.
Das Hornquartett des Staatsorchesters Frankfurt (Oder) nahm das Publikum auch mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte seines Instrumentes.
© Foto: Uwe Stiehler/BSOF
Wer dieses Sommerklänge-Konzert verpasst hat, hat am 12. September erneut die Chance, Musik für Hornquartett zu hören. Denn bei seinem Tag der offenen Tür in den Messehallen wird das Staatsorchester neben Werken von Mozart, Michail Glinka, Carl Maria von Weber und Alexandre Tansman Auszüge aus Nikolai Tscherepnins berühmten Hornkonzerten aufführen.
Vorher, am 5. September, 11 Uhr, gibt das BSOF auf dem Frankfurter Anger ein Gratis-Konzert zum Abschluss des Frankfurter Musiksommers – als Geschenk zum 20. Geburtstag des Kleist Forums und für alle Musikfans der Stadt. Frühzeitiges Erscheinen sichert die besten Plätze.