Die Deutsche Einheit war möglich, weil es mutige Menschen gab, die – das Vorbild der Solidarnosc vor Augen – die friedliche Revolution herbeigeführt haben. Sie konnte Wirklichkeit werden, weil sich das vereinte Deutschland in das zusammenwachsende Europa eingebunden hat.
Ein Kind der friedlichen Revolution und der europäischen Einigung ist die Europa-Universität Viadrina. Sie wurde Wirklichkeit, weil Frankfurterinnen und Frankfurter diese Idee nach vorne brachten und weil sich mit Manfred Stolpe ein Ministerpräsident fand, der sie sich zu eigen gemacht hat. Die letzten 30 Jahre waren für Frankfurt Zeiten des großen Umbruchs, viele, vor allem junge Menschen sind fortgegangen, manche Hoffnungen auf eine neue industrielle Blüte haben sich zerschlagen.

Viadrina-Uni gehört fest zur europäischen Doppelstadt

Und doch ist vieles gewachsen, das das Fundament für eine positive Entwicklung der Stadt bildet. Die Viadrina ist Teil dieser Entwicklung. Sie ist eingebunden in das Netzwerk an Menschen und Institutionen, die Frankfurt (Oder) zu einer lebens- und liebenswerten Stadt in der Mitte Europas machen, sie gehört fest zur europäischen Doppelstadt Frankfurt (Oder)-Słubice. Die Studierenden der Viadrina und des Collegium Polonicum beleben die Stadt – und wir alle wünschen uns, dass mehr von ihnen die Doppelstadt zu ihrer Heimat machen.
Als aktiver Teil der internationalen Wissenschaftslandschaft trägt die Viadrina zur Sichtbarkeit und zur Internationalität der Doppelstadt bei. Ihre Gründungsmission, die deutsch-polnische Partnerschaft zu festigen und Brücken zu schlagen, hat an Aktualität nichts verloren. Aber wir müssen sie neu interpretieren, um Antworten auf die heutigen Herausforderungen finden zu können.

Neuanfang mit European New School of Digital Studies

Mit der European New School of Digital Studies wagen wir einen neuen Anfang: gemeinsam mit der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań wenden wir uns der Zukunftsfrage der digitalen Transformation der Europäischen Gesellschaften zu. 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 30 Jahre nach der Deutschen Einheit sind wir uns unserer Vergangenheit bewusst.
In Respekt vor den Erfahrungen und Lebensgeschichten der Menschen in der Region und den Werten von Freiheit und Demokratie verpflichtet, nehmen wir die Aufgabe an, die europäische Zukunft aus der Doppelstadt heraus mitzugestalten.