Stadtfest
: Band Nazareth kommt zum Bunten Hering

Die Band Nazareth war stilprägend für den Rock. Vor dem Auftritt beim Bunten Hering sprach die MOZ mit Gründungsmitglied Pete Agnew.
Von
Jan-Henrik Hnida
Frankfurt
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Gründungsmitglied Pete Agnew, Jimmy Murrison, Carl Sentance und Lee Agnew treten am 13. Juli in Frankfurt auf. Seit 1968 tritt die Hardrockband Nazareth weltweit auf.

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Die Band Nazareth steht am 13. Juli beim Bunten Hering auf der Stadtwerkbühne. Die Schotten zählen zur ersten Generation des Hard Rock, eine Stilrichtung, die sie nach ihrer Gründung 1968 maßgeblich mitprägten. Im Interview spricht Gründungsmitglied Pete Agnew über das Tourleben und den inneren Antrieb.

Pete, Eure Band hat die meisten Ihrer Auftritte in Deutschland. Was gefällt Euch hier?

Pete: Die Landschaft ist herrlich. Es ist ein sehr schöner Teil Europas. Außerdem seid ihr nette Leute und das Wetter passt meistens auch. Wir haben alleine schon in diesem Jahr 20 oder 30 Mal in Deutschland gespielt. Das kommt auch daher, weil ihr Hunderte Feste, wie euren Bunten Hering in Frankfurt habt (lacht).

Wie bereitet ihr Euch auf Eure Auftritte vor? Gibt es einen bestimmten Ablauf?

Unsere Band versucht mindestens einen Tag vor dem Konzert vor Ort zu sein. Da wir einen Tag vorher im bayrischen Rosenheim auftreten, werden wir gegen vier Uhr morgens in Frankfurt auflaufen. Dann geht’s erstmal ins Bett. Einen Soundcheck brauchen wir nicht, da wir ein eingespieltes Team sind. Zirka 50 Minuten vor der Show kommt die Band zusammen. Zu trinken gibt es bei mir Wasser oder alkoholfreies Bier.

Treibst Du Sport, um den harten Touralltag meistern zu können?

Die Zeit ist das Problem. Wir reisen so viel herum, dass wir für so etwas keine Zeit haben. Mit 90 Minuten sind die Auftritte an sich ein Klacks. Aber die Strecke, die die Nazareth-Crew zum nächsten Ort zurücklegen muss, bestimmt den größten Teil unseres 50-jährigen Band-Lebens. Beispielsweise sind wir in der nächsten Wochen in fünf verschiedenen Ländern. Da bleibt keine Zeit für Hobbys. Wenn wir nicht auf Tour sind, feilen wir in Schottland an unserem nächsten Album.

Was ist das Geheimnis für die lange und erfolgreiche Geschichte Eurer Band?

Musikmachen ist mein Beruf (lacht). Wir Musiker werden niemals müde oder gehen in den Ruhestand. Wenn ich auf meiner Bass-Gitarre spiele – dann ist das ein Lebensstil. Es ist für mich unvorstellbar, keine Musik zu machen. Diese Leidenschaft bringt mein Herz zum Klopfen.

Wie ordnest Du Euren Musikstil ein?

Wir machen Rockmusik, das ist unsere Basis. Balladen, bluesige Songs, Funk oder Country geben wir aber ebenfalls zum Besten. Wir lassen uns keinen Stempel aufdrücken, denn wir spielen die Töne für das Lied, geben ihm eine Seele.

War Nazareth stilprägend für spätere Rockmusiker?

Ich glaube schon. Künstler, wie der Gitarrist Slash von Guns N’Roses bekannte sich zu unserem Einfluss, was zahlreiche Wiederauflagen belegen. Unser Titel "Hair of the dog“ vom gleichnamigen Album wurde oft nachgespielt. Jeder beeinflusst doch jeden im Musikgeschäft.

Hast Du Dir eine Altersgrenze gesetzt, bis wann du auf der Bühne stehen willst?

Nein. Ich werde niemals müde, meine Gitarre zu spielen. Auch anderen großen Künstlern, die mit 75 noch im Scheinwerferlicht stehen, geht es nicht ums Geld. Wir können nicht aufhören zu spielen. Es liegt uns im Blut.

Worauf dürfen sich die Frankfurter beim Stadtfest freuen?

Es wird eine bunte Mischung aus unseren gut 24 Alben geben. Mit dabei werden natürlich Hits wie "Love hurts“ oder „Dream On“ sein, die das Publikum gerne mitsingen darf.

Stilprägend und weltberühmt

Am 13. Juli spielt Nazareth um 20.30 Uhr auf der Stadtwerkebühne am Marktplatz. Gemeinsam mit Bands wie Led Zeppelin, Deep Purple, Uriah Heep und Black Sabbath prägte die schottische Gruppe maßgeblich den Rock’n’Roll. Vor ihrer Gründung zogen sie als Zweimann-Coverband "The Shadettes" durch kleine Pubs und Bars in Schottland. Mit knapp 60 Millionen verkaufter Alben weltweit wurden sie zusammen mit den Simple Minds die international bekannteste schottische Musikgruppe.⇥jhh