Für die Wanderfreunde jedenfalls gab es keine zwei Meinungen, wo man an diesem Sonntag eher teilnehmen sollte - und so kamen sie in hellen Scharen zum Treff an Wupis Tränke im Stadtwald bei Rosengarten. Wie in den vergangenen Jahren standen auch bei der 26. Auflage der gemeinsamen Wanderung wieder drei Routen zur Auswahl.
Roland Totzauer bot eine 6,5 Kilometer lange Strecke an, die sich auch mit dem militärischen Erbe im Stadtwald beschäftigte. Edeltraud Planeta hatte eine fünf Kilometer lange Route geplant und für die Fans von Wanderleiter Uwe Baumann ging es gleich acht Kilometer durch den Wald. Alle drei sind erfahrene Wanderführer. Uwe Baumann etwa engagiert sich bei den Rastlosen, „der größten nicht organisierten Wandergruppe“, wie er erzählt.
Auch Detlef Glöckner, stadtbekannter Fotograf, der mittlerweile im Ruhestand ist, gehört zu dieser Wandergruppe. „Früher musste ich immer am Wochenende arbeiten, jetzt habe ich Zeit und nutze die auch als Wanderleiter“, erzählt er. Freunde und Bekannte werden bei der Neujahrswanderung von ihm nicht mit dem Wunsch für ein schönes oder gesundes neues Jahr begrüßt, sondern für ein Rastloses, was ihm den einen oder anderen Schmunzler einbringt.
Gleich daneben steht Frank Berghausen. Der Doktor ist Gesundheitsberater bei der AOK und war einst einer der Gründer der Neujahrswanderung in Rosengarten. „Es ist wirklich toll, so viele Menschen hier zu sehen“, erzählt er. Damals wollte er die Menschen zu etwas mehr Bewegung gleich im neuen Jahr animieren, erinnert er sich. „Wir hatten beim Start 1993 mit etwa 30 Menschen gerechnet, gekommen sind 350“, schaut er zurück. Dass die Zahl der Teilnehmer sogar noch gestiegen ist, freut ihn natürlich, schließlich hat er sein Leben immer noch der Gesundheit verschrieben. Die meisten Menschen folgten freilich der vermeintlich kürzesten Route von Waltraud Planeta. Die rüstige Seniorin feiert am Dienstag ihren 82. Geburtstag, was man auf keinen Fall glauben möchte. Flotten Schrittes führt sie ihre Riesengruppe an. Man schafft es nicht, das Ende der Menschenschlange zu sehen, die ihr folgt. Einige der von ihr geplanten Wege wurden allerdings schon länger nicht benutzt. Umgestürzte Bäume versperrten den Weg zusätzlich. Für Waltraud Planeta nicht wirklich schlimm und auch die Mitwanderer folgten ihr ohne Unmutsbekundungen. Schlussendlich war auch ihre Route über sechs Kilometer lang.
Auch Roland Totzauer war mit seiner Runde durch den Stadtforst bei der MOZ-Neujahrswanderung zufrieden. Am 27. März starten dann auch wieder seine geführten Radtouren. Ein Glühwein nach der Wandertour, gesponsert von der MOZ, sorgte bei allen Teilnehmern für wohlige Wärme, sofern sie noch nicht vorher ins Schwitzen gekommen sind.
Die nächste Wanderung mit den Rastlosen findet am 27. Januar in Müllrose statt. Treff ist um 10 Uhr auf dem Marktplatz.