Stau in Słubice (Polen)
: Bürgermeisterin wütend – Verkehrsführung ändert sich erneut

Nach Allerheiligen kam es in Słubice (Polen) wieder zum Verkehrschaos. Bürgermeisterin Marzena Słodownik reagiert frustriert – und kündigt erneut Änderungen bei der Verkehrsführung an.
Von
Marlena Dumin
Słubice
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Regelmäßig Staus in Słubice bringen den innerstädtischen Verkehr zum Erliegen. Auch der Bus 983 ist häufig davon betroffen. Was sagt die SVF dazu?

Regelmäßig Staus in Słubice bringen den innerstädtischen Verkehr zum Erliegen. Das frustriert nicht nur die Autofahrer, sondern auch Bürgermeisterin Marzena Słodownik.

Karl Baptist
  • Verkehrschaos in Słubice nach Allerheiligen, Bewohner frustriert
  • Bürgermeisterin Słodownik kündigt Änderungen an, um Staus zu reduzieren
  • Ab 8.11. werden einige Verkehrsänderungen rückgängig gemacht
  • Grenzkontrollen und Transitverkehr tragen zum Problem bei
  • Bürger fordern Umgehungsstraße und zweite Brücke

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es hatte sich angekündigt: Am Sonntag (3.11.) nach dem langen Feiertagswochenende in Polen nach Allerheiligen (1.11.) herrschte in Słubice bei Frankfurt (Oder) bereits in den Mittagsstunden Verkehrschaos. Bewohner berichteten in den sozialen Medien, dass es teils eineinhalb Stunden dauerte, um mit dem Auto von einem Ende der Stadt zum anderen zu gelangen. Ein Krankenwagen mit Blaulicht haben gegen die Fahrtrichtung fahren müssen, um zum Ziel zu kommen.

In den sozialen Medien löste dies eine Flut von Kommentaren aus. „Beim nächsten Mal wird der Rettungsdienst nicht rechtzeitig kommen und jemand wird sterben“, warnte ein Bewohner. Er schimpfte auf die Polizei und forderte Entlassungen.

Marzena Słodownik spricht vom „totalen Verkehrskollaps“

Ende Juli, kurz nach ihrem Amtsantritt, hatte Bürgermeisterin Marzena Słodownik Änderungen der Verkehrsführung in einigen Straßen veranlasst, um den Transitverkehr zu bündeln und Staus zu verringern. Doch geholfen hat dies nicht. Auch Appelle an höherer Stelle verhallten bisher.

Am besagten Sonntag veröffentlichte Marzena Słodownik daher einen wütenden Beitrag auf ihrem privaten Facebook-Profil: „Warschau, Berlin! Wir haben ein Problem!!! Wir schreiben höher und höher, sowohl auf polnischer als auch auf deutscher Seite, womit wir in Słubice zu kämpfen haben. Wir leisten Lobbyarbeit für die Umgehungsstraße und die zweite Brücke. Heute kehren wir von einem langen Wochenende zurück und es ist der totale Verkehrskollaps“, erklärte die Bürgermeisterin. Sie betonte, dass in der aktuellen Situation gesellschaftlicher Widerstand erforderlich sei.

Als Reaktion auf die veröffentlichten Staufotos und Kommentare in den sozialen Medien lud Marzena Słodownik die Bürger am Nachmittag zu gemeinsamen Gesprächen und der Suche nach einer Lösung ein. Ein Ergebnis: Ab dem 8. November werden einige wenige der im Juli eingeführten verkehrsorganisatorischen Änderungen wieder rückgängig gemacht.

So wird es aus Richtung der südöstlichen Mickiewicza-Straße (Höhe Galeria Prima) ab 8. November wieder möglich sein, in beide Richtungen auf die Kościuszko-Straße abzubiegen, also auch in Richtung Kreisverkehr und Stadtbrücke. Die Mickiewicza-Straße kann zwischen Daszyńskiego-Straße und Kościuszko dann ebenfalls in beiden Richtungen befahren werden.

Im Bereich des Collegium Polonicum und der Galeria Prima werden Stopp- und Halteverbotsschilder wieder zurückkehren, die entsprechend zu beachten sind.

Einwohner reagieren auf Facebook-Beitrag der Bürgermeisterin

Nichts ändern wird sich am Solidarności-Kreisverkehr, der weiterhin nur von der Kościuszko-Straße aus angefahren werden kann. Die Nadodrzańska-Straße bleibt im Bereich vor dem Kreisel Einbahnstraße und damit aus nördlicher Richtung kommend Sackgasse. Heißt: Autofahrer können vom Kreisverkehr aus zwar in die Nadodrzańska einbiegen, in die umgekehrte Richtung nicht.

Nicht wenige schreiben die Staus in Słubice vor allem den Deutschen und den Grenzkontrollen zu. Tatsächlich hatte sich das Problem mit der Einführung der Kontrollen vor inzwischen über einem Jahr verschärft. „Man sollte die Grenze auf der polnischen Seite schließen. Das wird der deutschen Regierung die Augen öffnen, wenn die Deutschen kein Essen, Zigaretten und billigen Treibstoff mehr haben“, hieß es in einem Kommentar unter dem Beitrag von Marzena Słodownik.

Ein anderer schrieb: „Man muss auf den Bau der zweiten Brücke drängen. Das ist wohl in Słubice wichtiger als eine Umgehungsstraße, denn das Problem ist der Wunsch, nach Deutschland zu gelangen.“