Sterbebegleitung
: Wichern baut neues Hospiz in der Bergstraße in Frankfurt (Oder)

Das Hospiz in der Kantstraße in Frankfurt ist in die Jahre gekommen. Nun investiert Wichern in einen Neubau.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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  • Beratung auf dem Baufeld: Wichern-Vorstand Kai Stähler schaut sich zusammen mit Susanna Knüppel, Geschäftsführerin der Wichern-Pflegedienste gGmbH, und Architektin Ines Zoschke (r.) die Pläne für das neue Hospiz in der Bergstraße in Frankfurt (Oder) an. Noch fehlt die Baugenehmigung.

    Beratung auf dem Baufeld: Wichern-Vorstand Kai Stähler schaut sich zusammen mit Susanna Knüppel, Geschäftsführerin der Wichern-Pflegedienste gGmbH, und Architektin Ines Zoschke (r.) die Pläne für das neue Hospiz in der Bergstraße in Frankfurt (Oder) an. Noch fehlt die Baugenehmigung.

    René Matschkowiak
  • Außenansichten auf das neue Hospiz der Wichern-Diakonie.

    Außenansichten auf das neue Hospiz der Wichern-Diakonie.

    Schönherr+Fritsch Bau GmbH/Zoschke
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Ein Leben in Würde, mit allen Sinnen und viel Lachen, bevor es zu Ende geht, dafür arbeiten Pflegekräfte, Palliativmediziner, Therapeuten und Ehrenamtler hier seit November 2001. Doch mittlerweile ist das Haus in die Jahre gekommen, und es wird den Ansprüchen der anspruchsvollen Hospizarbeit nicht mehr voll gerecht.

„Es ist ein tolles, altes Gebäude auf einem schönen Grundstück“, sagt auch Kai Stähler, Wichern–Vorstand. „Aber es fehlen ein Aufzug für Pflegebetten, Balkone, Sozial– und Therapieräume.“ Nachdem ein Umbau geprüft wurde, aber nicht in Frage kam, machte sich Wichern auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen Neubau.

Groß und im Grünen sollte es sein, dazu zentral gelegen. Fündig wurde der mit fast 600 hauptamtlich Beschäftigten größte soziale Träger der Stadt im Norden von Frankfurt. Erworben hat Wichern die Liegenschaft von der Wohnungswirtschaft.

Areal war früher Wirtschaftshof der Stadt Frankfurt (Oder)

Noch gibt es auf dem etwas versteckt gelegenen Grundstück zwischen Bergstraße und Seelower Kehre nicht viel mehr zu sehen als ein paar eingeschlagene Pfosten und Bauzäune. Das Areal habe die Stadt früher als Wirtschaftshof genutzt, erklärt Michael Schönherr von der Schönherr+Fritsch Bau GmbH. Der Bauunternehmer, der auch für die CDU Stadtverordneter ist, freut sich darauf, das Projekt für die Diakonie umsetzen zu dürfen.

Am Montag wurde damit begonnen, das Baufeld abzustecken und abzusichern — mehr gehe noch nicht. „Wir warten jetzt auf die Baugenehmigung. Ein Gutachten hat noch gefehlt, das haben wir jetzt nachgereicht“, erklärt er.

Geplant ist ein zweigeschossiges Gebäude in U–Form, wobei das Erdgeschoss den 13 Gästen des Hospizes vorbehalten sein wird – für einen barrierefreien Zugang zur Terrasse. Darüber finden Büro– und Wirtschaftsräume Platz. „Alle Bewohnerzimmer bekommen große Fensterflächen, um viel Licht hinein zu lassen und einen großzügigen Blick ins Grüne zu ermöglichen“, erklärt Ines Zoschke, die Architektin.

Susanna Knüppel, Geschäftsführerin der hinter dem Hospiz stehenden Wichern–Pflegedienste gGmbH, sieht dem Baubeginn mit großer Spannung entgegen. Im nächsten Jahr, am 1. November, wird das Regine–Hildebrandt–Haus 20 Jahre alt — bis zum Jubiläum soll der Neubau fertig sein. „Hautnah den Wind zu spüren, wann immer dies ein Gast möchte, das soll künftig möglich sein“, sagt Susanna Knüppel. Darüber hinaus werde es einen Raum der Stille geben, zum Abschied nehmen und für Abschiedsfeiern. Auch Räumlichkeiten für Therapien und künstlerische Betätigungen seien geplant. Mehr als 2,5 Millionen Euro investiert Wichern insgesamt.

Ausreichend Stellplätze für Beschäftigte und Angehörige

Auf dem Areal sollen auch 20 Stellplätze entstehen, so dass Beschäftigte und Angehörige nicht in der Bergstraße parken müssen, wo Parkplätze chronisch knapp sind. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich unter anderem der Evangelische Kindergarten St. Georg.

Für Susanna Knüppel ist das kein Widerspruch, sondern ergänze sich im Gegenteil sehr gut. Sie würde sich freuen, irgendwann auch Kita–Kinder im neuen Haus begrüßen zu dürfen: „Der Anfang und das Ende – es gehört alles zum Leben dazu.“