Störungen
: Erneuter Stromausfall am SMC – Netzgesellschaft Frankfurt zieht Investition vor

Am Mittwoch kam es am SMC und in der Heimkehrsiedlung in Frankfurt (Oder) erneut zu einem Stromausfall. Schuld ist ein marodes Kabel. Es wird jetzt ausgetauscht.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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René Nietsche von der Firma Spie beim Austausch eines Kabels am Montag im Gronenfelder Weg. Ab Freitag lässt die Netzgesellschaft bzw. E.dis auf 1,4 Kilometer Länge einen beschädigten Kabelabschnitt in dem Stadtgebiet wechseln, der zuletzt zu drei Stromausfällen geführt hat.

Ines Weber-Rath

Fernseher, Herd, Waschmaschine – alles aus. Gleich dreimal kam es in Teilen des Nordens von Frankfurt (Oder) in den letzten zwei Wochen zu Mittelspannungsstörungen. Zuletzt am Mittwochabend, 1. Juli. Betroffen waren erneut das Spitzkrug Multi Center (SMC) und die Heimkehrsiedlung bzw. der Gronenfelder Weg.

Gegen 20.40 Uhr war der Strom weg. Vom Netz waren nach Angaben der Netzgesellschaft sieben Stationen. Um 21.19 Uhr waren das SMC und drei Minuten später dann alle weiteren 187 Kunden wieder versorgt.

Dass sich die Kühltruhen und Kassen im Kaufland nicht abschalteten, ist einem Notstromaggregat zu verdanken. „Das SMC ist – wie es dem modernen Center-Standard entspricht – mit einer Notstromversorgung ausgestattet“, erklärt Center-Managerin Elitza Yashar. Jeder Mieter habe die Möglichkeit, sich mit seinen technischen Anlagen anzuschließen oder eine eigene Notstromversorgung zu betreiben.

Zuvor hatte es am 28. Juni im gleichen Bereich für rund 50 Minuten eine Störung gegeben. Noch weitreichender war der Stromausfall am 17. Juni. Neben der Heimkehrsiedlung und dem SMC waren damals auch Rosengarten, Pagram und Lichtenberg für gut zwei Stunden ohne Strom.

„Ursache für die Störungen in Nord war Wassereintritt in ein Mittelspannungskabel, welches für die Stromverteilung in Frankfurt (Oder) benötigt wird. Es kam zu Kurzschlüssen“, erklärt Antje Bodsch, Sprecherin der Netzgesellschaft Frankfurt (Oder). Schutzeinrichtungen hätten weitreichende Schäden im Stadtgebiet abwenden können, „ein kurzzeitiger Ausfall der Stromversorgung war jedoch nicht zu verhindern“.

Bei der nachfolgenden Untersuchung des Kabels hätten sich weitere Schwachstellen gezeigt. Die Netzgesellschaft hat daher schnell reagiert und die notwendige Investition in das Kabel nun vorgezogen. „Der Auftrag ist bereits an die gebundenen Vertragsfirmen vergeben, so dass wir den beschädigten Kabelabschnitt mit einer Länge von zirka 1,4 Kilometern innerhalb der nächsten 6 Wochen auswechseln werden“, berichtet Antje Bodsch. Der Betrieb der Netze ist über einen Dienstleistungsvertrag größtenteils an die E.dis in Fürstenwalde ausgegliedert, die mit dem Kabelaustausch wiederum die Firma Meyer beauftragt hat. Die Arbeiten starten bereits am Freitag, 3. Juli, der Auftragswert beträgt 350.000 Euro.

Millioneninvestition in Netze

Darüber hinaus investiert die Netzgesellschaft – eine hundertprozentige Tochter der Stadtwerke – rund 700.000 Euro jährlich in die Mittelspannungs- sowie 500.000 Euro in die Niederspannungsnetze. Jedes Jahr können damit zirka 12 Kilometer Kabel gewechselt oder neu verlegt werden. „Um die Ausfallzeiten noch zusätzlich zu reduzieren, investieren wir seit 2019 weiterhin in intelligente Ortsnetzstationen (Trafostationen), welche von der Netzleitwarte aus steuerbar sind“, so Antje Bodsch. Damit sei eine Fehlereingrenzung aus der Ferne möglich, was die Ausfallzeiten noch einmal deutlich reduziere.

Im Stadtgebiet kam es in diesem Jahr bisher zu sechs Mittelspannungsstörungen, darunter die besagten drei im Norden Frankfurts. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2019 hatte es fünf Stromausfälle gegeben. Frankfurt steht was die Störungszeiten angeht vergleichsweise sehr gut da. 5,31 Ausfallminuten gab es je Kunde 2019 in Frankfurt – bundesweit waren es gut 13 Minuten.