Studium
: Collegium Polonicum in Słubice im Umbruch

Die Słubicer Hochschuleinrichtung Collegium Polonicum ist baulich und inhaltlich im Umbruch.
Von
Nancy Waldmann
Slubice
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Blick auf die Bauarbeiten an der großen Aula im Collegium Polonicum vom Dach aus. Drinnen ist der Saal voll mit Gerüsten ausgekleidet.

Nancy Waldmann

Konkret sind da zwei Baustellen: Zum einen die große Aula, die im Sommer 2018 ein Feuer verwüstet hatte. Einen Blick auf die Arbeiten am Dachstuhl kann man von der Aussichtsplattform aus werfen, wo gerade die Kuppel neu verkleidet wird. Innen steht der Raum voller Gerüste. Der Saal soll nach Fertigstellung Ende des Sommers gut 400 Plätze sowie moderne Bühnen– und Veranstaltungstechnik, etwa für Konzerte und Theater, bieten. „Wir hoffen, dass wir das akademische Jahr im Herbst in der neuen Aula beginnen können, wenn auch pandemiebedingt möglicherweise mit geringerer Zahl an Gästen“, sagt Pressesprecherin Ewa Bielewicz–Polakowska. Die zweite Baustelle in dem Hochschulkomplex ist die ENS, die von Adam–Mickiewicz–Universität (AMU) und Viadrina gemeinsam gestartete European New School of Digital Studies. Sie wird in den Zwischenetagen der Bibliothek Quartier beziehen. Umbauarbeiten seien abgeschlossen, bald kämen die Möbel, so Bielewicz–Polakowska. Außen an der Bibliothek soll bald in großen Lettern das ENS–Logo angebracht werden und künftig zur Stadtbrücke hin leuchten. Die Bewerbungsphase für den im Wintersemester startenden englischsprachigen Master–Studiengang of Digital Entrepreneurship begann vor wenigen Tagen. Ausgebildet werden soll hier „die nächste Generation digitaler Wissensunternehmer“, so Viadrina–Politologe und Direktor der ENS Jürgen Neyer. Erste Interessenten haben sich bereits gemeldet.

Logistikzweig noch nicht soweit

Dazu steckt mit „Polish Studies“ ein weiterer neuer Studiengang am Collegium Polonicum in den Startlöchern. „Wir warten nur noch auf grünes Licht vom polnischen Hochschulministerium. Es sieht gut aus, dass wir im Herbst starten können“, sagt Bielewicz–Polakowska. Polish Studies ist eine Art Neuauflage des in diesem Jahr ausgelaufenen Bachelor–Studiengangs „Polnisch für Ausländer“, den bisher viele Ukrainer und Osteuropäer etwa aus Belarus oder Aserbaidschan studierten — Länder, für die Polen in den letzten Jahren erleichterte Zuwanderungsregelungen geschaffen hat. Nach wie vor gebe es viele Anfragen, erzählt Ewa Bielewicz–Polakowska. „Polish Studies“ wurde nun erweitert um Inhalte aus Geschichte und Landeskunde. Auch dieses Studium wird gemeinsam mit der Viadrina angeboten. Wer während des dreijährigen Studiums auch Deutsch lernt, bekommt am Ende ein Doppel–Diplom von AMU und Europa–Universität.

Noch nicht so weit gediehen ist hingegen der geplante Studiengang mit Schwerpunkt Logistikwirtschaft, der als drittes neues Angebot Studierende ins Collegium Polonicum locken sollte. In diesem Herbst wird er jedenfalls nicht starten.