Vor Corona trat Andrej Hermlin mit seinem Swing Dance Orchestra auf Galas und in der Berliner Philharmonie auf. Inzwischen spielt er mit seiner Familie auf dem Berliner Kollwitzplatz. Der Swing feiert auf den Straßen und Plätzen Berlins sein Comeback – als Anti-Corona-Sound. Nun auch beim MOZ-Talk mit Musik am 16. September ab 19.30 Uhr in der Frankfurter Messehalle. Für Andrej Hermlin ist Swing, die Pop-Musik während der Weltwirtschaftskrise vor 100 Jahren, auch heute wie ein Allheilmittel.

Musikalischer Kampf gegen Trübsinn und Traurigkeit

„Swing ist wichtig beim Kampf gegen Corona, beim Kampf gegen Trübsinn und Traurigkeit, aber auch beim Kampf gegen Hass. Denn wenn man Swing-Musik liebt, singt und spielt, fällt der Hass sofort von einem ab“, sagt er nach einem Konzert auf dem Kollwitzplatz.
Seit einem halben Jahr fehlen auch den Hermlins die Einnahmen. So erleben Berliner sie regelmäßig singend und tanzend draußen. Dabei geht es gewissermaßen auch um ihr eigenes Überleben.
Das ZDF-heute-Journal zeigte Vater Andrej mit Tochter Rachel (16) und Sohn David (20) kürzlich spielend und steppend im Szeneviertel Prenzlauer Berg. „Wir versuchen den Menschen einfach eine Freude zu machen. Eine ganz gute Medizin dafür, die kann ich empfehlen – Stiftung Warentest“, sagt David lächelnd in die Kamera und zeigt den Daumen hoch. Andrej Hermlin, der Rachel und David am Piano begleitet, sieht in der Swing-Musik auch einen Impfstoff, der davon abhält, verrückt zu werden. „Wir sind die Kapelle auf der Titanic. Wir spielen bis zum Schluss. Ich hoffe, dass sie diesmal nicht sinkt“, sagt er.

Youtube

Seit Mitte März machen die Hermlins aus der Not eine Tugend. Punkt 19 Uhr streamen sie jeden Abend aus ihrem Pankower Wohnzimmer. Eine halbe Stunde lang. Bisher fast 170 Mal. Mit weltweiter Resonanz. „Wir haben Nachrichten bekommen: ihr seid unsere einzige Hoffnung. Wir freuen uns den ganzen Tag, dass es bald 7 Uhr abends ist“, erzählt Andrej Hermlin.

Vorfreude auf den Auftritt in der Messehalle

Und für Rachel ist Swing jung und frech und längst nicht nur für das ältere Semester. Auch junge Menschen fangen an zu tanzen, und zumindest wackeln sie mit den Füßen und dem Kopf“, meint sie.
Swing-Musik packe alle. Da sind sich die Hermlins auch beim MOZ-Talk-Publikum sicher. „Hallo Frankfurt, wir kommen“, freut sich Andrej Hermlin auf einen beschwingten Abend in der Frankfurter Messehalle.
Den zweiten musikalischen Block gestalten Dieter „Maschine“ Birr (Puhdys) und Uwe Hassbecker (Silly). Sie singen und spielen die Kulthits der beiden legendären Ost-Bands. Die Hamburger Entertainerin Lilo Wanders und die Journalistin Claudia Seiring plaudern zuvor mit ihnen über ein neues gemeinsames Projekt.
Der Top-Virologe Prof. Dr. Dr. Andreas Schmidt-Chanasit, bekannt durch seine Experten-Einschätzungen im TV, wird diesmal live in der Frankfurter Messehalle das aktuelle Corona-Geschehen in Deutschland kommentieren. Er verspricht, ein Virus mit nach Frankfurt zu bringen – als Modell. 
Von einem Segeltörn auf dem Atlantik wird Ex-Tatort-Kommissar Boris Aljinovic wenige Tage zuvor zurückgekehrt sein. Wie er die aktuelle Pandemieentwicklung auf dem Weltmeer verfolgt hat, wird er berichten. Mit dabei in der Messehalle ist auch wieder die MOZ-Showband mit Sören Gundermann, Thomas Strauch und Jacek Faldyna.

Tickets für den MOZ-Talk gibt es ab 15 Euro

Der Künstlerische Leiter des Kleist Forums Florian Vogel freut sich auf die erste größere Veranstaltung seit März in Frankfurt: „Der MOZ-Talk hat sich in den letzten Jahren zur größten Bühnen-Live-Talkshow in Ostdeutschland entwickelt mit einer überwältigenden Zuschauerresonanz. Um auch weiterhin die große Kartennachfrage zu erfülllen und gleichzeitig die strengen Hygiene- und Sicherheitsrichtlinien zu gewährleisten, haben wir keine Kosten und Mühen gescheut, diesem erfolgreichen Format auf dem Messegelände ein temporäres Zuhause zu geben.“
Tickets ab 15 Euro gibt es in der MOZ-Geschäftsstelle in der Paul-Feldner-Straße 13, im Kleist Forum und auch hier.