Tierischer Einsatz: Feuerwehr Frankfurt (Oder) rettet kleine Entenküken aus Baumloch
Nachbarn, mit denen er sich darüber unterhielt, überlegten, ob sie ihre Küken vom nahen Klingefließ zur Straße locken wollte. Andere brachten dem Tier Brot. „Aber das war nicht die Hilfe, die sie brauchte“, erzählt er.
Bei der Wildvogelhilfe und der Entenhotline in Düsseldorf erzählte man ihm am Telefon, dass es sich wahrscheinlich um ein Muttertier handelt, das versucht, seine Küken vom Baum zu locken. Und dass es häufig passiert, dass Enten an einer so ungünstigen Stelle brüten. Ihm war völlig neu, dass Enten auch in Bäumen Nester bauen. Die Experten rieten ihm, es bei der Feuerwehr zu versuchen. Hilft diese nicht, könne auch ein „Ententaxi“ zum Einsatz kommen.
Als die Ente am dritten Tag keine Ruhe ließ, rief er die 112. Zwar sei man erst skeptisch gewesen, ob Enten nicht ausschließlich am Boden brüten, habe ihn letztlich aber doch zur Einsatzstelle durchgestellt. „Die Feuerwehr ist dann auch gekommen und hat ein Fiepen festgestellt“, erzählt Florian Ellinghaus. Gedacht hatte er sich das eigentlich schon, denn ungefähr Anfang April saßen die Ente und ein Erpel bereits gemeinsam in dem Baum.
Über einen Meter tief im hohlen Stamm steckten die Küken fest, erzählt Andreas Gemmel von der Frankfurter Berufsfeuerwehr. Er war an dem Tag der Schichtführer der Einsatzschicht. Er setzte sich zunächst mit dem Grünflächenamt in Verbindung, um zu prüfen, ob an dem Baum gesägt werden darf. Rene Hausdorf vom Bereich Baumkontrolle und Baumpflanzung der Stadt kam mit zum Einsatz. Mit einer Motorkettensäge bearbeiteten die Feuerwehrleute den Stamm nach und nach. Sieben Einsatzkräfte waren mit drei Fahrzeugen, inklusive Drehleiter, im Einsatz. Denn man wisse nie, wie es vor Ort aussieht, erklärt Andreas Gemmel. „Und es dauert länger, nachzufordern, als direkt alles vor Ort zu haben.“ Nachbarn und vor allem Kinder waren ganz aufgeregt, als plötzlich die Straße voller Feuerwehrautos stand, erzählt Florian Ellinghaus.
Happy End im Klingefließ
Tiereinsätze sind für Andreas Gemmel und seine Kollegen ganz normal. Am selben Tag hatten sie bereits ein Reh aus einem Zaun befreit. Entenküken in einem Baum erlebte er nun aber auch zum ersten Mal. „Ich wusste nicht, dass Enten Baumbrüter sind“, sagt er. Ein Küken habe bereits tot im Nest gelegen, ein weiteres starb später. Fünf konnten er und die anderen Kameraden jedoch in die Klinge setzen, die Mutter flog kurz darauf dazu. „Man ist zufrieden mit der Arbeit gewesen“, sagt er. Auch Florian Ellinghaus und seine Nachbarn waren erleichtert und freuten sich über die Familienzusammenführung. „Einen großen Dank an die Feuerwehr, die kam, obwohl es nicht um Menschenleben ging.“

