Nach mehr als drei Jahren Planungszeit und der Umsetzung durch mehr als 20 Menschen liegen je 1000 Exemplare auf Deutsch und Polnisch bereit: Die Doppelstadt Frankfurt (Oder) und Słubice hat einen neuen Stadtführer.
Das handliche Büchlein ist am Donnerstagvormittag im Kleist Forum in Frankfurt (Oder) vorgestellt worden. Die Herausgebenden Kerstin Hinrichsen und Markus Nesselrodt – beide Mitarbeitende der Viadrina – stellten das Werk gemeinsam mit Tomasz Pilarski und Aneta Szcześniewicz von der Abteilung Stadtmarkteing und Tourismus der Messe und Veranstaltungs GmbH vor. Letztere hatte die Publikation, die als Idee bereits seit mehr als drei Jahren besteht, beauftragt.

Herausgebende sind Viadrina-Wissenschaftler mit besonderer Verbindung zur Doppelstadt

„Die Doppelstadt liegt uns beiden durchaus am Herzen“, sagt Kerstin Hinrichsen, die über Zoom zugeschaltet war. Sie und Nesselrodt haben beide an der Europa-Universität studiert, arbeiten nun hier. Hinrichsen habe das Projekt als Gelegenheit gesehen, die Geschichte der Doppelstadt zu erzählen. Es sollte bewusst kein historisches Fachbuch für die Bibliothek werden, so Hinrichsen.
Stattdessen haben zehn unterschiedliche Autorinnen und Autoren, die entweder an der Viadrina lehren oder durch ihre Positionen mit der Historie der Stadt vertraut sind, zwölf thematische Spaziergänge aufgeschrieben. Diese reichen von Kirchen der Oderstadt über Architektur bis hin zu Orten des Nationalsozialismus.

Stadtführer als Beitrag zu gemeinsamer, grenzüberschreitender lokaler Identität

Der Stadtführer sei kein Reiseführer im klassischen Sinne, sondern fokussiere sich auf Orte, die mit der Geschichte der Stadt verbunden sind, erklärte Co-Herausgeber Markus Nesselrodt. Sie hofften, mit dem Stadtführer Anregung für neue Perspektiven auf die Stadt zu schaffen. Dem schloss sich Tomasz Pilarski an: „Ich sehe drei Hauptfunktionen des Stadtführers. Selbstverständlich hilft es der touristischen Vermarktung der Doppelstadt. Es ist aber auch ein Mittel, die Stadt für sich immer wieder neu zu entdecken.“ Und für ihn sei es ebenfalls ein wichtiger Beitrag zur gemeinsamen, grenzüberschreitenden lokalen Identität.
Ein zweiter Teil des Projekts – eine Radkarte für Strecken beiderseits der Oder – werde hoffentlich bis Mai umgesetzt, fügte Aneta Szcześniewicz an.

2000 Exemplare kostenlos in Tourist-Information erhältlich

Das Stadtführer-Projekt wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V A Brandenburg – Polen 2014-2020, Klein-Projekte-Fonds (KPF) der Euroregion Pro Europa Viadrina kofinanziert. Die 2000 Exemplare des Stadtführers wird es zunächst kostenlos in der Tourist-Information in Frankfurt (Oder) geben. Danach stehen dort sowie in Frankfurter Buchhandlungen sowie online bestellbar kostenpflichtige Exemplare zur Verfügung.