Träger mit 400 Mitarbeitern

"Uns war klar, dass eine adäquate fachliche Begleitung der Beratungsstelle für uns als Spitzenverband auf Dauer schwierig geworden wäre. Daher sind wir wirklich froh, dass sich mit Prowo ein erfahrener, bestens aufgestellter Träger durchgesetzt hat", erklärte Andreas Kaczynski, Vorstandsvorsitzender beim Landesverband des Paritätischen – der auch künftig nicht ganz aus der Welt sein wird. Denn auch Prowo gehört dem Paritätischen Wohlfahrtsverband an.
Die Land in Sicht–Prowo gGmbH war bisher nicht in Frankfurt vertreten. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft eines größeren Trägerverbundes um den Prowo e.V. aus Berlin. 1982 gründete der Verein eine erste Wohngemeinschaft für psychisch kranke Menschen in Kreuzberg. Seitdem kamen viele weitere Einrichtungen und Angebote für Jugendliche, Erwachsene, Frauen sowie Eltern und Kinder dazu, darunter auch der Krisendienst für den Norden Berlins, der von der Neuhland Hilfe in Krisen gGmbH betrieben wird. Zugleich erstreckt sich das Aufgabenfeld heute auch auf die Suchthilfe. In Brandenburg betreibt Prowo unter anderem Beratungsstellen in Eberswalde und Bernau – nun kommt Frankfurt dazu. Für die gemeinnützigen Gesellschaften des Prowo-Verbundes arbeiten in Berlin und Brandenburg rund 400 Beschäftigte.
"Der Start wurde uns leicht gemacht, die Zusammenarbeit mit dem selbstbewussten und fachlich hochqualifizierten Team ist ein großes Geschenk", sagte Ulrike Hörrmann-Lecher von der Geschäftsführung des neuen Trägers bei dem Empfang. Betroffenen, die abhängig sind von Alkohol, Drogen, Glücksspiel oder dem Internet, sollen auch in Zukunft in Frankfurt möglichst ohne große Zugangshürden Wege aus der Sucht aufgezeigt werden. Als wichtige Aufgabe nannte sie außerdem den Ausbau der Suchtprävention für Jugendliche. "Hier kommt es auf eine gute Vernetzung an, das wollen wir intensivieren", so Ulrike Hörrmann-Lecher. Auch digitale Hilfsangebote für von Sucht betroffene Menschen und deren Angehörige sollen ausgebaut werden.
Birgitta Derling, kommissarische Leiterin der Fachstelle, ist froh, dass nach längerer Trägersuche nun endlich "Land in Sicht" sei. Zugleich liegen turbulente Wochen hinter ihr und ihrem Team. Wegen der Corona-Krise mussten persönliche Kontakte auch in der Beratungsstelle auf ein Minimum heruntergefahren werden. "Wir haben trotzdem versucht, mit allen Klienten Kontakt zu halten, sowohl telefonisch als auch über das Internet", berichtet Birgitta Derling. Inzwischen sind persönliche Gespräche in den Räumen am Holzmarkt unter Einhaltung von Hygieneauflagen wieder möglich, ebenso kleinere Gruppentreffen.
Die Angebote der Fachstelle sind vielfältig. Es gibt offene Sprechstunden ohne Termin, Einzelgespräche, Gruppenangebote zur Orientierung, für Drogenabhängige oder zur Nachsorge bei Entzügen, unverbindliche Informationsveranstaltungen sowie Beratungen für Angehörige. Die Fachstelle arbeitet auch mit dem Frankfurter Klinikum, Jugendclubs und Schulen zusammen.
Mehr zur Suchtberatungsstelle unter: suchtberatungffo.de/