Transvocale 2023: Magisches Finale in Frankfurt (Oder) – Hunderte feiern bis in die Nacht

Die Transvocale 2023 in Frankfurt (Oder) und Słubice ging mit einem unvergesslichen Abend aus Tanz und Musik im Kleist Forum zu Ende.
René MatschkowiakEtwa eine halbe Stunde bevor es losgeht, trudeln die ersten Interessenten ins Kleist Forum ein, die an der Tageskasse eine Karte für den letzten Festivalabend kaufen möchten. Nur sind bereits vor Beginn alle Karten ausverkauft oder reserviert.
Wie Nora Weise, Pressesprecherin der städtischen Messe und Veranstaltung GmbH mitteilt, werden rund 600 Besucher für den letzten Abend erwartet. Das Programm ist bunt. Auf drei Bühnen treten zum Teil parallel insgesamt sechs Bands oder Musiker auf und entführen mit Klängen und Rhythmen das Publikum aus ihrem Alltag.
Rackajam, Niels Frevert und Karaś/Rogucki starten im Kleist Forum
Im Foyer des Kleist Forums geht es zunächst verhalten los, als die ungarische Band Rackajam mit Gründer György Ferenczi kurz nach 19 Uhr auf die Bühne kommen.
Doch binnen kurzer Zeit weiß Ferenczi das Publikum insbesondere mit seinem Mundharmonika-Spiel mitzureißen. Die Mischung aus Blues, modernem Rock, Soul und ungarischem Speed-Folk bringt langsam, aber sicher das eine oder andere Tanzbein zum Schwingen. Aus dem anfänglichen Wippen und Klatschen des Publikums wird so ein ausgelassenes Tanzen.

Bei der Transvocale 2023 in Frankfurt (Oder) war auch die Band Rackajam aus Ungarn dabei.
Selim PekelAuf der Studiobühne spielt zeitgleich Niels Frevert. Dort geht es deutlich besinnlicher zu. Fast alle Plätze sind besetzt und die Zuschauer lauschen den singend vorgetragenen Geschichten des Hamburger Künstlers.
Um 20 Uhr geht es weiter mit der polnischen Band Karaś/Rogucki, bestehend aus Jakub Karaś und Piotr Rogucki. Das Duo füllt den großen Saal des Kleist Forums mit Leichtigkeit. Viele der Zuschauer im Publikum sind aus Słubice gekommen, eigens um sie zu hören – einige sogar von noch weiter weg. In der ersten Reihe etwa sitzen zwei leidenschaftliche Fans aus Warschau, die jedes der angestimmten Lieder mitsingen können. Eine andere Gruppe ist nur für diesen Act aus Breslau angereist.

Die Band Karas/Rogucki aus Polen sorgte im großen Saal im Kleist Forum für Begeisterung.
René MatschkowiakKumbia Boruka bringt das Kleist Forum zum Beben
Anderthalb Stunden später erreicht der Musikabend einen neuen Höhepunkt. Während Sängerin Djazia Satour und Pianist Pierre-Luc Jamain auf der Studiobühne ihr Publikum mit einer Mischung aus traditionellen Klängen, Soul und R&B auf eine emotionale Reise mitnehmen, sorgt die Band Kumbia Boruka für eine ekstatische Stimmung im Foyer.
Die Band kommt schon ausgelassen tanzend auf die Bühne und steckt das Publikum bereits mit den ersten Klängen an. Sie mischen in ihren Liedern lateinamerikanische Klänge mit Rock, Reggae und weiteren Musikrichtungen. Insbesondere der Sänger der Gruppe bleibt keine Sekunde an Ort und Stelle, während er singt. Er tanzt quer über die Bühne, klatscht in die Hände, feuert das Publikum an. Das Foyer ist zu diesem Zeitpunkt sehr gut gefüllt und die Zuschauer bereit, ihm zu folgen.
Youtube-Video: Kumbia Boruka singen Fiesta en las Calles
Einige tanzen mit ihren Partnerinnen und Partnern als Paar, andere geben sich als Gruppe oder alleine dem Rhythmus hin, den die Band vorgibt.
Besucher und Veranstalter ziehen positives Fazit
Nach der ausgelassenen Party im Foyer geht es gegen 23 Uhr wieder in den großen Saal, wo die Zuschauer auf Sängerin Oum und ihre Band warten. Die in Paris lebende Marokkanerin singt kraftvoll, aber größtenteils ruhig und beruhigend. Nach dem heiteren Tanz zu den lateinamerikanischen Rhythmen von Kumbia Boruka scheint Oums Mix aus Jazz, Gospel und Sufi-Musik genau das Richtige für die Zuschauer zu sein, um den Abend ausklingen zu lassen.
Viele Besucher sind sich nach diesem Finale einig, dass sie auch im kommenden Jahr wieder dabei sein wollen, wenn das internationale Musikfestival 20-jähriges Jubiläum feiert.
Aber nicht nur die Besucher, sondern auch die Veranstalter blicken auf ein Festival zurück, das sie als rundum gelungen bezeichnen. Daniel Zein, einer von zwei künstlerischen Leitern des Festivals, sieht zwei Gründe für den Erfolg der diesjährigen Transvocale: Zum einen werde die Transvocale von Besuchern als Festival verstanden, bei dem sie ihnen bisher unbekannte Künstler entdecken können. Zum anderen habe auch die Mischung den Reiz des Festivals ausgemacht. „Die Zuschauer konnten selber entscheiden, ob ihnen nach Tanzen oder nach besinnlichem Musikgenuss ist“, so Zein.
Florian Vogel, künstlerischer Leiter des Kleist Forums, betont die gelungene deutsch-polnische Zusammenarbeit als Schlüsselelement für den diesjährigen Erfolg. Sie habe bewirkt, dass „viele aus Frankfurt (Oder) nach Słubice gegangen sind, um beispielsweise die Seilschaft zu hören“ und umgekehrt viele aus Słubice nach Frankfurt (Oder), um Karaś/Rogucki zu lauschen.

Bei der Transvocale am Samstag war das Zuschauerinteresse groß. Sowohl der Saal als auch das Foyer und die Studiobühne waren voll besetzt. Hier die Band Kumbia Boruka.
René MatschkowiakZein und Vogel sehen zudem einen positiven Trend, den sie gerne weiter befeuern möchten. Zur Transvocale 2023 seien nicht nur Besucher aus der Region gekommen, sondern aus dem gesamten Bundesgebiet – etwa aus Bayern und Thüringen. Dies spreche für die wachsende Popularität des Festivals.


