Ukrainehilfe Frankfurt (Oder): Spendenlager, Shop, Beratungen – neue Räume für Blaue Brücke

Ukraine-Hilfe in Frankfurt (Oder): Lisa Gregor, Torsten Hoffmann und René Pachmann von Helping Hands - Blaue Brücke packen die Umzugskartons.
Leonard Palm- Der Verein „Helping Hands – Blaue Brücke“ bekommt neue Räume am Karl-Ritter-Platz in Frankfurt (Oder).
- Bis Dezember bleibt die Blaue Brücke in der Kleinen Oderstraße; Umzug wegen Sanierung des Gebäudes.
- Second-Hand-Shop und Beratungen bleiben, allerdings auf verkleinerter Fläche.
- Tausende Spenden gingen bereits in die Ukraine, u.a. nach Sumy.
- Am 7.12. ist eine Ukraine-Kunst-Auktion geplant, um Spenden für Dnipro zu sammeln.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die bange Suche hat ein Ende. Der Verein „Helping Hands – Blaue Brücke“ hat ein neues Zuhause gefunden: zentrumsnah am Karl-Ritter-Platz in Frankfurt (Oder). Nicht die einzige Veränderung nach bald drei intensiven Jahren, in denen die Blaue Brücke mithilfe der unzähligen Spenden von Frankfurtern die Ukraine tatkräftig unterstützt. Aber auch vor Ort in Frankfurt (Oder) für sozialen Frieden kämpft: Wie geht es mit Spenden, Beratungen und dem preiswerten Second-Hand-Shop für jedermann weiter?
Noch bis Ende Dezember ist die Blaue Brücke in der Kleinen Oderstraße untergebracht. Dann wird der Gebäudekomplex der Wohnbau kernsaniert. Eine neue Ladenfläche zu finden, war schwer: Der gemeinnützige Verein ist auf finanzielles Entgegenkommen durch die Vermieter angewiesen. Nun zeigte die WoWi ein Herz und lässt die Blaue Brücke ab Januar 2025 in die ehemalige Spielhalle am Karl-Ritter-Platz einziehen, neben die Gaststätte und Kneipe „zur Molle“.
Tausende Menschen in Frankfurt (Oder) halfen mit Spendentüten
„Es ist bekannt, dass die WoWi im sozialen Bereich gerne unterstützt, wenn es möglich ist“, zeigt sich die Vereinsvorsitzende der Blauen Brücke, Lisa Gregor, dankbar. Die Vereinsmitglieder hatten vorher „auf allen Kanälen, ob jetzt im Bekanntenkreis oder auf offiziellem Wege die Leute genervt“. Lisa Gregor blieb „hartnäckig wie ein Terrier. Wenn ich etwas wirklich gerne möchte und mir das wichtig ist, wird man mich sehr schwer los. Vor allem, wenn es auch keinen ersichtlichen Grund gibt, warum es nicht möglich sein sollte“, so die Vereinsvorsitzende.

Ukrainehilfe: Direkt neben der Kneipe „zur Molle“, nahe am Gemeindehaus St. Georg und der Tafel: In einer ehemaligen Spielhalle am Karl-Ritter-Platz ist zukünftig die Blaue Brücke zu Hause.
Leonard PalmEin bisschen müsse man sich am Karl-Ritter-Platz verkleinern, gibt ihr Stellvertreter René Pachmann zu, doch man habe immer noch über 200 Quadratmeter. Der preiswerte Second-Hand-Shop, bei dem nicht nur ukrainische Flüchtlinge, sondern jede und jeder einkaufen kann, werde wohl etwas reduziert, sonst bliebe alles beim Alten. Weiterhin würden Beratungen bei Behördengängen angeboten – auch dieses Angebot richte sich an alle, unabhängig der Herkunft. Bei den Tandem-Sprachkursen hofft man auf noch mehr Frankfurter, die sich engagieren möchten.
Derweil ist das Engagement der Menschen in Frankfurt (Oder) und darüber hinaus für die Blaue Brücke bereits beachtlich. Rund 20 Prozent der Frankfurter hatten schon einmal alte Kleidung oder Gebrauchsgegenstände für die Transporte in die Ukraine gespendet, glaubt Lisa Gregor.
Ukrainehilfe: Ältere Leute spendeten Geld für die Blaue Brücke
Über Kontakte der Wichern-Diakonie brachten Laster die Spenden der Menschen in Frankfurt (Oder) schon mehrfach nach Sumy im Norden der Ukraine. Die Stadt ist derzeit unter heftigem russischen Beschuss und deswegen häufiger in den Medien. „Nun geht es richtig mit den kriegerischen Aktionen los“, weiß Vereinsmitglied Torsten Hoffmann von Wichern. Vor einer Woche sei ein neunjähriger Junge ums Leben gekommen. „Viele überlegen sich jetzt vor Winteranbruch auf den Weg zu machen, um die Gefahrenzone zu verlassen“, so Torsten Hoffmann.
In den letzten drei Jahren seit Gründung des Vereins sei die Unterstützung nicht abgerissen, auch wenn heute weniger Leute beim gemeinsame Plakate-Basteln für Ukraine-Demos mitmachten. Auch wichtige Geldspenden von einigen hundert Euro, auf die der Verein angewiesen ist, konnten zuletzt die Arbeit sichern.
Wird auch das Gebäude der WoWi am Karl-Ritter-Platz saniert?
Nun am neuen Standort, an dem der Verein weiterhin auf regen Zulauf hofft. Der Karl-Ritter-Platz liegt nördlich der Magistrale, kurz nach dem Ende des Lenné-Parks an der Berliner Straße. Auch der Topfmarkt mit der Tafel ist nah, das Gemeindehaus St. Georg und die Kulturmanufaktur liegen auch nicht weit weg. In zwei bis drei Jahren jedoch könnte jedoch auch das Objekt, zu dem auch die Kneipe „zur Molle“ gehört, grundsaniert werden.
Doch vor dem Abschied von der Kleinen Oderstraße blicken Lisa Gregor, René Pachmann und Torsten Hoffmann erst einmal drei Jahre zurück, statt voraus. Besonders die vielen gemeinsamen Treffen und Feste von Ukrainern, Frankfurtern und anderen vor Ort sind ihnen gut in Erinnerung geblieben.
Einmal etwa hatten Ukrainerinnen in Frankfurt (Oder) 700 Wareniki, ukrainische Pierogi, zubereitet.„Die ukrainische Community wollte die Gelegenheit nutzen, sich zu bedanken bei allen Helferinnen und Helfern hier“, so Lisa Gregor. „Und es war wunderschön. Ich habe in meinem Leben noch nicht so einen langen, so voll gedeckten Tisch gesehen. Ich schwöre, es war Wahnsinn.“
Demnächst wolle man aber wieder den Ukrainern helfen. Die vorweihnachtliche Ukraine-Kunst-Auktion am 7.12., die René Pachmann mitorganisiert, soll Spenden für Dnipro bringen. Auch diese Stadt fand kürzlich wieder in die Medien: Putin beschoss sie mit einer Rakete neuen Namens.


