Dreiviertel der Schüler fand entweder, dass sie in Frankfurt ihre Meinung noch nicht in politische Entscheidungen einbringen können, oder war sich bei dieser Frage nicht sicher. Mitbestimmen würden sie jedoch gerne: beim Aussehen neuer Spiel- und Sportplätze und beim Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche – das wünschte sich jeweils die Hälfte der befragten Schüler. Ein Fünftel möchte mitbestimmen, wie oft Busse und Bahnen fahren.
Angebot top, Sauberkeit flop
Bei der Erstellung der Fragebögen war ebenfalls die Meinung von Kindern gefragt, erklärt Uta Beitlich-Thommes von der Unicef-Arbeitsgruppe Frankfurt. So sei die Frage nach Bussen und Bahnen aufgekommen – denn wer nach der Schule etwa noch in die Musikschule will, frage sich, wie man von A nach B gelangt. "Das ist auch in Frankfurt ein Thema, zum Beispiel für Schüler aus Booßen oder Rosengarten", sagt sie.
"Ganz irre" findet sie, dass sowohl in den bundesweiten Ergebnissen, als auch in Frankfurt ein Thema ganz oben stand: die Sauberkeit auf Spiel- und Sportplätzen. Das Angebot an diesen Plätzen schätzten etwa Dreiviertel der Frankfurter Kinder mit sehr gut bis befriedigend ein. Mit den Noten 4, 5 und 6 bewerteten sie allerdings deren Sauberkeit. In der Bürgerbudget-Abstimmung bekam gerade die Projektidee der Kinderbeauftragten Jacqueline Eckhardt, mehr Mülleimer aufzustellen, 10 000 Euro zugesichert. "Das passt, den Bereich möchten die Kinder nachgebessert haben", so Uta Beitlich-Thommes.
Sie freut sich, dass sich anlässlich der Aktion zu 30 Jahren Kinderrechtekonvention, die Unicef, das Deutsche Kinderhilfswerk und die Stadt am Mittwoch veranstaltete, auch viele Kitas und Horteinrichtungen gemeldet haben. In der Kita Finkenhäuschen bemalten die Kinder zum Beispiel Stoffbeutel mit Kinderrechtssthemen. Das Motto des Aktionstages: "Kinder nehmen ihre Rechte in die Hand – oder über die Schulter", sagt Uta Beitlich-Thommes lachend. In den kommenden Wochen werden weitere Taschen bemalt, die beim Kinderfest im Mai präsentiert werden. "Wenn die Kinder mit den eigenen bemalten Taschen durch die Straßen gehen und Kinderrechte deutlich machen, hat das einen anderen Effekt, als wenn es irgendwo hängt."