Vereinsleben: „Schwimmhalle hat Priorität“

Schwimmhalle statt Gerichtssaal: Ulrich Karkmann ist neuer Vorsitzender des ESV.
ESV FrankfurtUlrich Karkmann ist der neue Mann an der Spitze des Eisenbahnersportvereins. Der 46-Jährige stammt gebürtig aus Niedersachsen und kam nach seinem Jura-Studium in Berlin 2005 nach Frankfurt, wo er seitdem als Richter am Landgericht arbeitet. Auch seine Ehefrau stammt von hier. „Vor drei Jahren habe ich mich entschlossen, sportlich wieder etwas aktiver zu werden“, berichtet Karkmann. Im Alter von acht bis 16 Jahren war er Mitglied in einem Schwimmverein, später kam er zum Triathlon. Nun landete er bei den Schwimmern des ESV. „Ich bin zwar nicht so gut ausgebildet wie viele beim ESV, aber das Schwimmen in der Gemeinschaft macht sehr viel Freude“, berichtet er.
Vor einiger Zeit fragte ihn Petra Schult, ob er sich vorstellen könne, ihr Nachfolger zu werden und den Vorsitz im Verein zu übernehmen. „Nach kurzer Überlegung habe ich zugesagt. Zugute kommt mir dabei, dass ich in Berlin auch schon einmal im Vorstand eines Tanzvereins gesessen habe und außerdem Verbandstagssprecher und Kassenwart im Richterbund Brandenburg bin“, erklärt Karkmann.
Der Verein hat 350 Mitglieder
Obgleich die drei Abteilungen Schwimmen, Boxen und Wandern beim ESV organisatorisch weitestgehend selbstständig arbeiten, will er als Vorsitzender alle der rund 350 Mitglieder – unter ihnen nach wie vor viele Eisenbahner – im Blick haben. „Im Moment habe ich noch viel mit Papierkram zu tun und muss mich in viele Dinge einlesen. Ansonsten versuche ich, den Verein zu repräsentieren und viel mit der Stadt zu kommunizieren.“
Einen besonderen Schwerpunkt hat Ulrich Karkmann schon fest im Blick: „Die Schwimmhalle macht uns nach wie vor Sorgen und hat Priorität. Man liest ja viel über einen möglichen Neubau – aber wie realistisch ist das? Für uns als Verein ist wichtig, dass die Halle in der Rathenaustraße in Schuss gehalten wird. Die letzte Sanierung ist zwanzig Jahre her, da liegt es in der Natur der Sache, dass jeden Moment wieder etwas defekt sein könnte und die Halle gesperrt werden muss. Da fehlt mir von Seiten der Stadt im Moment ein wenig der Fokus. Man hat den Eindruck, es ist vom Zufall abhängig, wie lange es mit der Halle ohne Panne weitergeht. Es gehört daher mit zu meinen Aufgaben, den Entscheidungsträgern auf die Nerven zu gehen.“
Handlungsbedarf sieht er auch bei den Boxern. „Das Grundstück an der Kamieth-Halle steht derzeit zum Verkauf. Wie es mit den dortigen Sportanlagen weitergeht, ist noch offen.“ Und die Wanderer? „Dort gibt es keine Probleme, sie haben ja die schönste Sportstätte überhaupt“, sagt Ulrich Karkmann mit einem Lächeln, verweist aber gleichzeitig auf das hohe Durchschnittsalter von momentan 73 Jahren in der Wander-Abteilung.
Er selbst versucht sich auch neben dem Schwimmen fit zu halten und fährt täglich die 14 Kilometer lange Strecke von seinem Wohnort in Groß Lindow zum Landgericht Frankfurt mit dem Fahrrad – auch im Winter. „So bekomme ich den Kopf frei. Nur bei minus zehn Grad und Ostwind macht es keinen Spaß“, gesteht der sportliche Richter.
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