Verkehr in Polen: 226 km/h und 20 Punkte – BMW-Fahrer rast über Landstraße

In Polen war ein BMW-Fahrer zwischen Słubice und Kostrzyn mit 226 Kilometern pro Stunde unterwegs.
Ewa Murmyło/Policja LubuskaViel lässt sich auf dem Video der polnischen Polizei nicht erkennen. Zu sehen ist eine Landstraße, je eine Spur pro Fahrtrichtung. Links und rechts sind Leitpfosten zu erkennen, ein Graben, dahinter Feld. Gegenverkehr ist unterwegs, es ist dunkel – 20.20 Uhr ist auf der Anzeige im Video zu sehen. Keine besonders guten Voraussetzungen zum Überholen, vor allem bei doppelt durchgezogener Linie.
Genau das soll ein 20-Jähriger auf der Landstraße DK 31 aber gemacht haben, als er zwischen Kostrzyn und Słubice unterwegs war. Was aber schwerer wiegt: Danach habe der BMW-Fahrer auf 226 Kilometer pro Stunde beschleunigt – auf einer Strecke, die höchstens 90 km/h erlaubt, wie Ewa Murmyło, Pressesprecherin der Polizei in Słubice, informiert. Diese hat über den Vorfall berichtet und das Video der riskanten Fahrt veröffentlicht.
Welche Strafen den Autofahrer aus Polen erwartet
Demnach sei eine Streife der Słubicer Polizei am Dienstagabend (26.3.) unterwegs gewesen und habe eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt. Auf der Landstraße zwischen Kostrzyn nad Odrą und Górzyca bemerkten die Beamten „einen BMW-Fahrer, der andere Fahrzeuge bei doppelt durchgezogener Linie überholte und anschließend sehr aggressiv beschleunigte“, so Ewa Murmyło.
Die Polizisten hielten ihn an. „Der junge Fahrer muss nun sehr vorsichtig sein, denn es fehlt nicht viel, bis er seinen Führerschein abgeben muss“, heißt es. Er musste eine Strafe in Höhe von 2700 Złoty (rund 630 Euro) zahlen und bekam 20 sogenannte Strafpunkte. Das Punktesystem in Polen ist ein anderes als das deutsche Flensburg-System.
Welcher Strafe die Tat in Deutschland entsprechen würde
Für Ordnungswidrigkeiten werden in Polen zwischen 0 und 24 Punkte vergeben. Ab 21 Punkten droht ein Fahrverbot, bei 24 Punkten wird der Führerschein entzogen – die Fahrerlaubnis muss also neu erteilt werden. Laut ADAC ist es in Deutschland so, dass Fahrern bei acht „Flensburg“-Punkten – also Punkten im Fahreignungsregister des Kraftfahrt-Bundesamtes – die Fahrerlaubnis entzogen wird. „Das bedeutet, man muss seinen Führerschein abgeben und verliert die Berechtigung, Kraftfahrzeuge zu führen.“
Einen ganz ähnlichen Fall von Geschwindigkeitsüberschreitung hatte es 2023 auch in Deutschland gegeben: Wie die Hessenschau berichtete, ist ein Porschefahrer statt der erlaubten 80 km/h ganze 226 Kilometer pro Stunde gefahren. Deshalb sollte der Mann ein Bußgeld von 700 Euro zahlen, musste mit zwei Punkten im Flensburger Zentralregister und mit einem Fahrverbot von drei Monaten rechnen.
„Wir möchten immer wieder daran erinnern“, heißt es im aktuellen Fall von der polnischen Policja Lubuska, „dass überhöhte Geschwindigkeit und die Nichtanpassung an die Straßenverhältnisse die häufigsten Ursachen für Unfälle und Tragödien sind“. Denn höhere Geschwindigkeiten verlängerten den Anhalteweg erheblich und dieser reiche dann unter Umständen nicht aus, wenn plötzlich ein Hindernis auftaucht, mahnt die Polizei.


