Prof. Dr. Philipp Hacker heißt der erste Professor der neu gegründeten European New School of Digital Studies (ENS) an der Europa-Universität Viadrina. Hacker wurde am 1. September zum Professor für Recht und Ethik der digitalen Gesellschaft ernannt.
Zuletzt hat der 35-Jährige an der Humboldt-Universität zu Berlin über rechtliche Implikationen maschinellen Lernens, insbesondere zu Fragen von Transparenz, Diskriminierung und Datenschutz geforscht.

Recht, Technologie und Sozialwissenschaften

Anlässlich seiner Ernennung betont Philipp Hacker: „Mein Herz schlägt für interdisziplinäre Forschung im Schnittbereich von Recht, Technologie und Sozialwissenschaften. Genau dies verkörpert die European New School, und deshalb ist es mir eine besondere Freude, zum Aufbau dieser neuen, dynamischen Institution beitragen zu dürfen. Meine Arbeit zu rechtlichen Herausforderungen digitaler Technologien – beispielsweise zur Entwicklung eines Rechtsrahmens für Trainingsdaten für Künstliche Intelligenz – möchte ich verbinden mit Engagement für die Lehre und die Studierenden.“

Weitere Professoren folgen

Professor Hacker ist der erste von insgesamt vier Professorinnen und Professoren, die die Europa-Universität Viadrina an die European New School of Digital Studies beruft. Die Ernennung der weiteren Lehrstuhlinhaberinnen und -inhaber erfolgt in den kommenden Monaten. Sie decken dann neben „Recht und Ethik der digitalen Gesellschaft“ die Themen „Informationsmanagement und digitale Transformation“, „Techniksoziologie“ sowie „Politische Theorie und digitale Demokratie“ ab. Hinzu kommen Lehrangebote der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań aus den Bereichen Informatik und Computerwissenschaften.
Die ENS ist eine gemeinsame Einrichtung der Viadrina und der Posener Adam-Mickiewicz-Universität, angesiedelt am Collegium Polonicum in Słubice. Im Wintersemester 2020/21 startet mit dem Master of Digital Entrepreneurship der erste Studiengang an der European New School of Digital Studies, für den die Studierendenauswahl nach einer erfolgreichen Bewerbungsphase kürzlich abgeschlossen wurde.

Zur Person

Prof. Dr. Philipp Hacker hat sich im Juni 2020 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Arbeit zum Datenprivatrecht habilitiert. Als Leiter eines Forschungsprojektes zu Fairness und maschinellem Lernen beschäftigte er sich mit der Frage, wie der Rechtsrahmen der EU, aber auch technische Verfahren selbst dazu beitragen können, dass Künstliche Intelligenz faire und vertrauenswürdige Entscheidungen trifft. Zuvor war er Fellow am Wissenschaftszentrum Berlin und am European University Institute in Florenz. Der 35-Jährige war unter anderem Experte und Gutachter für den Sachverständigenrat für Verbraucherfragen des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz. Zudem berät er die Bundesregierung bezüglich ihres Umgangs mit Künstlicher Intelligenz.
Philipp Hacker hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München Jura studiert und in Berlin sein Rechtsreferendariat absolviert. An der Yale Law School erwarb er 2014 den Master of Laws und promovierte 2016 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Arbeit zu Verhaltensökonomie und Privatrecht.