Die European New School of Digital Studies (ENS) an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) erhält knapp 1,1 Millionen Euro aus der Förderinitiative „Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung“ des Bundes und der Länder. Das teilte die Viadrina am Dienstag, 13. Juli, mit.

Studierende können mit Technologie Logik von Argumentation nachvollziehen

Unter dem Titel „SKILL – Sozialwissenschaftliches KI-Lab für forschendes Lernen“ sollen durch Künstliche Intelligenz gestützte Technologien entwickelt werden, mit denen die Struktur von Argumentationen in wissenschaftlichen Artikeln und politischen Arenen erkannt, analysiert und visuell veranschaulicht wird. Ziel ist es, so die Logik wissenschaftlicher Argumentation transparent und nachvollziehbar zu machen, um Studierenden die Umsetzung eigenen wissenschaftlichen Arbeitens zu erleichtern. Das Konzept soll neben der Anwendung in den Politikwissenschaften auf weitere Bereiche der Sozial- und Geisteswissenschaften mit ausgeprägter Argumentationskultur übertragbar sein und so neue Impulse für Lehr- und Lernmethoden in diesen Disziplinen setzen.

Gemeinsames Projekt von Viadrina und Bauhaus-Uni Weimar

Der Antrag wurde im Verbund mit der Bauhaus-Universität Weimar gestellt, die weitere 1,1 Millionen Euro erhält. Dort bringen die Informatikprofessoren Prof. Benno Stein und Prof. Bernd Fröhlich aus dem Fachbereich Medieninformatik ihre Expertise aus der KI, der natürlichen Sprachverarbeitung, dem Visual Analytics und der Interaktion mit komplexen Daten ein. Auf Seite der Viadrina bilden Prof. Jürgen Neyer (Europäische und internationale Politik) und Prof. Katrin Girgensohn (Zentrum für Lehre und Lernen) die sozialwissenschaftlichen und didaktischen Dimensionen ab.
Das Forschungsteam beider Universitäten wird damit mit insgesamt 2,2 Millionen Euro für eine Laufzeit von vier Jahren gefördert. Das Projekt soll am 1. Januar 2022 starten.
Der ENS-Projektantrag „SKILL“ gehört zu insgesamt vier Brandenburger KI-Hochschulprojekten, die im Rahmen der Initiative „Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung“ gefördert werden. Bund und Länder wollen damit das Angebot an akademischen Fachkräften für Wirtschaft und Wissenschaft im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) ausbauen und den Einsatz von KI zur Verbesserung der Hochschulbildung fördern. Der Bund stellt 90 Prozent der Mittel zur Verfügung, das Land Brandenburg steuert 10 Prozent bei.