Virus
: Frankfurt rüstet sich mit Notfallplan für möglichen Corona-Ausbruch

Frankfurt sorgt vor und hat seit Montag einen Notfallplan in der Schublade, sollte der Coronavirus in der Stadt auftreten.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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Gesundheitscampus Frankfurt (Oder): Am Klinikum wurde Ende Januar ein Corona-Verdachtsfall behandelt – der sich jedoch nicht bestätigte.

Gerrit Freitag

In Frankfurt gibt es – Stand Dienstag – weder einen Corona-Fall noch den Verdacht auf eine Infektion mit Covid-19/SARS-CoV-2. Das bestätigten die Stadtverwaltung und das Klinikum. Gleichwohl hat die Stadt am Montag zusätzliche Vorkehrungen getroffen, um auf mögliche Erkrankungen oder gar eine Pandemie vorbereitet zu sein.

Deutschlandweit gab es innerhalb von 24 Stunden fünf neue Infektionen.

„Laut Medienberichten werden in Italien ja gerade ganze Städte abgeriegelt. Deshalb sehen auch wir uns veranlasst, gewisse Vorsichtsmaßnahmen zu treffen“, informierte der Oberbürgermeister im Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung. Gemeinsam mit dem Sozialbeigeordneten Jens-Marcel Ullrich und dem Leiter des Gesundheitsamtes Oliver Fahron sei daher „eine gesundheitsbehördliche Anordnung von Schutzmaßnahmen zur sofortigen Vollziehung“ vorbereitet worden. „Wenn es passieren sollte, und niemand kann das ausschließen, müssen wir nicht erst über Vorsorgemaßnahme nachdenken“, erklärte René Wilke. Eine Direktive dazu vom Gesundheitsministerium gab es nicht, die Stadt wurde eigeninitiativ aktiv.

Konkret geht es vor allem um Quarantänemaßnahmen. Infizierten Personen ohne Symptome oder mit leichtem Krankheitsverlauf würde es im Falle des Falles behördlich untersagt, für die Dauer der Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen die eigene Wohnung zu verlassen. Auch Besuch dürften Betroffene dann nicht mehr empfangen. Außerdem müsste das städtische Gesundheitsamt laufend über den Gesundheitszustand informiert werden.

Das Frankfurter Klinikum ist gut auf einen möglichen Corona-Ausbruch vorbereitet, berichtet Sprecherin Kati Brand. Die Mitarbeiter seien geschult, und es gibt einen Handlungsplan, der den Ablauf bei Verdachtsfällen genau regelt. Ende Januar hatte dieser bereits bei einem Patienten Anwendung gefunden – der Verdacht hatte sich glücklicherweise nicht bestätigt (MOZ berichtete). Gibt es entsprechende Anhaltspunkte für eine Infektion, klären Klinikums-Mitarbeiter zunächst ab, ob der Patient Fieber oder Atemwegsprobleme hatte, sich in den letzten 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt zu einem Coronavirus-Verdachtsfall bestand. „Trifft dies zu, wird der Patient stationär unter Einhaltung aller in Frage kommender Schutzmaßnahmen in einem isolierten Patientenzimmer untergebracht“, heißt es in einer Pressemitteilung des Klinikums. Das besagte Zimmer befindet sich in der Zentralen Notaufnahme. Verschlechtert sich der Zustand, wird der Patient auf die Intensivstation verlegt. „Dort wird er weiterbehandelt und strikt vom normalen Krankenhausbetrieb getrennt. Bei leichten klinischen Verläufen kann auf Anordnung des Amtsarztes eine häusliche Isolation des Patienten stattfinden“, so Kati Brand – in diesen Fällen würde die Anordnung der Stadt greifen.

Proben gehen zur Charité

Um abzuklären, ob eine Infektion mit dem Corona-Erreger besteht, werden dem Patienten Proben entnommen, die im Referenzlabor an der Charité ausgewertet werden. Zugleich führt das Klinikum einen Influenza-Schnelltest (Grippe) durch, dessen Ergebnis binnen zwei Stunden vorliegt.

Es werde das Bestmögliche getan, so Kati Brand, um einer Weiterverbreitung der Erreger bei Mitpatienten und Mitarbeitern entgegen zu wirken. Dabei helfen auch persönliche Schutzausrüstungen. Auch mit den zuständigen Gesundheitsämtern bestehe eine enge Zusammenarbeit. Die Notfallpläne der Stadt und des Klinikums seien am Dienstag aufeinander abgestimmt worden.

Auch in den Regionen Brandenburgs treibt der Coronavirus die Menschen um. ImLandkreis Barnim mahnt man zu Besonnenheitund inSchwedt werden die Schutzmaskenknapp.

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