Um 19.52 Uhr ging ein Raunen durch die Menge. Zu Tausenden hatten sich Menschen aus Frankfurt (Oder) und Słubice an der Promenade versammelt, um beim offiziellen Startschuss für die Beleuchtung der Stadtbrücke mit dabei zu sein. Bereits um kurz nach 19 Uhr gab es entlang der Oder kaum noch einen freien Platz an den Geländern.
Nach den Reden der politischen Vertreter auf der Bühne ging dann aber doch noch eine knappe halbe Stunde ins Land. Kinder zählten sich auf den Schultern ihrer Eltern sitzend bis in dreistellige Höhen. Da überlegten manche Erwachsene, sich doch noch einen Glühwein oder eine Bratwurst zu holen. Allerdings riskierte man an den Ständen länger anzustehen und den Anknips-Moment zu verpassen.

Viele Lichter auch an ufernahen Gebäuden der Doppelstadt

Der entging aber auch aufmerksamen Blicken leicht, denn der angekündigte Countdown ging unter und drumherum gab es viele bewegte Lichtspiele an ufernahen Gebäuden zu betrachten, an der Musikschule, am Oderspeicher, am Collegium Polonicum und den Wohnhäusern in der ul. Nadodrzanska. Die Farblichtspiele waren extra für den Abend installiert.
Die Stadtbrücke im Lichterglanz

Frankfurt (Oder) und Słubice Die Stadtbrücke im Lichterglanz

Dann auf einmal strahlte auch das „neue Wahrzeichen der Doppelstadt“, wie OB René Wilke es nannte, in grün und blau. Die Inszenierung war gelungen. Viele hielten die Lichtbrücke mit ihrer Kamera oder den Mobiltelefonen fest. „Ich schicke das Bild einem Freund im Spreewald, der vor zehn Jahren aus Frankfurt weggezogen ist“, beschloss ein Frankfurter.

Bestandteil eines Interreg-Projektes

Zum Verschicken der Fotos verbunden mit einer Einladung in die Doppelstadt hatte Bürgermeister Claus Junghanns zuvor explizit aufgerufen. Sein Kollege OB René Wilke sagte: „Die Stadtbrücke war in meiner Kindheit kein Ort, an den man gerne ging. Heute zeigen wir hier, dass wir für die europäische Idee brennen.“
Es sei das Finale eines langen Projektes mit vielen Etappen, so Mariusz Olejniczak, Bürgermeister von Słubice. Jetzt komme noch der Kleistturm. Auch Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, und der Vizemarschall der Wojewodschaft Lebuser Land ergriffen das Wort.
Heiß erwartet worden war jedoch vor allem auch der Auftritt des Słubicer Jungstars Sara Egwu-James, die das Lied „Somebody“ sang, nachdem die Brücke erleuchtete. Mit dem Song wird die 13-Jährige „The Voice Kids“-Gewinnerin Polen beim Junior-Eurovision-Songcontest in Paris vertreten.

Beleuchtung soll auch die Kampagne fürs Zukunftszentrum ankurbeln

Die Illumination der Stadtbrücke ist Bestandteil eines Interreg-Projektes. Das erste Teilprojekt – der Bau des Bolfrashauses an der Großen Oderstraße – ist seit 2014 abgeschlossen. In der zweiten Phase entsteht der Kleistturm in Słubice. Der dritte Bestandteil ist die farbige Beleuchtung der Stadtbrücke, die vor allem das gemeinsame Stadtmarketing ankurbeln soll – auch mit Blick auf die Bewerbung Frankfurts für das Zukunftszentrum.
Geworben wurde daher auch um Brückenbauerinnen und Brückenbauer. Die Bewerbung für das Zukunftszentrum kann man unterstützen, indem man selbst erzählt, wie man zum Brückenbauer geworden ist.
Gekostet hat die Beleuchtung rund 250.000 Euro. Die LED-Beleuchtung wird von nun an jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit für einige Stunden zu sehen sein.