Waldbrandgefahr
: Im Frankfurter Stadtwald mangelt es im Brandfall an Löschwasser

Wolfgang Welenga vom Stadtfeuerwehrverband fordert von der Stadt, den alten Brunnen im Stadtwald wieder in Betrieb zu nehmen.
Von
René Matschkowiak
Frankfurt (Oder)
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  • Rundgang: Wolfgang Welenga, Feuerwehrmann aus Frankfurt (Oder),weiß genau wo sich der Brunnen im Stadtwald in Rosengarten befindet und hat ihn gegen illegales Einsteigen gesichert.

    Rundgang: Wolfgang Welenga, Feuerwehrmann aus Frankfurt (Oder),weiß genau wo sich der Brunnen im Stadtwald in Rosengarten befindet und hat ihn gegen illegales Einsteigen gesichert.

    René Matschkowiak
  • Die Trockenheit der letzten Zeit hat Spuren hinterlassen. Abgeholzte Bäume und viel Reisig liegen auf dem Waldboden

    Die Trockenheit der letzten Zeit hat Spuren hinterlassen. Abgeholzte Bäume und viel Reisig liegen auf dem Waldboden

    René Matschkowiak
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„Natürlich kann es auch im Frankfurter Stadtwald zu einem größeren Brand kommen, wie im letzten Jahr bei Wiesenau oder in der Nähe von Beelitz“, sagt der Chef des Stadtfeuerwehrverbandes Wolfgang Welenga bei einem Kontrollgang durch den Wald.

Trockenheit hat Spurenhinterlassen

Die Trockenheit der letzten Jahre hat auch in Rosengarten deutliche Spuren hinterlassen. Viel Reisig liegt auf dem Waldboden, dazu knochentrockenes Laub. „Wenn es hier mal anfängt, dann gute Nacht“, so der engagierte Feuerwehrmann. Was ihm besondere Sorgen bereitet — wenn im Stadtwald ein Feuer ausbricht, gibt es keine Wasserversorgung.

„Die derzeitige Brandgefahr schätzen nicht alle Verantwortlichen in der Stadtverwaltung hoch genug ein“, sagt er. Zwar könne man auch mit den Tanklöschwagen der Feuerwehr in den Wald fahren, aber für die gibt es vor Ort keine Möglichkeit Wasser nachzutanken. Für einen Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen, die 18 bis 20 Tonnen wiegen, sind die Waldwege nicht ausgelegt, erst recht nicht, wenn sich zwei Tanklöschfahrzeuge begegnen würden.

Schon vor einigen Jahren hat Welenga an einer Lösung gearbeitet, die aber noch nicht umgesetzt wurde, obwohl sie relativ wenig Geld kosten würde. Mitten im Wald gibt es einen 80 Meter tiefen Brunnen, der früher für die Wasserversorgung eines sowjetischen Militärgeländes im Wald genutzt wurde. Der Brunnen ist noch intakt, es bräuchte lediglich eine neue leistungsfähige Pumpe. Zusätzlich, so Welenga, müsste auf etwa 50 Metern durch den Wald eine Stromleitung instand gesetzt werden.

Forderung an die Stadt: Bekenntnis zum Brandschutz

Nahe dem Forsthaus gibt es eine Trafostation, die ebenfalls das Armee–Gelände mit Strom versorgt hat und von dem auch noch die Försterei Strom bezieht. Von dort zieht sich ein Stromkabel durch den Wald in Richtung Brunnen. Auf 50 Meter ist dieses unterbrochen – stellte man vor einigen Jahren fest als danach gesucht wurde. „Allerdings kamen danach die Arbeiten zum Erliegen und wurden von der Stadt nicht weiter verfolgt“, bedauert Welenga. Außerdem könnte eine bestehende Wasserleitung erweitert werden.

Er fordert von der Stadtpolitik ein deutliches Bekenntnis zum Brandschutz. Schon bei den gescheiterten Interreg–Anträgen mit den Polen hat er die vermisst. Der Interreg–Begleitausschuss, der die Anträge ablehnte, habe die Auswirkungen unterschätzt, so Wofgang Welenga. Im letzten Jahr sollte mit EU–Geldern Technik zur grenzüberschreitenden Katastrophen– und Feuerbekämpfung angeschafft werden. „Jetzt muss sich die Stadt als Träger des Brandschutzes Gedanken machen und die nötige neue Technik anschaffen“, so sein Fazit. Unter anderem auch neuere Tanklöschfahrzeuge.

Die anderen Wälder, die zu Frankfurt gehören, sind ebenfalls bei langer Trockenheit gefährdet. Am meisten gefährdet durch Feuer ist der Wald am Helenesee, allerdings ist der See in der Nähe, wo man Wasser abzapfen kann. Beim Wald der Hohenwalder Hellen bestehe für die Einsatzkräfte eine Gefahr, da Teile des Waldes immer noch munitionsbelastet sind und beim Löschen nicht betreten werden dürfen.

Hundert Leute auf Abruf

Insgesamt gibt es in Frankfurt 260 Feuerwehrleute. „Maximal hundert könnten bei einem Großfeuer sofort los“, schätzt er. Die Frankfurter sind für den Erstangriff auf das Feuer verantwortlich. Bei Bränden über mehrere Tage würden die großen Brandschutzeinheiten aus dem ganzen Land Brandenburg zur Hilfe kommen. Aber auch nicht mit allen Kräften, denn in den Wäldern der Landkreise könnte es bei extremer Trockenheit natürlich zeitgleich auch anfangen zu brennen. „Die Kameraden sind alle toll motiviert“, so Welenga. Das hat man im letzten Jahr gesehen als die Frankfurter beim Waldbrand bei Wiesenau halfen. Allerdings brauchen sie auch Unterstützung von der Politik, wenn es um Ausstattung und Technik geht.