„Es ist, als wäre nichts gewesen“, freute sich die Organisatorin der MOZ-Neujahrswanderung Anja Boldt am Sonntagvormittag (8.1.) beim Anblick der Menschenmenge, die sich auf dem Platz vor „Wupis Imbiss“ im Stadtwald von Frankfurt (Oder) im Ortsteil Rosengarten eingefunden hatte. Nach der zweijährigen Zwangspause für die Traditions-Wanderung durch die Corona-Pandemie hatten sich zur 28. Auflage bei regenfreien milden sieben Grad etwa 500 Wanderfreunde eingefunden.
Viele begrüßten sich nach langer Zeit herzlich wieder. Diesmal konnten sogar fünf verschiedene Wanderrouten angeboten werden. „Das ist natürlich besser als die sonst drei oder vier Routen, weil so die Gruppen nicht ganz so groß sind“, freute sich Anja Boldt.
Großes Interesse: Etwa 500 Wanderfreunde haben sich zum 28. MOZ-Neujahrswanderung in Frankfurt (Oder)-Rosengarten eingefunden.
Großes Interesse: Etwa 500 Wanderfreunde haben sich zum 28. MOZ-Neujahrswanderung in Frankfurt (Oder)-Rosengarten eingefunden.
© Foto: René Matschkowiak

Die 8-Kilometer-Tour war die längste

Die Wanderleiter haben ihre Routen selbst ausgewählt. Ein Maßstab für deren Länge sei letztlich auch die Glühweinverfügbarkeit nach der Wanderrunde, erklärte Wanderleiter Uwe Baumann lachend. Er hatte eigentlich eine 10-Kilometer-Route geplant, diese dann aber auf acht Kilometer gekürzt.
Die längste Runde: Uwe Baumann (r.) führte als Wanderleiter auf der mit 8 Kilometern längsten Tour.
Die längste Runde: Uwe Baumann (r.) führte als Wanderleiter auf der mit 8 Kilometern längsten Tour.
© Foto: René Matschkowiak
Bei der Tour vor zwei Jahren hätten sich Mitwanderer beschwert, dass der Glühwein, den die Märkische Oderzeitung nach der Wanderung traditionell spendiert, wegen der späten Ankunft schon fast alle gewesen sei.
Uwe Baumanns 8-Kilometer-Tour war dennoch die längste. Andere Wanderleiter, wie Detlef Glöckner, begnügten sich mit fünf Kilometer langen Runden. Der stadtbekannte einstige Fotograf hatte zur MOZ-Neujahrswanderung keine Kamera dabei. „Ich fotografiere heute nur mit dem Auge. Wenn ich etwas Schönes entdecke, komme ich mit der Kamera noch mal wieder“, sagte Detlef Glöckner gut gelaunt.

Geburtstagskind als Wanderleiterin

Die einzige Frau als Tourführerin war die Frankfurterin Petra Schult. Die Lehrerin an der Frankfurter Sportschule feierte am Sonntag ihren 64. Geburtstag. „Ich wollte schon immer mal so richtig viele Gäste zu meinem Geburtstag haben“, verkündete die Wanderleiterin lachend. Ein großer Applaus und viele Glückwünsche waren ihr so gewiss. „Petras Trassenwanderung“ hatte Petra Schult ihre Tour genannt. Denn auf der ging es unter anderem an der Erdgastrasse, die durch den Stadtwald verläuft, vorbei.
Die private Geburtstagsfeier folge am Nachmittag, so die Jubilarin, die als Wanderleiterin in der Abteilung Wandern des Eisenbahner Sportverein (ESV) Frankfurt (Oder) an vielen Wochenenden im Jahr in der Region mit ihren Wanderfreunden auf Tour ist. Petra Schult ist seit vier Jahren sogar zertifizierte Wanderführerin.
Eine „Institution“ in Sachen Wandern ist auch der Frankfurter Roland Totzauer, der privat viele Wander- und Fahrradtouren anbietet. Auch er lud diesmal auf eine 5-Kilometer-Runde ein. Wer sich Wanderführer Joachim Nell anschloss, der lief mit 7 Kilometern noch etwas weiter.

Erbsensuppe nach der Tour in „Wupis Tränke“

Tilo Winkler, der Inhaber von „Wupis Imbiss“, der die MOZ-Neujahrswanderung seit Jahren unterstützt, erwartete die Wanderfreunde nach ihrer Tour mit einer leckeren Erbsensuppe und anderem Stärkenden. In Winklers kleinem Gasthaus gab es für die Besucher einiges Neues zu entdecken. So ist der Haupteingang verlegt und der Bereich, wo man im Freien sitzen kann, ebenso wie die Gaststube mit einer gemütlichen Holzheizung neu gestaltet worden. Geöffnet ist jeden Tag.
Für Helga und Joachim Giese ist die Einkehr nach der 5-Kilometer-Runde „gesetzt“. Zumal sich auch Yorkshire-Hundedame Liesbeth, die die beiden begleitete, eine Pause verdient hat. Gieses sind zum fünften Mal bei einer MOZ-Neujahrswanderung dabei gewesen.
Nach der Tour haben viele Teilnehmer weitere gemeinsame Wanderpläne geschmiedet – ob mit der Wandergruppe der „Rastlosen“, mit dem ESV oder mit Roland Totzauer. Alle verbindet die Hoffnung auf ein gutes Wanderjahr 2023.